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Verband Wohneigentum Siedlerbund Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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Bundesverband & Grundsatzprogramm

Verband Wohneigentum e.V.

(vormals Deutscher Siedlerbund e.V.
Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum)

Oberer Lindweg 2
53129 Bonn

Telefon: (0228) 6 04 68 20
Telefax: (0228) 6 04 68 25
E-Mail: bund@verband-wohneigentum.de
Internet: http://www.verband-wohneigentum.de/bv

Bürozeiten:
Montag bis Donnerstag 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Freitag 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Grundsatzprogramm des Deutschen Siedlerbundes

Der Deutsche Siedlerbund e.V., Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum,

  • mit über 360.000 Mitgliedern (Stand: 31.12.2000) und ihren Familienangehörigen die größte Organisation von Eigentümern selbstgenutzter Familienheime und Eigentumswohnungen in der Bundesrepublik Deutschland,

  • angesichts des durch das Gesetz zur Reform des Wohnungsbaurechts (BGBI 1, Seite ) mit dem Wegfall am 31.12.2001 der seit 1918 bestehenden Rechtsgrundlagen für Familienheimstätten, einschließlich der Kleinsiedlungen und ihrer seit 1931 erfolgten besonderen staatlichen Förderung (zuletzt gemäß §§ 10, 57-60 und anderer Vorschriften des Zweiten Wohnungsbaugesetzes),

  • in Bestätigung seines ,,Wohnungspolitischen Programms" vom Oktober 1993 stellt unter Berücksichtigung der wohnungspolitischen Verhältnisse des 21. Jahrhunderts fest:


1.Grundsätze

Der Deutsche Siedlerbund e.V. lässt sich nach wie vor bei seiner Arbeit von der Vorstellung leiten, dass jede Familie eine ihrer Größe angemessene Wohnung als Eigentum in einer erschlossenen, geordneten und geschützten Umgebung zu für sie tragbaren Bedingungen erwerben und auf Dauer erhalten sollte. Die Bedeutung der selbstgenutzten eigenen Wohnung folgt aus ihrem Stellenwert für die gesellschaftliche Ordnung. Sie steht für die Garantie des Eigentums, die Autonomie der Persönlichkeit wie für das Recht der individuellen Entfaltung und der eigenen Initiative. Der Deutsche Siedlerbund e.V. weist dazu auf die vielfältigen positiven Auswirkungen der Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum hin:

  • Wohneigentum ist als erleb- und gestaltbares Verrnögen besonders geeignet, Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Selbstbewusstsein zu entwickeln; es schützt vor den Wechselfällen des Wohnungsmarktes und trägt wesentlich zur materiellen Absicherung der Bürger in einem freiheitlichen und sozialen Rechtsstaat bei. Die eigene Wohnung ist nicht nur eine Voraussetzung für die Identitätsbildung, sondern auch für die Fähigkeit zum sozialen Miteinander.

  • Wohneigentum bietet optimale Möglichkeiten zur Entspannung und für den Ausgleich psychischer und einseitiger körperlicher Belastungen im Arbeitsprozess

  • Wohneigentum fördert den sozialen und wirtschaftlichen Integrationsprozess zugewanderter Menschen in die Gemeinschaft der Mitbürger in hervorragender Weise.

  • Wohneigentum bietet die besten Voraussetzungen für ein farniliengerechtes Wohnen, für die Erziehung von Kindern und das Zusammenleben der Generationen unter einem Dach.

  • Das im Einklang mit einer geringgeschossigen, verdichteten und ressourcenschonenden Bauwcise errichtete Familienheim leistet, insbesondere in Stadtregionen, einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt. Dieses gesellschaftlich bedeutende Gewicht des Wohneigentums ist Anlass und Grundlage für die Arbeit des Deutschen Siedlerbundes e.V.

2. Förderung
Angesichts der besonderen Bedeutung, die das Wohnen im Eigentum für die freie Entfaltung der Persönlichkeit als Grundlage unserer Gesellschaftsordnung hat, setzt sich der Deutsche Siedlerbund e.V. für die ideelle und materielle Förderung des Baus und Erwerbs sowie der Sicherung des Erhalts von selbstgenutztem Wohneigentum ein.

