Die Siedlung 1974 - 1994
Die Siedlung aus meiner Sicht 1974 - 1994
In die Siedlung kam ich rein zufällig 1974, als ich meine Frau kennenlernte. Ihre Großeltern hatten hier 1938 ein Siedlungshaus gebaut. Die Siedlergemeinschaft feierte in diesem Jahr ihre Vierzigjahr-Feier mit einer Veranstaltung im Jägerhof. Durch diese Veranstaltung führte der unvergessene Günther Siegmund. Aus seiner Begrüßungsrede ist mir bis heute noch ein Satz in Erinnerung: Die Petersstraße ist ein "Stoppelacker". Diese Straße war durch Verlegungen von Leitungen so oft aufgerissen worden, dass der Begriff "Stoppelacker" zutraf.
Auch existierte 1974 schon das Wort "Zwischenbebauung". Die Stadt Düsseldorf war der Meinung, dass die Grundstücke von ca. 1000 gm und mehr je Siedlungshaus zu groß seien, vor allem aber deshalb, weil die Gärten nicht mehr siedlergemäß genutzt wurden.
Es war aber nicht die erste Zwischenbebauung. Bereits 1959/1960 gab es die ersten Neubauten, u.a. auf dem "Acker" und der Sodenstraße. Dort waren die Grundstücke 2500 qm groß, so dass hier bereits für die ersten Neubauten Platz vorhanden war. Der "Stoppelacker Petersstraße" wurde bereits 1975/1976 beseitigt. Vorher war aber die Siedlung eine Großbaustelle - Gasleitungen wurden verlegt. Die Straßen erhielten einen neuen Belag, so dass von nun an auch die Petersstraße stoßdämpferschonend befahren werden konnte.
Die in den letzten Jahren durchgeführte Zwischenbebauung ist nun beendet. Vergessen ist aber nicht, daß es so manchem Altsiedler wehtat und ihm die Tränen in die Augen schossen, als die Baufahrzeuge die jahrelang gepflegten Gärten in eine Baustelle verwandelten. Heute hört man jedoch auch schon Sätze wie "Wir sind jetzt älter, der verbleibende Garten ist noch groß genug". Das Gesicht der Siedlung hat sich in den Jahren des Bestehens, vor allen aber in den 20 Jahren, in denen ich sie kennengelernt habe, stark verändert. So sind auch die alten Siedlungshäuser individuell verändert worden.
Die Siedler bzw. deren Kinder und Kindeskinder, aber auch neue Eigentümer veränderten ihre Häuser durch Um- bzw. Anbauten, so dass die Häuser, die am Anfang fast alle gleich aussahen, nunmehr ein individuelles Aussehen erhielten.
Auch wir gehörten zu den Kindeskindern, die durch Um- und Anbauten 1988 das alte Siedlungshaus, das bis dahin auch schon kleinere Anbauten erhalten hatte, so vergrößerten, dass dort zwei Familien in Wohnungen leben können, die von der Größe dem Wohnraum der heutigen Zeit entsprechen.

Es wird jedoch auch wohl künftig weitere Um- und Anbauten geben, so dass die Ansicht der Siedlung sich künftig immer wieder verändern wird.
Nicht zu vergessen ist, daß wir in den Jahren, in denen ich die Siedlung kenne, von einigen Nachbarn für immer Abschied nehmen mussten. Hierzu zählten aber nicht nur viele Altsiedler, sondern leider auch Nachbarinnen und Nachbarn der jüngeren Generation.
Reinhold Welticke