Gründung Entwicklung der Siedlergemeinschaft Helmbrechts e. V.

Die rasante Entwicklung der Siedlergemeinschaft nach dem 2. Weltkrieg

Der Aufschwung der heimischen Siedlergemeinschaft nach dem zweiten
Weltkrieg geht einher mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland allgemein und in
Helmbrechts im Besonderen. Allerdings konnten die Verantwortlichen auf einer gewissen
Basis aufbauen, denn zur ersten Jahreshauptversammlung nach Kriegsende am 11 .
Januar 1947 in der Gaststätte Dippold zählte die Gemeinschaft immerhin schon 67
Mitglieder. Und weil die Schaffung von Wohneigentum das Ziel vieler Bürger war, stieg
naturgemäß auch die Zahl der Mitglieder, nahmen die Aufgaben zu, wurde aber auch
gesellschaftlich immer mehr geboten .
Nachdem Hans Köhler 1949 den seit 1947 amtierenden Vorsitzenden Hans Wunner
abgelöst hatte, übernahm 1951 Alfred Brendel die Leitung der Siedlergemeinschaft, die er
nicht weniger als 34 Jahre innehaben sollte. Mit ihm begann eine kontinuierliche
Aufwärtsentwicklung, die überwiegend auf zwei festen Säulen fußte: Arbeit und
Vergnügen. Arbeit, das war alles, was die Siedler zur Pflege und Erhaltung ihres
Eigentums zu tun hatten und wo der Verein Unterstützung anbot,
Vergnügen stellte sich in Form von gesellschaftlichen Veranstaltungen und Reisen ein.
Und das beiderseitige Angebot erwies sich als so umfangreich und informativ auf der
einen und erlebnisreich auf der anderen Seite, dass sich die Mitglieder bei der
Siedlergemeinschaft jederzeit wohlfühlten. Es steigerte vor allem auch das
Gemeinschaftsgefühl.

Konstante Monatsversammlungen

Eine Konstante bildeten dabei die Monatsversammlungen, die nicht nur der Unterhaltung
dienten , sondern vielfach der Information durch die unterschiedlichsten Referate. Vor
allem als Manfred Brendel 1985 die Nachfolge seines Vaters antrat, erarbeitete er selbst
Vorträge. Im Laufe der Zeit wurde es jedoch immer schwieriger, entsprechende Themen
zu finden und auch der Besuch ließ allmählich merklich nach. Trotzdem wurden die
Versammlungen, wenn auch nicht mehr regelmäßig , so lang es ging beibehalten, war es
doch für die älteren und treuen Mitglieder ein wichtiger Treff.
Beginnend 1986 mit einem '"Tag des Gartens" in der Kantstraße beim Kassier Anton "Toni"
Bötsch mit Infostand und Erzeugnissen aus dem eigenen Garten, zählten zu den Themen
der Monatsversammlungen zum Beispiel Sinnvolle Müllentsorgung , Umweltfreundliches
Putzen, Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, Heilpflanzen und Küchenkräuter aus dem
eigenen Garten oder auch Rosenschnitt. Der damalige 2. Vorsitzende Klaus Wolfrum
sprach über den Vogelschutz im Hausgarten und zu einem Vortrag mit Martin Gareis,
Gartenfachwirt im Bezirksverband, über Kübelpflanzen kamen siebzig Teilnehmer ins
Textilmuseum - zu einem Vortrag von Klaus Wolfrum in der Ökostation über das Thema
,,Wasser" dagegen nur vier.