  • Um die sozialen Ziele des selbstgenutzten Wohneigentums zu erfüllen, bedarf es einer Förderung, die der des Mietwohnungsbaus mindestens gleichwertig ist. Die Förderung ist in einer Höhe bereitzustellen, die den Bau und Erwerb von Wohneigentum für weite Kreise der Bevölkerung ermöglicht.

  • Die Gemeinden sollen Ihren Beitrag zur Förderung des Wohneigentums durch Ausweisung, erforderlichenfalis Vorhaltung und Bereitstellung entsprechender Grundstücke - auch im Wege des Erbbaurechts mit einer späteren Kaufoption - nachkommen und zwar in einem Umfang und zu Preisen, die weiten Irreisen der Bevölkerung den Erwerb derartiger Grundstücke möglich machen.

  • Die Möglichkeiten der baulichen Selbsthilfe, besonders in der Form der organisierten Gruppenselbsthilfe, müssen auch in Zukunft ausgeschöpft und unterstützt werden, um Bewerbern um Wohneigentum mit geringem Einkommen schon möglichst früh, auch bei noch knappem Eigenkapital, durch bauliche Eigenleistungen Gelegenheit zur Bildung von Wohneigentum zu geben.

  • Die Sicherung des Erhalts des Wohneigentums bedingt eine Förderung auch der Anpassung der Bausubstanz an den Stand der Technik (Wärmedänimung, Lärmschutz usw.) durch Gewährung zinsgünstiger Kredite und/oder steuerliche Vergünstigungen sowie die Unterstützung von kornmunalen und privaten Maßnahmen, die der Verbesserung des Wohnumfeldes dienen.

3. Wohnumfeld

Erst die Sicherung eines eigenen privaten und überschaubaren halböffentlichen Raumes macht die Bewohner fähig zum sozialen Miteinander. Voraussetzung für ein von den Menschen akzeptiertes Wohnumfeld, besonders in städtischen Bereichen, ist, dass

  • sich die Siedlung baulich und sozial in das Wohnumfeld, das Stadtgefüge, integriert und nicht als ,,Fremdkörper" empfunden wird,

  • die Dimension der Baukörper den Vorstellungen der Bewohner entspricht und

  • Wege, Plätze und andere Gemeinschaftseinrichtungen, also die klassischen Elemente der Bewohnbarkeit und Akzeptanz, gut ausgebildet sind.


Der Deutsche Siedlerbund e.V. setzt sich daher in Verfolgung dieser Ziele dafür ein, dass

  • nur Baugebiete von überschaubarer Größe geplant werden

  • in diesen Baugebieten ausdrücklich unterschiedliche Haustypen vorgesehen werden und eine monotone, bandanige Bebauung vermieden wird.

  • durch entsprechende Planvorgaben Einrichtungen, die zur Entwicklung, Erhaltung und Stärkung von Gemeinschaft und Gemeinsinn geeignet sind, vorgesehen und gefördert werden sowie

  • die Planung und Errichtung von Gemeinschaftseinrichtungen in Gebieten mit selbstgenutztem Wohneigentum eine Förderung erfährt.

