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Tipp vom Gartenfachberater im Monat Juli

Unser Landesgartenfachberater Siegfried Neumann gibt Tipps für Siedlerfreunde im Monat Juli:

Obstgarten:

In unseren Gärten begann bereits in den letzten Junitagen an einigen sehr frühen Johannis- und Stachelbeersorten die Pflückreife des Strauchbeerenobstes. Jetzt können wir je nach Region, Lage und Sorte, deren Früchte bis ca. Ende dieses Monats pflücken. Nur die Sorte ´Heinemanns Rote Spätlese´

´Heinemanns Rote Spätlese´

´Heinemanns Rote Spätlese´ © SN

wir erst bis Mitte August pflückreif. In einigen Siedlergärten stehen mitunter auch Sorten von Josta- und Jochelbeeren (Kreuzungen Schwarzer Johannisbeere, Stachelbeere und einer Wildart von Ribes). Deren Büsche werden etwas größer als die der Johannisbeeren. Die Früchte sind etwas größer wie Schwarzen Johannisbeeren, doch kleiner als die meisten Stachelbeersorten. Josta- und Jochelbeeren reifen einzeln und nicht gleichzeitig, innerhalb von zwei bis drei Wochen. Nach Monatsmitte können wir auch erste Früchte früher Apfel-, Birnen-, Pfirsich

Pfirsich

Pfirsich © SN

oder Pflaumensorten pflücken. Sind deren Früchte alle von den Zweigen gepflückt oder heruntergeschüttelt, empfiehlt sich diese Obstgehölze auszulichten. Erfahrene Gartenfreude nutzen die zweite Monatshälfte dazu, die Erdbeerjungpflanzen auf den vorbereiteten Beeten zu pflanzen. Bei der weiteren pflege der Erdbeerbeete sollte man beachten, dass sich die Wurzeln von Erdbeeren direkt unter der Bodenoberfläche befinden. Außerdem stellen die Erdbeerpflanzen auch hohe Ansprüche am Wasserhaushalt des Bodens. Deshalb bringt man auf den frisch bepflanzten Beeten bald eine Schicht Mulch (Strohhäcksel, Rindenhumus o.ä.) auf, damit die Bodenfeuchte zurückgehalten wird. Kulturheidelbeeren sind bei anhaltender Trockenheit kontinuierlich mit reichlich Wasser zu versorgen. Doch "Achtung"! hierzu sollten wir nur aufgefangenes Regenwasser verwenden. Kalkhaltiges Leitungswasser würde unsere Heidelbeeren schädigen, da sie sich nur auf stark sauren Böden wohlfühlen und sich nur bei pH-Wert um 4,5 gut entwickeln.

Gemüse:

Für Grün- und Rosenkohl beginnt jetzt die optimale Pflanzzeit. Bei der Vorbereitung der Beete sollten wir darauf achten, dass Kohlgemüsearten für Befall durch Kohlhernie empfindlich sind. Neben einer guten Kalkversorgung des Bodens (pH-Wert mindestens über 6,0) sollte auf Anbauunterbrechung bei Kohl von mindesten drei bis vier Jahren am gleichen Ort geachtet werden. Die obligatorische organische Grunddüngung (z.B. verrotteter Kompost oder strohiger Stalldung) bringen wir vor dem Pflanzen gleich ein. Pflanzabstände für Grün- oder Rosenkohl von 40x50 bzw. 50x60 cm gelten als optimal. Eine letzte Aussaat von Buschbohnen zur Ernte im Spätsommer bzw. Frühherbst, erfolgt bis spätestens Mitte des Monats. Deren Reihenabstand sollte bei mindestens 40 cm liegen, zur leichteren Pflege der Beete jedoch besser 50 cm betragen. Zum gleichen Termin stehen auch die Aussaaten von Chinakohl, Radicchio

Radicchio

Radicchio © SN

und Winterrettich an. Nach dem Auflaufenden der Sämlinge werden sie rechtzeitig auf etwa 30 bis 35 cm verzogen. Sommersorten von Kohlrabi neigen, wenn nach anhaltender Trockenheit starker Regen fällt, oft zum Platzen ihrer Knollen. Diese sind zügig zu ernten. Die Aussaatzeit für Kohlrabi zur Ernte im Spätherbst (z.B. ´Blauer Speck´

Kohlrabi zur Ernte im Spätherbst (z.B. ´Blauer Speck´

Kohlrabi zur Ernte im Spätherbst (z.B. ´Blauer Speck´ © SN

) und für die Wintereinlagerung endet in der dritten Julidekade. Porree möchte in diesem Monat auch aufs Beet. Damit deren Pflanzen lange Schäfte bildet, werden die Jungpflanzen so tief wie möglich eingepflanzt. Unsere Freilandgurken sind wöchentlich zweimal zu pflücken. Stabtomaten werden noch vor Monatsende ein Blatt über dem letzten Blütenstand gestutzt, da die sonst noch wachsenden Früchte im Herbst nicht mehr ausreifen können. Rote Rüben der Sorte ´Rote Kugeln´ können bis Ende dieses Monats ausgesät werden. Sie entwickeln sich bis Ende Oktober gut und bilden nicht zu große feste Knollen. Im Keller halten sich die ´Roten Kugeln´ unter feuchte Sand bis zu drei Monate frisch. Wer im Sommer kontinuierlich zarte Radieschen ernten möchte, greift aller 10 bis 14 Tage zur Samentüte (z.B. zur besonders schossfesten Sorte ´Ilka´).

