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Tipp vom Gartenfachberater im Monat Mai

Unser Landesgartenfachberater Siegfried Neumann gibt Tipps für Siedlerfreunde im Monat Mai:

Obstgarten:

In diesem Monat verlässt die erste Generation der Apfelwickler ihre Winterquartiere. Unter Borkenschuppen am Stamm oder an flachen Vertiefungen im Boden überwinterten die Raupen in weißen Kokons (Gespinsthüllen). Nach dem Falterschlupf Ende Mai bis Anfang Juni und der Paarung sorgen die Weibchen für reichlichen Nachwuchs. Sie legen ihre etwa 1 mm großen hellgelben Eier auf Fruchtbüschel und Blätter vorwiegen an Apfel- und Birnenbäumen doch manchmal auch an anderen Obstbäumen ab. Die Larven (Obstmaden) schlüpfen nach etwa zehn Tagen. Bevor sie sich in die Früchte einbohren, besteht kurzzeitig die Möglichkeit diese ungebetenen "Gästen" zu entfernen. Verbleiben die Obstmaden an den Bäumen, verlassen nach ca. 3 bis 5 Wochen zahlreiche gut ernährte voll entwickelte Obstmaden ihren "Gastgeber" um sich zu verpuppen. Zur zweiten Falterpopulation im August, sind die möglichen Schäden bei fehlenden Pflanzenschutzmaßnahmen oft beträchtlich, da die Bohrlöcher der Obstmaden in den Früchten gleichzeitig willkommene Einfallstore für Moniliapilze sind. Schale und Fruchtfleisch der sich entwickelnden Früchte werden ungenießbar.

Moniliapilze

Moniliapilze © SN

Bei starkem Befall kann das den Verlust von mehr als dreiviertel der zu erwarteten Ernte bedeuten. Daher empfiehlt es sich, in der kurze Zeit der Larvenwanderung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln vorzubeugen. Für ein sicheres Anwachsen sowie eine gute Entwicklung im Frühjahr gepflanzter Obstgehölze sorgt kontinuierliche Bodenfeuchtigkeit. Die Pflanzstellen sollten daher mit Torfersatz (z.B. Schälrinde), Kurzstroh oder strohigen Dung abgedeckt (gemulcht) werden. Zur Förderung von Wuchs und Fruchtausbildung des Strauchbeerenobstes geben wir zu Monatsanfang eine Kopfdüngergabe von ca. 60 g/m² Blaukorn. Auf keinen Fall sollten wir dabei die Stachelbeeren vergessen.

Stachelbeeren

Stachelbeeren © SN

Gemüse:

Haben wir Anfang des Monats unser erstes Buschbohnenbeet rechtzeitig gut vorbereitet und das Wetter den Boden genügend aufgewärmt, wird an Ort und Stelle z.B. die Sorte ´Primel´ ausgesät. Sie zählt zu den frühen Brechbohnensorten mit zarten fadenlosen Hülsen. Zur Aussaat der Buschbohnen gibt es zwei Möglichkeiten. Bei der Ersten mit einen Reihenabstand von 40 cm wird alle 6 bis 8 cm eine Bohne gesteckt; bei der Zweiten, der Horstsaat, werden etwa aller 35 mal 35 cm etwa sieben Bohnen gesteckt. Als optimale Saattiefe gelten für beide Möglichkeiten ca. 2 bis 3 cm. Zu empfehlen ist die Aussaat in der Reihe, denn bei dieser Methode lassen sich die Bohnenpflanzen leichter pflegen und pflücken. Außerdem trocknen gefallene Niederschläge rascher von den einzeln stehenden Pflanzen ab. Um den Ertrag der Bohnen dauerhaft zu sichern, sollten wir die Fruchtfolge beachten und am gleichen Standort erst nach drei besser nach vier Jahren wieder Bohnen anbauen. Gleiches gilt übrigen für alle Hülsenfrüchtler (Leguminosen). Bei guter Pflege und warmen Wetter erreichen Buschbohnen nach etwa 65 bis 70 Tagen die Erntereife. Wer gern frisch geerntete Buschbohnen mag, steckt bis Mitte Juli aller zwei Wochen Bohnen. Stehen im Kleingewächshaus oder Folienzelt Klettergurken,

Klettergurken

Klettergurken © SN

muss bei Temperaturen von über 28°C rechtzeitig gelüftet werden. Um Schäden durch die Kraut- und Braunfäule zu verhindern sollten im Freiland kultivierte Stabtomaten (Foto 4) bei feuchtwarmer Witterung, rechtzeitig mit einem Fungizid, z.B. ´Duxano-Pilzfrei´ behandelt werden. Seitentriebe an Tomatenpflanzen (Geize genannt) sollten rechtzeitig aus den Blattachseln ausgebrochen werden. In unseren Gärten hat nun auch die Rhabarberernte begonnen. Wer nur voll entwickelte Blattstiele von den Pflanzen "zieht",

Rhabarber

Rhabarber © SN

kann sicher bis Mitte Juni dieses beliebte Stielgemüse ernten. Öftere Volldüngergaben (50 g/m² Blaukorn) halten die Pflanzen bis zum Abschluss der Ernte leistungsfähig. In der Küche sind Kohlrabi und Kopfsalat gefragt. Ein Grund doch einmal beide in Mischkultur anzubauen.

Kohlrabi und Kopfsalat in Mischkultur.