Schuppen als Provisorium

Regelmäßig wurden bei den verschiedensten Mitgliedern Baumschnittkurse, teilweise
sogar über zwei Tage, abgehalten. Referenten sorgten für die entsprechenden
Informationen. Auch Bodenuntersuchungen ließ die Vorstandschaft des Öfteren
durchführen. Das Ergebnis aus dem Jahr 1996 zeigt weitere Aktivitäten der Siedler auf:
Meist überdüngt, allgemein hohe Phosphatwerte. In diesem Zusammenhang ist
erwähnenswert, dass Mitglieder zur Pflege ihrer Anwesen verschiedene Gerätschaften
ausleihen konnten. Diese fanden Anfang der Fünfziger Jahre in einem Schuppen am
Kopfende der Lessingstraße ihren Platz - als Provisorium gedacht, von der Stadt
Helmbrechts geduldet. Trotzdem sollte es rund vierzig Jahre dauern, ehe der Abriss
erfolgen konnte: An dem Fußweg vom Lehstener Weg zur Frankenwald-Sportstätte des
VfB konnte 1992 das neue Gerätehaus eingeweiht werden . Zur Wegbeleuchtung wurde
noch eine Lampe installiert, um den Besuchern des VfB-Heims den Heimweg zu sichern.
Da die Mitglieder des Vorstands für die Siedler keine fremden Personen sein wollten und
auch um neu hin zugekommene Eigenheimbesitzer zu begrüßen , führten sie ab 2009
erstmals Rundgänge durch, zuerst durch das gesamte Siedlungsgebiet am Weinberg. Sie
hörten sich die Sorgen und Nöte der Hausbesitzer an, konnten vielfach auch einige Tipps
und Anregungen geben und nicht selten wurde auch ein Mitgliedsantrag unterschrieben,
denn die Vorteile der Siedlergemeinschaft sprachen immer noch für sich. Es folgten
Rundgänge 2011 im Bäumeviertel, 2012 am Flechtnersberg , 2013 am Neubühl, 2015 im
Mühlenviertel und von 2015 bis 2017 standen die Siedlungsgebiete am Kirchberg an.

Attraktion Blumenschau

Und Jahr für Jahr machten die Siedler mit einer ihrer ältesten Aktionen Schlagzeilen. So
wird bereits 1952 von einer Blumenschau berichtet. Blumen hatten für die Mitglieder einen
ganz besonderen Stellenwert, denn Blumen im Garten sorgten immer für eine besondere
Anziehungskraft für Spaziergänger. Deshalb war es selbstverständlich, den
Gartenschmuck bei einer Versammlung aufzubauen und zu bewerten. Und
selbstverständlich waren dazu auch Besucher herzlich willkommen. Die Aktion war
allerdings auch einer Wandlung unterworfen. Waren es in den früheren Jahren einfach nur
Sträuße, die direkt vom Garten schön geordnet in einer Vase dem Besucher vorgestellt
wurden , so änderte es sich im laufe der Jahre.
Als Manfred Brendel 1985 die Führung der Gemeinschaft übernahm, standen allerdings
keine Blumenschauen mehr auf den Jahresplänen der Gemeinschaft. Was lag da näher
als eine Wiederbelebung , als den Blumen einen besonderen Tag zu widmen, der
Öffentlichkeit vorzustellen und die Besucher gleichzeitig bewerten zu lassen. Ein Aufruf an
alle Gartenfreunde im Jahr 1986 brachte eine überraschende Einlieferung mit sich. Mit
über 50 Blumensträußen, in verschiedenster Art und Form dargestellt, wurden nicht nur
die Organisatoren, sondern auch die Besucher überrascht. Im Nebenzimmer des VfB-Heims
herrschte eine bunte Fülle. Und die Enge hatte auch ihre Nachteile: Manches
Kunstwerk wurde durch ein anderes überdeckt und so bei der Bewertung benachteiligt.
15 Jahre Bürgersaal
Nachdem im Vereinsheim die Enge trotz der Einbeziehung des Foyers immer drückender
wurde, traten die Siedler dem Vorschlag von Bürgermeister Manfred Mutterer näher, die
Blumenschau in den Bürgersaal zu verlegen. Die Siedler sahen darin die Möglichkeit, nicht
nur ihre Mitglieder zur Teilnahme aufzurufen , sondern alle Blumenfreunde und
Hobbygärtner im gesamten Stadtgebiet, denn Platz war ja nun genug vorhanden. Waren
die Blumenkünstlerinnen bei der ersten Schau noch etwas zögerlich mit der Teilnahme -
nur 42 Stücke wurden vorgestellt - änderte sich dies in den Folgejahren. Mit über siebzig
Einlieferungen hatten die Organisatoren tüchtig zu tun , was aber immer reibungslos
erledigt wurde, Bis zu 75 Ausstellungsstücke konnten oft bewundert werden,
Von 1989 bis 2015 fand nun die Blumenschau im Zentrum der Stadt ihre Durchführung.
Nur 2003 musste sie kurzfristig abgesagt werden. Aufgrund langanhaltender Trockenheit
war es nahezu unmöglich, ausstellungsreife Blumenarrangements zu gestalten. Und wie
es bei vielen regelmäßigen Veranstaltungen ist - das Interesse lässt nach. Zum Schluss
lieferten nur die Siedlergemeinschaft und der Gartenbauverein Kleinschwarzenbach
Exponate ein. Insgesamt wurden zu den Schauen von 1989 bis 2014
eintausendsechsundachtzig kunstvoll aufgebaute Blumenarrangements eingeliefert von
insgesamt 102 namentlich aufgeführten Teilnehmern. Sie teilen sich auf in die beiden
Gruppen Groß mit 626 und klein mit 460 Positionen.