4. Familie und Gesellschaft

Das Wohneigentum ist (um mit Nell-Breuning zu sprechen) ,,das natürliche, ökonomische Gravitationszentrum der Familie", Diesem Aspekt kommt nach Auffassung des Deutschen Siedlerbundes e.V. gesellschaftspolitisch höchste Priorität zu. Ehe und Familie sind Fundamente der Gesellschaft. Sie stehen unter dem besonderen Schutz unserer Verfassungsordnung, und die Anforderungen der Familienpolitik haben zu Recht die Wohnungspolitik von Anfang an geprägt.
In allen Familienberichten wird bestätigt, dass die Anforderungen der Familienpolitik im Wohneigentum am besten zu verwirklichen sind. Hierzu heißt es, dass der Grad der familien-und aitersgerechten Wohnungsversorgung in erheblichem Maße nicht nur davon abhängig ist, ob es sich um Geschosswohnungsbau mit einer Vielzahl von Stockwerken oder um eine Niedrigbauweise handelt, sondern auch, ob die Wohnung als Mieter oder als Eigentümer bewohnt wird.
Das selbstgenutzte Wohneigentum ist der wichtigste Lebensraum einer Familie. Es prägt ganz entscheidend den Familienalltag. Architektur, familienfreundliche Grundrisse und bauliche Gestaltung haben wesentlichen Einfluss auf die Petsönlichkeitsentfaltung der Familienmitglieder und auf das Zusammenleben innerhalb der Familie. Eine familien- und insbesondere kinderfreundliche Gestaltung des Urnfeldes durch ausreichende Kinderzimmer angemessener Größe sowie geeignete Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sind besonders wichtig.
Die Verfügbarkeit von Wohnung und Garten, auch wenn die Grundstücke und Häuser noch so klein sind, ist ein herausragendes Kriterium für eine familiengerechte Wohnversorgung, denn nur wer über beides verfügen kann, ist zu einer selbstbestimmenden Anpassung der baulichen Gestalt, der Ausstattung und Nutzung an die sich ständig im Lebenslauf und Familienzyklus wandelnden Anforderungen in der Lage. In Mietwohnungen ist dies nur in sehr unzureichender Weise möglich, zumal die rechtlicbe Verpflichtung zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands in der Regel vielen Initiativen von vornherein keinen Spielraum gibt.
Der Deutsche Siedlerbund e.V. fordert daher, die besondere Eignung der Wohnform des eigenen Heims für die Familie zu berücksichtigen und zu fördern. Hei der Planung und dem Bau von Wohneigentum müssen alle Familienmitglieder zu ihrem Recht kommen, d.h. Größe und Lage, Ausmaß und Zuschnitt der Räume wie auch die gesamte Ausstattung müssen den Anforderungen entsprechen, die erfüllt sein müssen, um einer Familie ein Heim zu bieten, das eine gesunde Entwicklung der Familie und eine Entfaltung des Familienlebens gewährleistet. Dazu gehört unverändert - wie bereits vom Wohnungswirtschaftlichen Beirat beim damals zuständigen Bundesbauminister 1952 gefordert-, ,,dass die Belastung für die Familie tragbar ist oder tragbar gemacht wird und tragbar bleibt".

5. Gemeinschaft/Nachbarschaft

Die Geschichte und die Erfahrungen des Deutschen Siedlerbundes e.V. zeigen, dass in Wohngebieten mit Familienheimen und gleichartigen Interessen sich ein funktionierendes Gemeinschaftsleben mit starkem Gemeinschaftssinn entwickelt. Dies gilt ganz besonders, wenn diese Wohngebiete in gemeinsamer Selbsthilfe entstanden sind. Nachbarschaftshilfe ist dort meist eine Selbstverständlichkeit und wird nicht nur bei gemeinsamer Gartenarbeit, sondern vielfach in Krankheitsfüllen und anderen Notlagen geübt. Dieses Gemeinschaftsbewusstsein fördert die Generationen überschreitende Wirkung im Zusammenleben. In vielen Gemeinschaftshäusern werden auch Aufgaben der Jugendarbeit erfüllt. Soziale Verantwortung und bürgerschaftliche Zusammenarbeit bilden die Grundlage für eine ,,soziale Stadt". Die Einbindung junger Familien und der Mitbürger mit geringem Einkommen in eine soziale Gemeinschaft wird erleichtert.

6. Umwelt

Der Deutsche Siedlerbund e.V. setzt sich dafür ein, bei allen Maßnahmen das vorhandene Bewusstsein zur Schonung und Pflege der Ressourcen durch geeignete Wohn- und Siedlungsformen zu unterstützen. Ökologisch orientiertes Planen und Bauen muss in Zukunft nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein. Dabei stehen aus der Sicht des Deutschen Siedlerbundes e.V. kostensparende Bauweisen und ökologische Anforderungen keinesfalls im Widerspruch - im Gegenteil, sie ergänzen sich sogar. Ökonomisch und ökologisch orientierte Bauleitplanung zeichnet sich aus seiner Sicht aus durch

  • sparsam bemessene Erschließungsflächen

  • natürliche Entwässerung und Versickerung anstelle teurer technischer Maßnahmen

  • optimale Parzellierung

  • niedriggeschossige, verdichtete und ressourcenschonende Bauweisen

  • hohen wohnungsbezogenen Gartenanteil sowie natürlich belassene vernetzte Freiflächen.