Kohlrabi und Kopfsalat in Mischkultur. © SN

Kohlrabi bedarf einer etwas längeren Entwicklungszeit. Wenn er den Platz benötigt, ist der Salat schon lange abgeerntet. Kommen die Jungpflanzen im Abstand von 50x50 cm aufs Beet bleibt für den raschwüchsigen Kopfsalat genügend Platz um sich zu entwickeln. Mit gleichen Ziel und Ergebnis lassen sich auch Sellerie und Kopfsalat auf einem Beet erfolgreich gemeinsam anbauen. Im vorigen Monat ausgesäte und aufgelaufene Möhren und Speisezwiebeln werden mit einer Kopfdüngergabe von 50 g/m Blaukorn versorgt.

Ziergarten:

Versäumen wir nicht rechtzeitig zu monatsbeginn die Sonnenblumen an Ort und Stelle auszusäen. Was deren Höhe anbetrifft erreichen Zwergsorten mindestens 40 cm, niedrige 80 cm, halbhohe 150 cm, hohe 200 cm und riesige 350 cm oder mehr.

Sonnenblumen

Sonnenblumen © SN

Übrigens unsere Sonnenblume (Helianthus annuus) kann nicht nur hoch wachsen sondern auch einen Blütendurchmesser, von etwa 20 bis 50 cm je nach Sorte erreichen (Foto 8).

Sonnenblume

Sonnenblume © SN

Sonnenblumen gehören zu den besonders starken Nährstoffverzehrern. Deshalb erhalten sie nicht nur eine hohe Grunddüngung, sondern bedürfen auch eines beträchtlichen Abstands zu anderen Zierpflanzen. D.h. deren sich zügig entwickelnden Wurzeln sollten mindestens 15 bis 30 cm von einjährigen niedrigen Zierpflanzen entfernt sein. Die großen zwei bis drei Meter hohen Pflanzen bewähren sich als Sicht-, Staub- und Windschutz. Auch werden sie als Schattenspender während der Sommerwochen gern genutzt. Die sich nach der Blüte entwickelnde Fruchtstände werden von den Singvögeln gern als zusätzliche Leckerbissen angenommen. Beim Vorbereiten der Sommerblumenbeete werden ca. 10 l/m² gut verroteter Kompost oder 60 g/m2 Blaukorn als Grunddünger flach mit in dem Boden eingearbeitet. Ziergehölze mit frühen Flor wie Goldglöckchen, Flieder ,

Flieder

Flieder © SN

Magnolie Zierquitte, Zwergmandel u.a. sind nun etwas auszulichten und vergreisten Stände wegzuschneiden. Bevor wir zu Schere und Säge greifen, wird sich überzeugt ob sich keine Nester mit brütenden Vögeln oder noch nicht flüggen Jungvögeln zwischen den Zweigen befinden. Beim Schnitt der Ziergehölze geht es nicht zimperlich zu. Gut entwickeltes Jungholz blüht im nächsten Frühjahr üppig, vergreistes Holz wird direkt am Strauchgrund entfernt.

Terrasse, Wintergarten, Zimmerpflanzen:

In der zweiten Monatshälfte wechseln die frostempfindlichen Pflanzen wie Abutilon, Agave, Engelstrompete,

Engelstrompete

Engelstrompete © SN

Oleander, wieder auf ihren Platz im Garten. Vorsicht bei den Orchideen! Die meisten akzeptieren keine stauende Nässe im Pflanzgefäß. Zu den schönsten Orchideen zählen Vanda-Hybriden.

Orchideen Vanda-Hybriden

Orchideen Vanda-Hybriden © SN

Sie fühlen sich im temperierten Wintergarten wohl. Ihr Sommerplatz möchte möglichst hängend, hell und halbschattig bei 22-24°C sein. Vanda-Hybriden bedürfen zu ihrer Hauptwachstumszeit (März bis November) einer hohen Luftfeuchte. Wird die Luft zu trocken, werden die Pflanzen am besten mit aufgefangenem Regenwasser 0,25prozentig mit Orchideendünger gemischt übersprüht. Vollsonnig stehende Zimmerpflanzen sind unterschiedlich durstig. Wer großzügig Topfpflanzen im Übermaß mit Gießwasser versorgt, gießt diese oft auch tot. Also vorm gießen den Wurzelballen auf vorhandene Feuchte prüfen und entsprechend dosieren.

Frage des Monats:

Im unserem Garten haben wir nicht in jedem Jahr Glück mit vorgezogenen Zucchinijungpflanzen. Besonders bereits gut entwickelte Exemplare gehen uns ein bzw. wachsen schlecht.
Was heist gut entwickelt? Getopfte Jungpflanzen mit maximal zwei gut entwickelten Laubblättern wachsen bei guter Pflege nach dem Pflanzen im Beet zügig an.

Zucchini

Zucchini © SN

Dagegen bleiben größere Jungpflanzen mit drei oder mehr Laubblättern nach dem Einpflanzen im Wachstum zunächst zurück, weil deren Wurzelwachstum beim Verpflanzen erheblich gestört wird. Ein Grund weshalb erfahrene Hobbygärtner ab Monatsmitte die Direktsaat nutzen. Der Saatabstand beträgt vor Ort etwa 80 bis 100 cm mit jeweils mit drei Samenkörner (Saattiefe 2 - 3 cm). Bei der Direktsaat verbleibt die jeweils stärkste aufgelaufene Pflanze an jeder Pflanzstelle. Zucchini mögen wie unsere Gurkenpflanzen vor allen leicht erwärmbare Böden mit einer lockeren Struktur und gutem Wasserhaltevermögen. Die Pflanzen sind frostempfindlich und wärmebedürftig (optimal zwischen 18 und 25°C). Die Ernte beginnt etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung.

Zucchini

Zucchini © SN

Am besten schmecken Früchte solange sie noch Jung und zart sind.



Siegfried Neumann

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