Über weitere der vielfältigen Aktionen der Siedlergemeinschaft und vor allem über das
gesellschaftliche Leben einschließlich der Reisetätigkeit ist in der nächsten Ausgabe zu
lesen.

Ein Festkonzert als Auftakt zum "Neunzigjährigen" der Siedlergemeinschaft

Vor hundert Jahren begann im Hinblick auf die Beseitigung der
Wohnungsnot nach dem ersten Weltkrieg die Besiedlung des Kirchbergs in der
Damaschke- und Goethestraße sowie der Beethoven- und der Pfarrer-Pflaum-Straße,
dann folgten ab 1932 die ersten Häuser zwischen der jetzigen Lessing- und der
Grenzstraße und später in der Blücherstraße, vor allem in Selbst- und Nachbarschaftshilfe
die erste "Arbeitslosensiedlung". Ein schönes Werk war entstanden aus
Zusammenarbeit in der Gemeinschaft. Und aus dieser Gemeinschaft entwickelte sich
dann 1936 die Gründung der Siedlergemeinschaft. 2026 soll dieses Jubiläum zwar nicht
mit großem Pomp gefeiert werden, aber der derzeitige Vorstand mit Gerhard Humm an der
Spitze hat doch so einiges geplant, vor allem am 22. März um 17.00 Uhr in der
Johanniskirche ein großartiges Konzert für Orgel und Saxophon (siehe gesonderten
Hinweis).
In vielen Vereinen sind die Protokollbücher gleichermaßen Auskunftei und beredtes
Zeugnis für vielfältige Aktivitäten. Bei der Siedlergemeinschaft sind noch alle
Niederschriften vorhanden und diejenige der Gründungsversammlung der Ortsgruppe
Helmbrechts des Deutschen Siedlerbundes hat folgenden Wortlaut: ,,Zwecks Gründung
trafen sich heute, den 7. Oktober 1936 in der Kirchberggaststätte die Siedler Georg Pistel,
Alfred Wolfrum, Karl Goller, Arno Jahn, Alfred Brendel, Christian Burkel, Karl Friedrich,
Max Herdegen, Martin Schubert und Hans Wunner. Gleichzeitig meldeten sich Wilhelm
Hohenberger, Johann N. Friedrich und Karl Schmidt an. Alle 3 Kameraden wurden
einstimmig aufgenommen.
Georg Pistel erläuterte den Erschienenen die Gründe, die zur Gründung der Ortsgruppe
führten . Er betonte, dass die Mitarbeit dem Gesamtwohl aller dienen sollte. Der Deutsche
Siedlerbund verlangt von jedem Mitglied vollsten Einsatz auf seiner Siedlerstelle. Die
anwesenden Kameraden versicherten ihm, treu und kameradschaftlich mitzuarbeiten". Der
Gründungsvorstandschaft gehörten an: 1. Vorsitzender Georg Pistel, 2. Vorsitzender und
Schriftführer Alfred Wolfrum sowie als Kassierer Hans Schübel.

