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in Siebenlehn
der Stadtwerke Leipzig - NEU für unsere Siedler der KG Leipzig und Umgebung
Spendenaufruf für die kranke zweijährige Lina des Siedlerpaares aus Siebenlehn!
in der Fortuna-Siedlung Leipzig
durch den Freistaat Sachsen
Unser Siedlerfreund Gerhard Volke hat auf der Dachterrasse der Geschäftsstelle des Landesverbandes ein Schulungsobjekt der besonderen Art konzipiert. Wer Interesse hat, kann sich unser Insektenhotel in voller Aktion ansehen und auch das sehr moderne Gestaltungselement Hochbeet bestaunen.
Unser Landesgartenfachberater Siegfried Neumann
gibt Tipps für Siedlerfreunde im Februar:
Obst:
Lange Wintertage bieten Gelegenheit den Familienbedarf an Früchten eigner Ernte einzuschätzen. Dies gilt für Frischverzehr des Lagerobsts, wie naschen reifer Früchte von Zweigen, Büschen, Ruten, selbst Pflanzen, zu denen man sich bücken muss. Der Bedarf zum bereiten von Fruchtsalaten, Fruchtsäften, Kompott, Konserven, Marmelade und Wein bis zum füllen des Rumtopfes sollte man auch nicht unterschätzen. Sind bei Kernobst Bestandslücken zu füllen, empfehlen sich bewährte „Lagersorten“.

Bei Steinobst greifen wir nach Monilia resistenten Sauerkirschsorten, z.B. ´Morina´. Auch früh reifenden Pfirsich- und Pflaumensorten sind für Neupflanzungen zu empfehlen. Vom Strauchbeerenobst reicht jeweils ein Strauch Gelber, Roter und Schwarzer Johannisbeeren. Bei Stachelbeeren je ein Gelber, Grüner und Roter. Ob eine Jochelbeere (auch Jostabeere genannt) in den Obstgarten gehört, soll die Familie entscheiden. Diese erfolgreiche Kreuzung zwischen Schwarzer Johannis- und Stachelbeere kam etwa 1975 in den Handel. Zunächst stark gefragt, verschwand sie bald wieder aus zahlreichen Gärten. Für das Himbeerquartier reicht eine 4,00 bis 5,00 m lange Reihe. Im Abstand von 2,50 m von dieser empfiehlt sich eine stachellose Brombeere zu pflanzen. „Kalk fliehende“ Kulturheidelbeeren sollten am Rande des Obstgartens stehen. Sie bedürfen „sauren“ Bodens (pH-Wert 4,4-5,0) und eines vollsonnigen Standorts. Vor deren Pflanzung wird eine 1,5 m² große, 40–50 cm tiefe Grube ausgehoben. Um eindringen kalkhaltigen Wassers zu verhindern, werden die Seiten mit Plastfolie versehen. Ein Gemisch von ein drittel Komposterde und zwei drittel Torfersatzstoffen (z.B. Häckselgut, Nadelerde oder Rindenkompost), dazu etwas Sand, in die Pflanzgrube gefüllt, bietet den Kulturheidelbeeren optimale Entwicklungsbedingungen. Empfehlenswerte Sorten sind u.a.: ´Bluetta´ (sehr früh reifend), ´Bluecrop´ (mittelfrüh). ´Berkeley´ (mittelspät) und ´Herbert´ (spät).
Gemüse:
Wer sich zum Anbau im Kleingewächshaus oder Foliezelt Jungpflanzen von Paprika und Tomaten selbst heranziehen möchte, sät diese Gemüsearten in den letzten Tagen des Monats. Die Erde hierzu sollte schon einige Zeit im Haus lagern und eine Temperatur um 20 Grad C besitzen. Die Saatschalen erhalten zunächst einen Fensterplatz im gut geheizten Zimmer. Aufgelaufenen Sämlinge werden rechtzeitig pikiert, besser noch getopft. Eigene Jungpflanzenanzucht bedarf Mühe, doch im Ergebnis stehen die vorgesehenen Sorten auf den Beeten.

Oft überrascht uns der Februar mit einigen schnee- und frostfreien Tagen. Krümelt der Gartenboden beim bearbeiten mit dem Handgrubber, wird diese Gelegenheit zu ersten Aussaaten von Ackerbohne, Möhre, Pastinake, Radies, Schwarzwurzel, Spinat und Speisezwiebel genutzt. Erfahrungen lehren zeitige Aussaaten schöpfen zu ihrer Entwicklung die natürliche Bodenfeuchte des Frühjahrs voll aus. Steckzwiebeln und Knoblauch können wir, sofern möglich, in den Boden bringen. Dies jedoch ein wenig tiefer als üblich. Soll Rhabarber eine besonders frühe Ernte bringen, wird er rechtzeitig mit einem Folietunnel überbaut. Unter Folieschutz kultivierte Petersilie, Rapünzchen und Schnittlauch stehen gleichfalls früher zu Ernte an. Überraschung: Saatgut für Rote Rüben (auch als Rote Beete bekannt), wird jetzt auch als ´Bunte Mischung´ mit gelben, roten, weißen und zweifarbigen Rüben angeboten. Frühkartoffelpflanzgut wird vor Monatsende zum Vorkeimen in fachen Stiegen auf eine etwa 5 cm hohe Torfersatzschicht gelegt. Hell, doch nicht zu warm (10– 12°C) gehalten, entwickeln die Knollen bald kräftige kurze Keime.
Zierpflanzen:

