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Tipp vom Gartenfachberater im Monat März

Unser Landesgartenfachberater Siegfried Neumann gibt Tipps für Siedlerfreunde im Monat März:

Obstgarten:

Am Monatsende wird der Baumschnitt der Obstgehölze beendet. Bei den Pfirsichbäumen beginnt er aber erst nach abfallen der Blütenblätter von den Zweigen. Zuerst werden deren Baumkronen etwas lichter gestaltet danach alle kranken Äste, "Falschen Fruchttriebe" (sie bilden sich am älteren Holz) und Frostschäden entfernt. Hatte im letzten Frühjahr die Kräuselkrankheit des Pfirsichs bereits Schäden hinterlassen,

Kräuselkrankheit des Pfirsichs

Kräuselkrankheit des Pfirsichs © SN

gilt es jetzt rechtzeitig diese Bäume mit zugelassenen PSM (Pflanzenschutzmittel) zu behandeln. Die Infektion beginnt im Februar. Eine erste Behandlung erfolgt kurz nach dem Knospenaufbruch, weitere zwei bis drei Anwendungen folgen je nach Witterung. Es wird nun auch höchste Zeit die Lücken im Obstgarten mit neuen Pflanzungen aufzufüllen. Damit das gelingt, sollten die Pflanzlöcher rechtzeitig vorbereitet sein. Deren Fläche beträgt 1,00 x 1,00 m und die Tiefe 50 cm. Darunter wird noch eine Spatentiefe (ca. 30 cm) gelockert. Danach wird mit humosen Boden (gut verrottete Komposterde) reichlich aufgeschüttet.

Erdbeeren

Erdbeeren © SN

Die Pflanzung erfolgt erst wenn sich der aufgeschüttete Boden etwas gesetzt hat. Nach der Pflanzung setzt sich der lockere Boden samt Baum noch einmal etwas ab. Gerät dabei die gut sichtbare Veredlungsstelle des Baumes mit ins Erdreich, bildet die aufgepfropfte Sorte eigne Wurzeln. D.h. der Baum befreit sich von seiner Unterlage und verliert deren gewollten Einfluss auf z.B. Wuchskraft, Frostwiderstandsfähigkeit und Fruchtbarkeit. Daher sollte die Stelle der Veredlung stets etwa 10 cm oberhalb des Bodens zu bleiben. Frühe Neupflanzungen im Obstgarten wachsen mit hoher Sicherheit an. Wer Ende des Monats Erdbeeren pflanzen möchte, sollte zu Frühjahrspflanzungen nur gut entwickelte getopfte oder pikierte Pflanzen zu erwerben. Wird z.B. die Sorte ´Ostara´ gepflanzt, kann man bei gut gepflegten Pflanzen von Juni bis September reife Früchte pflücken.

Gemüse:

Krümelt der Boden beim Bearbeiten mit dem Handgrubber beginnen wir die Frühjahrsbestellung im Gemüsegarten. Der sich erwärmende Boden unterstützt die ersten Aussaaten von Ackerbohne, Erbsen, Möhre, Pastinake, Petersilie, Radies,

Radies

Radies © SN

Rettich, Schwarzwurzel und Speisezwiebel beim Keimen. So können wir bei guter Pflege diese Gemüsearten mit einer frühen Ernte rechnen. Bei Gemüsearten mit langer Keimzeit, wie z.B. Möhre oder Speisezwiebel, werfen erfahrende Gartenfreunde im Abstand von 15 bis 20 cm ein Korn Radieschen samen mit in den Saatrillen. Selbige markieren mit den früh auflaufenden Sämlingen gut sichtbar die Pflanzenreihen. So können wir den Boden zwischen den Reihen oft flach lockern. Dies mindert die unproduktive Verdunstung der Bodenfeuchte und nimmt den auflaufenden Unkräutern jede Entwicklungschance. Zeit jetzt auch Knoblauch, Schalotten