Sehr aktive Frauen

Die schweren Jahre des zweiten Weltkrieges gingen auch an der Siedlergemeinschaft
nicht spurlos vorüber. In erster Linie waren es die Frauen , die das Leben der
Gemeinschaft aufrechterhielten. Vor allem wurde Wert gelegt auf Information und
Fortbildung . Es gab unter anderem Siedlerfrauenberatungen, praktischen Unterricht über
Süßmostherstellung , Schuh- und Backkurse und Tappennähabende. Diese
Veranstaltungen fanden abwechselnd in den Wohnungen der Siedler statt; trotz der
schlechten Zeit gab es dazu immer Kaffee und Kuchen. Das letzte Kriegsprotokoll wurde
am 8.Juli 1944 geschrieben.
Der Siedlergemeinschaft hatten sich bis zum 17. März 1942 fünfzig Siedlerfreunde
angeschlossen, wobei heute von Siedlerfamilien gesprochen wird. In den Kriegsjahren
hatte die Mitgliederentwicklung trotz zahlreicher Aktivitäten der Siedlerfrauen stagniert.
Nachdem sich viele Eigenheimler auch aus der Siedlung um die Beethovenstraße der
Gemeinschaft angeschlossen hatten , konnte der Vorsitzende Hans Wunner bei der ersten
Jahreshauptversammlung nach dem Krieg am 11 . 'Januar 1947 in der Gaststätte Dippold
bereits 67 Mitglieder melden.

Bauen nach dem Krieg

Der Wiederbeginn der Bautätigkeit nach dem Krieg erfolgte am Lehstener Weg mit einem
Neun-Häuser-Block. Mit der Schwerbeschädigtensiedlung und weiteren Doppelhäusern
wurde die Bebauung an diesem Weg und in der Westendstraße fortgesetzt. 1951
entstanden Am Spitzacker weitere Eigenheime und im Zuge der Auflösung der
Behelfsheimsiedlung wurde mit der Restbebauung der westlichen Beethovenstraße die
,,Randsiedlung" der Kirchbergsiedlung angebunden. Weitere Baugebiete um Lerchenweg ,
Pfarrteich, Stadelbergweg und Theodor-Heuss-Straße wuchsen in den nächsten Jahren
heran .
Nachdem das Bauland um den Kirchberg aufgebraucht war, sah sich die Stadt
gezwungen, weitere Baugebiete zu erschließen, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken.
Man entschloss sich, im Süden Baugebiete zu erschließen. Das Nibelungenviertel war
eines dieser Gebiete und wieder war es die Ausgabe von Grundstücken auf
Erbbaurechtsbasis, die hier in einem Teilbereich den Bauwilligen mit half, ihr eigenes Heim
zu erstellen. Beginnend im Jahr 1954 entstanden die zweigeschossigen Gebäude an der
Siegfriedstraße. Es folgten Häuser zwischen der Nibelungen- und Dietrichstraße. Die
weitere Bebauung zog sich über Jahrzehnte hin und jetzt kann man, von wenigen
Ausnahmen abgesehen, das Nibelungenviertel als abgeschlossene Wohnsiedlung
bezeichnen.