Von früh blühenden Ziergehölzen wie Goldglöckchen, Korkenzieherhasel oder Zwergmandel geschnittene Zweige öffnen, im warmen Wohnzimmer in eine mit Wasser gefüllte Vase gestellt, bei guter Pflege bald ihre Blütenknospen. An schneearmen, sonnigen Tagen überraschen uns an Südlagen im Garten erste Blüten von Christrose, Krokusarten, Schneeglöckchen,

Seidelbast und Winterling mit ersten Blüten. Bei günstiger Witterung lüften wir, sofern möglich, den Lagerum unserer Canna (indisches Blumenrohr), Gladiolen- und Dahlienknollen. Sie kommen bei Temperaturen zwischen 4-8°C gut über die Winterzeit. Knollen des Indischen Blumenrohrs (Cánna) werden jedoch zu Monatsende in genügend große Kulturgefäße gepflanzt. Dann hell bei Temperaturen um 16°C gehalten, beginnen die Knollen bald zu treiben. Indisches Blumenrohr wirkt zu gegebner Zeit in kleinen Gruppen gepflanzt attraktiv. Da frostempfindlich, bedürfen die vorkultivierten Exemplare bis Mitte Mai eines Platzes im gut gelüfteten Kleingewächshaus. Mohn, Ringelblume und Wicke können wir bei günstigem Wetter schon jetzt aussäen.
Terrasse, Wintergärten und Zimmerblumen:

Im Winterquartier stehenden Pflanzkübel sind bedarfsgerecht zu gießen. D.h. mäßig, denn zu feuchten Wurzelballen können die Pflanzen schädigen. An frostfreien Tagen wird reichlich gelüftet um die Temperaturen unter 12°C zu halten. Je dunkler der Raum umso niedriger müssen die Temperaturen sein. Die Engelstrompete (Datura-Hybriden) findet als rasch wachsende, im Sommer üppig blühende Kübelpflanze, auf Terrassen und an Sitzplätzen in Gärten Beachtung. Sie lässt sich leicht vermehren. Hierzu eignen sich junge Triebe, die sich unter einem Glas oder Plastikfolie geschaffenes Mikroklima bei 20°C Bodenwärme, rasch bewurzeln. Geschieht dies ab Ende des Monats, wachsen die vegetativ vermehrten Exemplare bei guter Pflege bis Ende Mai zügig zu blühfähigen Jungpflanzen heran. Die Sonne gewinnt an „Kraft“. D.h. bei Bedarf im Wintergarten rechtzeitige für lichten Schatten sorgen. Solches betrifft u.a. die Nachtfalterorchideen (Phalaenopsis-Hybriden) die sich an einem hellen, jedoch nicht vollsonnigen Standort, wohlfühlen.

Im Kübel stehend vermag sich Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) in wenigen Jahren zu einer attraktiven, bis zu 1,50 m hohen, von März bis November blühende Zierpflanze zu entwickeln. Hell und kühl bei etwa 15°C im Wintergarten überwintert, beginnt er sich in diesen Monat auf die Blütezeit vorzubereiten. Nach Mitte Mai kann der Roseneibisch ein sonniges, vor Wind und Regen geschütztes Sommerquartier im Freien erhalten. Die bei guter Pflege von April bis September kontinuierlich blühende Gerbera hält jetzt ihre verdiente Ruhezeit (Vegetationsruhe) bei 12-15°C. Hängt jedoch diese Topfpflanze plötzlich ihr Laub, obwohl sie bei der Kontrolle einen feuchten Wurzelballen aufweist, wurde sie durch zu reichliche Gießwassergaben Tod gegossen. Soll die Zimmerazalee über viele Wochen üppig blühen, bedarf diese Topfpflanze eines hellen, doch nicht vollsonnigen Standorts bei 10-14°C. Deren Wurzelballen wird kontinuierlich feucht, doch niemals nass gehalten. Azaleen sind keine obligatorischen Wegwerfpflanzen wie so mancher Zimmergärtner glaubt. Sind sie verblüht, beziehen sie in einem nicht oder nur mäßig geheiztem Zimmer Zwischenquartier, Mitte Mai einen absonnigen, hellen Platz im Freien. Beginnen deren Sprosse zu wachsen, erhalten die Pflanzen aller zwei Wochen einen Dungguss. Außerdem empfiehlt Azaleen jedes zweite oder dritte Jahr mit Azaleenerde umzutopfen.
Frage des Monats:

Wieso öffneten in den ersten Wochen des neuen Jahres bereits die Kamellien ihre Blütenknospen früher wie üblich. Profis sehen als Ursache den sonnigwarmen Spätherbst und die milden Temperaturen der ersten Winterwochen (2011/2012). So öffneten sich z.B. die ersten Blütenknospen der über 250 Jahre alten Kamellie im Schlosspark Pillnitz noch vor dem Jahreswechsel. Kein Wunder wenn auch in unseren Zimmern diese Topfpflanzen früher blühen. Kamellien bedürfen zum ausbilden ihrer Blütenknospen im Spätherbst und zu Beginn des Winters Temperaturen zwischen 6 und 8°C. So mancher Hobbygärtner klagt über einer Vielzahl abgeworfener Blütenknospen. Wechseln im Oktober Kamellien vor den ersten Nachtfrösten vom ihren schattigen Sommer- ins Winterquartier akzeptieren diese weder große Temperaturdifferenzen noch Veränderungen im Lichteinfall am neuen Standort. Wird beides nicht beachtet, werfen die Pflanzen einen großen Teil ihrer Blütenknospen ab. Je nach Witterungsverlauf können wir Anfang Februar die Temperatur für die Kamellien auf 10-15°C steigern. Bei zu trockener Zimmerluft empfiehlt sich rechtzeitig Wasser zu verstäuben.