Bei der Umsetzung ökologisch orientierter Hauleitplanung liegt das Interesse des Deutschen Siedlerbundes e.V. besonders darin, die langfristigen Auswirkungen ökologischer Maßnahmen deutlich zu machen. Fr setzt sich dabei für die Anwendung ökologischer Gesichtspunkte und die Verwendung umweltfreundlicher bzw. umweltverträglicher Stoffe und Produkte im Bau, der Instandhaltung und der Gartennutzung ein.

7. Fazit

Der Deutsche Siedlerbund e. V. wird seine Bemühungen, Wohneigentum für Familien zu bilden und dessen Erhaltung zu sichern, auch nach Änderung der bisherigen rechtlichen Voraussetzungen unverändert fortführen. Er venritt die vorstehend wiedergegebenen Positionen mit Nachdruck gegenüber der Bundesregierung, den Landesregierungen und den kommunalen Gebietskörperschaften. Er wird den Katalog der Leistungen für seine Mitglieder weiter ausbauen und intensivieren.

Katalog der Leistungen des Deutschen Siedlerbundes e.V. für seine Mitglieder

I.
Der Deutsche Siedlerbund e.V. ,Gesmtverband für Haus- und Wohneigentum, als Dachverband seiner 16 Landesverbände kommt diesen Aufgaben nach durch:

Interessenvertretung
- parlamentarisches Lobbying
- Vertretung bei Ministerien, Behörden und Organisationen
- Zusammenarbeit mit anderen wohnungswirtschaftlichen und wohnungspolitischen Verbänden
- Öffentlichkeitsarbeit

Information
- Bereitstellung von wichtigen Informationen aus der Verbandstätigkeit
- Berichterstattung über verbandsrelevante Gesetzgebungs- und Verordnungsvorhaben
- Publikation von Broshüren
- Herausgabe einer monatlich erscheinenden Verbandszeitschrift
- Internet-Auftritt

Beratung
- Unterstützung der ehrenamtlichen Vorstände und hauptamtlichen Geschäftsführer der Untergliederungen in der Wahrnehmung der Verbandsaufgaben
- Hilfe bei Rechtsfragen durch zugelassene Anwälte

Koordination
- regelmäßig stattfindene Sitzungen der Verbandsgremien
- Geschäftsführertagungen
- Gartenfachberatertagungen
- Arbeitskreistreffen bzw. Expertenkommissionen
- Erfahrungsaustausch
- Kooperation mit Verbänden ähnlicher Zielsetzung

Kosteneinsparung
- Abschluss von Rahmenverträgen für Versicherungen und andere Dienstleistungen


II.
Die Leistungen der Landesverbände und deren Untergliederungen in unterschiedlichem Umfang umfassen:
- Interessenvertretung auf der Ebene der Länder und Kommunen
- Grundstücks- und Gebäudehaftpflichtversicherung sowie Rechtsschutzversicherung für Haus- und Grundbesitz Basis- Versicherungsschutz für Heim und Garten)
- Prämienvergünstigungen bei Versicherungen für Gebäude-, Hausrat-, Lebens-, Unfall-, Sterbegeld-, Pflege- und Haftlichtversicherungen
- Hilfe in Rechtsfragen rund um Hausund Garten durch zugelassene Rechtsanwälte
- Informationen in Steuerfragen rund um Haus undn Garten
- Fachberatung bei Gartengestaltung und Gartenbewirtschaftung
- Initiierung und gegebenenfalls Betreuung des Baus von Familienheimen auch in Form der organisierten baulichen Gruppenselbsthilfe
- Informationsveranstaltungen zu wichtigen Problemen und neuen Regelungen rund um Haus und Grundstück
- Förderung von Gemeinschaftssinn und Nachbarschafshilfe
- Vereinbarungen zum kostengünstigen Bezug von Waren und Leistungen rund um Haus und Garten
- Organisation nachbarschaftlicher Hilfe bei der Betreuung kranker, älterer und behinderter Mitbürger sowie in Form von Urlaubsvertretung in Haus und Garten
- Gemeinsame Veranstaltungen
- Organisation von Frauen-, Jugend-, und Hobbygruppen sowie von Ausflügen, Wanderungen, Fahrradtouren und Reisen
- Gemeinschaftliche Anschaffungen, umfangreiche Angebote von Gemeinschaftsgeräten für Haus und Garten

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