Weitere Baugebiete

Nachdem sich die Bebauung des Nibelungenviertels schleppend vollzog , kam es teilweise
zu Engpässen in der Baulandbeschaffung. So war es ein glücklicher Umstand, dass am
Neubühl Baugrundstücke ausgewiesen und bereits 1960 mit der Wohnbebauung
begonnen werden konnte. Damals gehörte dieses Baugebiet noch zur Gemeinde
Oberweißenbach. Heute stehen dort schmucke Ein- und Zweifamilienhäuser mit den
klingenden Straßennamen "Am Hang", "Sonnenleite" und "Bärenbühl".
Der Lehstener Weg war bereits von Beginn an die Verbindung zum Siedlungsgebiet am
Südwesthang des Kirchbergs, das nun nicht mehr als "Randsiedlung" bezeichnet werden
konnte. Und 2018 beschloss der Stadtrat noch die Ausweisung eines weiteren
Baugebietes im hinteren Teil der Straße. Parallel zum Neubühl entstand zwischen der
Pressecker und der Kulmbacher Straße ein neues Baugebiet, das Bäumeviertel. Teilweise
standen hier Grundstücke aus der Pfarrpfründestiftung zur Verfügung , ein Teil konnte aus
privater Hand erworben werden. Bereits 1962 entstanden die ersten Gebäude an der
Buchenstraße. Durch die Übernahme von größeren Baulandflächen durch einen Bauträger
wurden in den Folgejahren auch Reihenhäuser an der Buchenstraße sowie am Kiefern und
Tannenweg erstellt.
Mit dem Mühlenviertel entstand auf der Stadtgegenseite ab 1963 ein weiteres Baugebiet.
Teils standen Baugrundstücke aus Privatbesitz zur Verfügung, teils waren es auch hier
Grundstücke, die auf Erbpachtbasis an Bauwillige vergeben wurden . Mit der Erstellung
eines Bebauungsplanes für das gesamte Gebiet um den Flechtnersberg hoffte man,
langfristig Grundstücke für Eigenheime vorhalten zu können. Doch die Bebauung , die
1974 einsetzte, konnte nur zum Teil verwirklicht werden , weil aus Privatbesitz keine
Grundstücker abgegeben wurden . So blieb es bei der Bebauung am Rosen-, Flieder-,
Tulpen- Nelken-, Dahlien- und Asternweg.

Erschließung des Weinbergs

Nachdem in wenigen Jahren am Flechtnersberg alle Grundstücke belegt waren, war die
Stadt wieder gefordert, Bauland zu beschaffen. Fündig wurde sie dabei am Weinberg.
Doch bis es zur Bebauung kam, musste ein langer Weg zurückgelegt und viele Hürden
überwunden werden. Im Frühjahr 1990 wurde mit der Erschließung begonnen und bereits
ein Jahr später waren die ersten Häuser im Bau. In den Folgejahren entstanden weitere
Einfamilienhäuser, dazu Reihenhausanlagen und Eigentumswohnungen.
Das Baugebiet Weinberg I sollte eigentlich eine gewisse Bevorratung von Bauland
darstellen. Doch es kam anders. Für alle Beteiligten überraschend stand bereits 1994 kein
Baugrundstück für weitere Einfamilienhäuser mehr zur Verfügung. Doch die Weitsicht der
Verantwortlichen hatte bereits weitere Bauabschnitte geplant und so konnte im Weinberg 11
noch in diesem Jahr die Bautätigkeit beginnen. Und um weitere Möglichkeiten zu schaffen,
ist gegenwärtig Weinberg III aktuell. Die Einweihung erfolgte im Jahr 2024. Vorher wurde
das Baugebiet auf dem früheren Witt-Gelände erschlossen. Hier stehen noch einige
stadtnahe Bauplätze in unterschiedlicher Größe zur Verfügung.
Mit dem Weinberg hat sich ein Ring von Siedlungen um Helmbrechts gebildet. Auch an
der Siedlergemeinschaft ist diese Entwicklung erkennbar. 1936 waren es 13
Siedlerfreunde, die den Verein aus der Taufe hoben. 1996 hatten sich fast 670 Mitglieder
der Gemeinschaft angeschlossen - gegenwärtig sind es 550. Sie sind jedoch nicht nur in
den beschriebenen Wohngebieten zuhause, sondern zum Beispiel auch an der Ring- oder
der Hafer Straße sowie draußen in den einzelnen Ortsteilen.

