Presse Oktoberfest 2006

Wie dereinst in besten Siedlerfest-Zeiten
RHEINAU: Beim Oktoberfest zeigte die neue Mannschaft der Gemeinschaft Casterfeld, was sie kann
Sie hörte sich nicht besonders spektakulär an, die Einladung zu der Veranstaltung, zu der mit bescheidenen Worten gebeten wurden. "Zu unserem traditionellen Weißwurstfrühstück im Rahmen unseres diesjährigen Oktoberfestes laden wir Sie hiermit ganz herzlich ein". Doch diejenigen, die diese Einladung annahmen, erst recht, wenn sie von außerhalb des Vereins stammten, staunten nicht schlecht: Die Siedler- und Eigenheimer-Gemeinschaft Casterfeld stampfte eine Großveranstaltung aus dem Boden, die an beste Siedlerfestzeiten erinnerte. Es gibt nicht viele Vereinsfeste auf der Rheinau, die einen derartigen Zulauf für sich verbuchen können.
Doch dieser große Erfolg war nur Lohn für die viele Mühe, die sich die Aktiven bei Vorbereitung und Durchführung gemacht hatten. Vorsitzender Thomas Steinbrenner selbst hatte in den Wochen zuvor Einladungen an Ehrengäste verteilt, die zahlreichen Helfer am Vorabend und am Morgen des Festtages mächtig geschafft. Unter anderem wurde das große Festzelt aufgebaut, das sie, clever wie die Siedler sind, kostengünstig über ebay ersteigert hatten.
Das zeigte: Der vor zwei Jahren unter Steinbrenner ins Amt gekommene neue Vorstand ist eine harmonische Truppe, eine gelungene Mischung aus neuen Leuten und erfahrenen Vereinsmeiern im besten Sinne des Wortes, für die hier stellvertretend Helmut Engel genannt sei. Dass sie gemeinsam an einem Strang ziehen, zeigen schon ihre einheitlichen schwarzen T-Shirts, die nicht nur sehr schick sind, "sondern auch den Bauch strecken", wie Steinbrenner scherzt.
Als das Fest dann los ging, wurden die Helfer vom Ansturm der Besucher geradezu überrannt. Beim Bier bildete sich eine ellenlange Warteschlange, sodass die offenbar verdursteten Casterfelder zur Überbrückung auf die Weinschorle umstiegen. Die Weißwurst mit den Brezeln schmeckte aber auch zu diesem Getränk bestens.
Die Sonne war den Siedlern bestens gewogen, sandte sie doch ihre Strahlen am Ende einer eher von schlechtem Wetter geprägten Woche massiv ins Casterfeld. So waren die Sitzgarnituren im Freien ebenso stark besetzt wie das Innere des Festzeltes, dessen Wände denn auch bald hochgeklappt werden mussten, um die sich darin stauende Wärme entweichen zu lassen.
Wenn in diesem Bericht weder eine Band noch anderer Programmpunkt erwähnt wird, dann nicht, weil dies vergessen worden wäre, sondern weil ein aufwendiges Programm gar nicht notwendig war. Für die Mitglieder des veranstaltenden Vereins und die Bewohner des Casterfelds war das Gespräch miteinander, das gesellige Zusammensein, schon attraktives Programm genug. So wurde das Oktoberfest der Siedler ein großes Familienfest.
Übrigens kamen auch erfreulich viele junge "Familienmitglieder", die gerne vorbei schauten, aber natürlich gute Freunde, die man ja auch bei jedem normalen Familienfest einlädt. Ob Stadtrat Paul Buchert, Bezirksbeiratssprecher Kurt Kubinski und mehrere seiner Kollegen, Bürgerdienstleiter Peter Rosenberger und Vereinsvorsitzende wie Rolf Blum vom benachbarten SC Pfingstberg - sie alle kamen vorbei und erlebten einen agilen Verein, auf dessen künftige Veranstaltungen man sich in Rheinau freuen darf. -tin
Mannheimer Morgen
18. Oktober 2006