Radieschen

Radieschen © SN

Bei andauernder Trockenheit müssen die heranwachsenden Radieschen rechtzeitig gegossen werden. Außerdem sind bis Mitte des Monats die Winterrettiche wie beispielsweise die Sorte ´Münchner Bier´ auszusäen.

Ziergarten:

Die Knollen, bzw. Zwiebeln, von Kaiserkronen, Krokussen, Narzissen, Tulpen, Schneeglöckchen und anderen Frühjahrsblühern können wir jetzt aufnehmen. Nach dem üblichen Putzen und Sortieren erhalten die besten Exemplare ihren neuen Platz im Vorgarten, auf Grünflächen oder Rabatten. Noch nicht blühfähigen Knollen oder Zwiebeln erhalten ein Zwischenquartier im Anzuchtbeet. Vorgesehene Neupflanzungen von Herbstzeitlosen oder herbstblühenden Krokussen (Crocus speciosus) sollen bereits bis Monatsmitte im Boden sein, denn deren ersten Blüten öffnen sich oft schon Ende August. Die lägst verblühten Schwertlilien können wir nach Monatsende aus dem Boden nehmen um sie zu teilen. Hierbei sind deren im Boden verlaufenden Sprossachsen (Rhizome) wie an ihren bisherigen Standort nur leicht mit Erde zu bedecken und fest am Boden anzudrücken. Kontinuierlich gepflegte Schwertlilien

Schwertlilien

Schwertlilien © SN

blühen an ihren neuen Platz bald wieder üppig. Abgeblühte Stauden, wie z.B. Akelei

Akelei

Akelei © SN

oder Tränendes Herz können ausgegraben und zur Vermehrung geteilt werden. Vor Ende des vorigen Monats verging in den Gärten die erste Blütezeit der Garten- und Schnittrosen

Schnittrosen

Schnittrosen © SN

. Zu Beginn dieses Monats wurden als erstes die letzten verblühten Rosen von deren Büschen und Stämmchen entfernt. Beim den monatlichen pflegearbeiten Rosenbeet wird die obligatorische Volldüngergabe flach mit einer leichten Hacke in den Boden eingearbeitet, damit in der zweiten Blütezeit von August bis zum ersten Frost die Rosen uns weiter erfreuen.

Terrasse, Wintergärten, Zimmerblumen:

Die Zierpflanzen auf und um der Terrasse sind ständig gut zu versorgen. Besonders an Südlagen stehenden, Knollenbegonien,

Knollenbegonien

Knollenbegonien © SN

Pelargonien und Petunien dürfen wir beim Gießen nicht vergessen. Von den üppig blühende Kletterpflanzen, sind die ´Passionsblume´ (Passiflora caerulea) und ´Schwarzäugige Susanne´ (Thunbergia alata)

´Schwarzäugige Susanne´

´Schwarzäugige Susanne´ © SN

oft an den Terrassen zu sehen. Diese über 1,50 m kletternden Zierpflanzen bedürfen für gutes gedeihen einen vor Winden und Starkregen geschützten Platz. Nicht alle der im Wintergarten kultivierten Zierpflanzen haben die gleichen Ansprüche zum optimalen gedeihen. Einige mögen z.B. im Schatten und andere im Licht stehen. Aus den Tropen stammende Gewächse mögen warme feuchte Plätze. Günstig für deren Pflege erweist sich eine selbststeuernde Jalousie und auch einen Regler für die Temperatur. Wenn nicht, wird von Hand der nötigen Schatten und die richtige Luftfeuchte geschaffen. So werden z.B. Anthurien

Anthurien

Anthurien © SN

bei zu geringer Luftfeuchte mit einen Wasserzerstäuber übersprüht. Das gilt auch für fast alle im Zimmer kultivierten Topfpflanzen. Auch Gesneriengewächse (z.B. Drehfrucht (Streptocarpus) benötigen etwas Schatten und genügend Luftfeuchte.

Frage des Monats:

Wir haben kürzlich Gartenmarkt einige Knollen der Herbstzeitlose mit heimgebracht. Nun möchten wir gern wissen welche Ansprüche diese Pflanze an Standort und Boden stellt.
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose © SN

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose © SN

bedarf zum optimalen Gedeihen einen vollsonnigen, kräftigen, humusreichen, lehmhaltigen, doch keinen übersäuerten Boden. Beim Vorbereiten der Pflanzstelle Anfang August wird biologische Grunddüngung (verrotteter Kompost, strohiger Stalldung u.a.) in den Boden eingearbeitet. Gleich nach Monatsmitte sollen die Knollen im Boden sein. Sie werden je nach Größe zwischen 10 bis 20 cm tief und nicht zu eng gepflanzt. Die Blütezeit beginnt, je nach Sorte, Lage und Region, Ende August und währt bis Mitte Oktober. Das Laub allerdings zeigt sich erst im kommenden Frühjahr und erreicht zügig eine Höhe von etwa 40 cm und entfaltet sich zu großen glänzenden Schöpfen, in deren Mitte die zahlreiche Samenkapseln sitzen. Mit der Samenreife im Frühsommer beginnen deren Blätter abzusterben und verschwinden rasch im Boden. Nach etwa sechs Jahren empfiehlt sich die inzwischen zu dicht stehenden Knollen aus dem Beet aufzunehmen und auszudünnen bzw. an anderen Standorten wieder einzupflanzen. Beachten sollte man, dass diese Pflanze giftig ist. Dies sollten wir auch unseren Kindern rechtzeitig sagen.


Siegfried Neumann

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