Vorteile für Mitglieder

Die Mitgliedschaft ermöglicht es, die Leistungen des nunmehrigen Verbandes
Wohneigentum in Anspruch zu nehmen, denn Eigentum braucht auch Schutz. Im
Mitgliedsbeitrag von derzeit 27 Euro, erläuterte Vorsitzender Gerhard Humm, sind
wesentliche Leistungen wie eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung , eine
Bauherrenhaftpflichtversicherung, eine Spezial-Rechtsschutzversicherung mit Wohnungs- und
Grundstücksrechtsschutz sowie eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung vor
allem für Heizöltanks enthalten . Außerdem erfolgt eine kostenlose mündliche
Rechtsberatung durch die juristische Abteilung des Landesverbandes. Ansprechpartner
vor Ort ist die Siedlergemeinschaft Helmbrechts e.V.

Nach dieser kleinen Helmbrechtser Siedlungsgeschichte wird es in einem weiteren Teil um
die vielfältigen Aktivitäten der heimischen Siedlergemeinschaft gehen.

Geburtstagsfeier mit Orgel und Saxophon

Die Siedlergemeinschaft feiert ihren 90. Geburtstag. Neun Jahrzehnte, in denen die
Mitglieder viel bewegt haben. Der Verein steht mitten in der bürgerlichen
Gemeinschaft und so gibt es auch am Sonntag , 22. März, um 17 Uhr in der
Johanniskirche ein Angebot für alle Bürger und weitere Interessenten: Ein Konzert für
Orgel und Saxophon, dargeboten von zwei großartigen Künstlern, die nach knapp
zehn Jahren erneut in der Johanniskirche zu Gast sind: Jens Goldhardt (Orgel) und
Ralf Benschu (Saxophon, Klarinette) .
Die beiden Künstler sind auch unter der Bezeichnung '"Orgelsax" bekannt. 1996
trafen sie sich zum ersten Mal. Damals wurde der in Potsdam geborene Ralf
Benschu, bekannt als Mitglied der Band "Keimzeit", eingeladen, die Einweihung der
neuen Orgel der Trinitatiskirche in Sonderhausen mitzugestalten. Dabei traf er
erstmals auf den dortigen Organisten Jens Goldhardt, seit 2006 Kirchenmusikdirektor
und seit 2007 Kantor der Margarethenkirche in Gotha.
Nach der erfolgreichen Premiere bei der Einweihung der Orgel im Jahr 1997
entschlossen sich die beiden Musiker, ihre Zusammenarbeit weiterzuführen . Seitdem
veröffentlichten sie sechs gemeinsame Alben. Bemerkenswert ist dabei die
Bandbreite des Duos: Neben Bach , Vivaldi oder Mozart finden sich auch Stücke von
Astor Piazolla und Goran Bregovic. Dazu kommen einige Eigenkompositionen.
Da Gotteshäuser die Heimat der Orgeln sind . ist es zum einen natürlich, dass dieses
großartige Konzert in der Johanniskirche stattfindet. Zum anderen gibt es wohl
keinen weiteren Ort, der diese Atmosphäre und Akustik bieten könnte. Und so wollen
es die Mitglieder der Siedlergemeinschaft zusammen mit hoffentlich vielen Gästen
genießen. Der Eintritt von 15 Euro (zehn Euro für Mitglieder) ist an der Abendkasse
zu entrichten. Das Geld kommt sowohl dem Musikverein Helmbrechts als auch der
Ökostation des Landesbundes für Vogelschutz zugute.

Dieter Ziegelmüller

Randsiedlung
© Zeitler LA 2002



Die Besiedlung des Süd-West-Hanges des Kirchberges nach 70 Jahren zeigt diese Luftaufnahme aus dem Jahre 2002. Fünf Doppelhäuser wurden 1932 errichtet und waren 1933 bezugsfertig. Bis 1944 entstand die sogenannte Randsiedlung um die Blücher- und Kantstrasse (damals noch Gneisenaustraße). Ab 1949 wurde am Lehstener Weg und Spitzacker weitergebaut. In der Folge entstanden weitere Siedlungshäuser am Lerchenweg und an der Th.-Heuß- Strasse. Es folgten die Wohngebiete Neubühl, das Bäumeviertel. Die weiter Entwicklung der Siedlungen um Helmbrechts ist nachzulesen in
60 Jahre Siedlergemeinschaft Helmbrechts e. V. - Verf.: Manfred Brendel.

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