Schalotten

Schalotten © SN

und Steckzwiebeln in den Boden zu bringen. Auf ein 1,20 m breites Beet kommen fünf Reihen. Innerhalb derselben genügt ein Pflanzabstand von 10-12 cm. Vergessen wir auch nicht die Aussaaten zur Jungpflanzenanzucht von Kohlgemüsearten, Kopfsalat und Porree im Frühbeet. Kartoffeln genießen in Sachsen den Ruf das sie das am meisten verzehrte Gemüse sind. Kartoffeln gedeihen in lockeren, humosen, mildfeuchten Gartenboden. Die Fläche für die Frühkartoffeln sollten wir schon im vergangenen Spätherbst vorbereitet haben. Beim tiefgraben der Winterscholle wurde gleichzeitig den obligatorische Grunddünger (Stalldung, Kompost oder organischen Handelsdünger) mit eingebracht. So braucht Anfang März die vorbereitete Fläche nur noch mit einen Handgrubber gelockert werden. Der Reihenabstand zum Legen der Knollen beträgt 75 cm, innerhalb der Reihen wird alle 30 cm eine Kartoffel gelegt. Wer zeitig Kartoffeln ernten möchte verwendet rechtzeitig vorgekeimte Knollen. Beim Auspflanzen vorgekeimter Frühkartoffeln beachten wir, dass die meisten Augen nach oben zeigen. Flaches Legen der Kartoffel verspricht eine gute Ernte. Die Bodenschicht über den Pflanzknollen sollte nicht dicker als 5 bis 6 cm sein, damit sich Boden und Knolle gemeinsam rasch erwärmen. Vor möglichen Wetterkapriolen empfiehlt es sich eine kurze Zeit die Fläche mit einer perforierten Plastikfolie (gelochte) oder Vlies zu schützen. Aber eine solche Abdeckung kann auch an sonnigen Tagen mit Temperaturen von über 30°C schädigend wirken, dann ist sie zu entfernen. Der Boden sollte oft flach gelockert und vorhandenes Unkraut entfernt werden. Sobald die ersten Spitzen des Kartoffelkrautes zu sehen sind, beginnen wir mit dem "anhacken" der Dämme. Diese Arbeit wiederholen wir dann pro Woche ein bis zweimal bis sich die Dämme hoch genug sind und das Kraut sich voll entwickelt. Die ersten Knollen können wir nach 60-70 Kulturtagen ernten.

Zierpflanzen:

In den Vorgärten blühen üppig die ersten Frühlingsblumen. Z.B. in Narzissen oder Winterlinge.

Winterlinge

Winterlinge © SN

Auf einer kleinen Wiese wurden vor einigen Jahren 10 Krokusse gepflanzt. Von Jahr zu Jahr hat dieser Gartenfreund diese Pflanzen gut gepflegt.

Krokusse

Krokusse © SN

Erst dann, wenn das Krokuslaub vertrocknet und der reife Samen "ausgeflogen" war, hat er die Wiese mit seiner Sense gemäht. Doch so mancher Gartenfreund klagte über die "bösen" Feldmäuse welche ihm alle Krokusknollen weggefressen hätten. Er vergisst jedoch, dass er sie selbst durch frühzeitiges mähen seiner Wiese die Krokusse und andere Frühblüher ausgehungert hat, da sie durch das Entfernen des Laubes nicht ausreichend Reserven in der Knolle anlegen konnten. Übrigens Krokusse wirken auch wenn sie im Frühjahr zwischen manchen Bodenbedeckern, wie z.B. Efeu mit ihren schönen Blüten aus deren Laub herausschauen lassen.

Krokusse

Krokusse © SN

Bei günstigem Wetter können wir sommergrüne Ziergehölze wie Apfelbeere, Deutzie, Erbsenstrauch, Flieder, Goldglöckchen, Kletterhortensie, Pfeifenstrauch, Rose, Seidelbast

Seidelbast

Seidelbast © SN

oder Winterjasmin zur Bereicherung des Vorgartens pflanzen. Wird jetzt die verblühte Schneeheide (Erica carnea) etwas zurückgeschnitten, treibt sie kräftiger aus und blüht im nächsten Winter wieder üppig. Zeit im Frühbeet Eisenkraut, Gartenbalsamine, Gauklerblume, Levkoje, Löwenmaul und Zinnie zur Anzucht von Jungpflanzen auszusäen. Im Freiland können wir Mohn, Ringelblume und Wicke säen. Der über Stauden und Zwiebelgewächsen aufgebrachte Winterschutz wird rechtzeitig entfernt. Gleichzeitig wir der Boden zwischen den Pflanzen flach gelockert um dem Unkraut jede Entwicklungschance weg zu nehmen.

Terrasse, Wintergarten, Zimmerpflanzen:

Primeln

Primeln © SN

Mit Primeln,Stiefmütterchen, Tausendschön oder Vergissmeinnicht gefüllte Balkonkästen beleben mit ihrem frühen Flor Haus und Garten. Die Sonne steigt, die Tage werden länger, die Säule des Thermometers im Überwinterungsraum der Kübelpflanzen klettert hoch. Wichtig jetzt ausreichend zu Lüften um für bedarfsgerechte Temperaturen zu sorgen. Schließlich möchte das Wachstum der Pflanzen vor verlassen ihres Winterquartiers und Beginn der neuen Vegetationsperiode nicht zu schnell erfolgen. Dies betrifft u.a. Agaven, Fuchsie, Oleander Palmlilie, Passionsblume

Passionsblume

Passionsblume © SN

und Zitrusgewächse. Sie müssen sich mit ihrem Wachstum den Tageslängen, der Lichtintensität und Temperaturen anpassen. Nicht anders bei den Zimmerpflanzen. Von mehr oder weniger Licht, höheren oder tieferen Temperaturen umgeben, beginnen sie an genügend hellen oder auch etwas dunkleren Standorten zu wachsen und zu blühen. Auch Zimmerpflanzen werden ständig durstiger und hungriger und wir dürfen sie weder ertränken noch mästen, d.h. nur bedarfsgerecht Gießen und Düngen. Übrigens, die Zimmerlinde

Zimmerlinde

Zimmerlinde © SN

fühlt sich auch im Wintergarten wohl und blüht dort sicher. Im Kübel kultiviert und optimal mit Dünger und Wasser versorgt, entwickelt sich diese bekannte wie beliebte Zimmerpflanze im großräumigen Wintergarten auch zum "Riesen". Wo hierzu der Platz nicht reicht, gilt es mit für den Standort angemessenen Dünger- und Wassergaben deren Wachstum etwas zu bremsen.

Frage des Monats:

Uns wurde kürzlich eine Kamelie geschenkt. Deren Pflege sei schwierig, sagte eine Nachbarin. Eine andere meinte jedoch, diese Zimmerpflanze bedarf nur gleichmäßige Behandlung im Ganzen Jahr. Stimmt das?
Sicher! Kamelien sind immergrüne Sträucher. Ihre Heimat liegt in den Gebirgswälder von Südostasien. Jedoch werden die in unseren Breiten gepflegten Kamelien (Camellia japonica-Hybriden)

Kamelie

Kamelie © SN

als Topf- oder Kübelpflanzen im Fachhandel angeboten. Kamelien müssen gleichmäßig gepflegt werden! Dies heißt dieses Geschenk bedarf eines gleichen Platzes hinsichtlich Helligkeit und Wärme, wie es ihn bisher hatte, später gansjährig hell, jedoch niemals in praller Sonne. Im Herbst und Winter werden sollten sie bei trockener Luft bei 10-15°C und kurzzeitig auch bei 5°C Lufttemperatur ihren Standort haben. Zur optimalen Entwicklung der Blüten möchten die Kamelien

Kamelie

Kamelie © SN

nicht über 15°C stehen, d.h. die obligatorigen Zimmertemperaturen mögen diese Pflanzen im Winter nicht. Sie würden ihre Blütenknospen vorzeitig abwerfen. Im Sommer sind zur Blüteninduktion etwa 20 - 25°C nötig. Bezüglich der Wasserversorgung sind die Pflanzen feucht zu halten. Doch keinesfalls zu reichlich gießen. Ab August bei der Knospenbildung ist sie trockner zu halten. Gedüngt wird vom Austrieb bis zur Blühte aller zwei Wochen aber nur mit einem Azaleendünger (jeweils 1,0 - 1,5 je Liter Wasser). Wenn ein Umtopfen nötig wird benötigen wir ein spezielles Substrat mit einem pH-Wert 4,5 - 5,0.


Siegfried Neumann

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