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Tipp vom Gartenfachberater im Monat August

Unser Landesgartenfachberater Siegfried Neumann gibt Tipps für Siedlerfreunde im Monat August:

Obstgarten:


In diesem Monat gibt's im Obstgarten reichlich Arbeit. Wichtig ist es den zweiten Falterflug der Apfelwickler von den Apfelbäumen fernzuhalten. In den Medien (z.B. im Internet oder in Tageszeitungen) kann man sich über den Beginn des Falterflugs, die Eiablage der Falter und das Schlüpfen der Raupen informieren. Der Apfelwickler, ein ca. 15 mm großer Falter, gilt als Hauptschädlinge für alle Apfelbäume. Seine Raupen fressen sich zügig durch das Fruchtfleisch bis in das Kerngehäuse. Nach etwa vierwöchiger Fraßzeit verlässt die Raupe den zerstörten Apfel um den Winter in einen Gespinst zu überleben. Also sollte man rechtzeitig die Apfelbäume mit einen zugelassenen PSM (Pflanzenschutzmittel), z.B. spritzen mit "Granupom". Nicht rechtzeitig behandelte Bäume verlieren mitunter alle Früchte. Oft bilden Apfelwickler Fäulnis aus.

Oft bilden Apfelwickler Fäulnis aus.

Oft bilden Apfelwickler Fäulnis aus. © SN

Im August reifen manche Kern- und Steinobstsorten (z.B. Augustäpfel, frühe Birnen und Pflaumen) folgernd (nach und nach). Dies geschieht innerhalb von etwa drei Wochen. Wobei sich die noch nicht voll reifen Früchte ständig an Farbe, Geschmack und Größe weiter entwickeln können. Die Pflaumensorte ´The Czar´ lässt beispielsweise ihre vollreifen Früchte einfach zum Boden fallen.

Pflaumensorte ´The Czar´

Pflaumensorte ´The Czar´ © SN

Erfahrene Siedlerfreunde schütteln deshalb zweimal wöchentlich die fasst vollreifen Pflaumen. Pfirsiche hingegen sind mit Sorgfalt zu pflücken, um deren zarten Fruchtschalen nicht zu schädigen. Überreich tragende Kern- und Steinobstzweige sollten wir rechtzeig mit Stangen stützen. Jetzt ist es auch an der Zeit die im vorangegangen Monat abgeernteten Stachelbeer- und Johannisbeerenbüsche (außer der Sorte "Heinemans Rote Spätlese") zu schneiden. Dabei entfernt man die ältesten (fünfjährige) Zweige und ersetzt sie durch vier oder fünf der kräftigsten jungen einjährigen Sprosse. Alle anderen einjährigen Sprosse werden dicht am Boden entfernt. Außerdem sind zu dicht stehende Zweige auszulichten.

Gemüse:

Bereits abgeerntete Beete, wie z.B die von Erbsen, frühen Möhren, Frühkartoffeln, Blumenkohl, Buschbohnen oder Zwiebeln, können gleich wieder bestellt werden. Dazu sind sie nach den Bedürfnissen der Folgefrüchte gründlich vorzubereiten. Z.B. den Boden flach oder tief zu lockern und dabei die jeweils bedarfsgerechte Grunddüngung mit in den Boden einarbeiten. Beachten sollten wir auch die Anbaupausen bis zu vier Jahren. Sicher haben erfahrene Gartenfreunde rechtzeitig für Chinakohl, Kohlrabi, Eissalat

Eissalat

Eissalat © SN

Kopfsalat, Pflücksalat und anderen Jungpflanzen im Frühbeet ausgesät und pikiert. So können die gut entwickelten Jungpflanzen bei günstigen Wetter sofort auf den gut vorbereiteten Beeten in den Boden kommen. Je nach den Gemüsearten werden diese in Abständen von 30x40 bis 40x50 cm gepflanzt. Wer noch ein wenig Platz zwischen den Beeten findet, sollte einmal einige Jungpflanzen vom ´Radicchio´

´Radicchio´

´Radicchio´ © SN

mit in den Boden bringen. Sie besitzen einen pikant-bitteren Geschmack ähnlich Chicoree. Schon die Römer kannten ´Radicchio´ (als Salatgemüse). Nach Deutschland kam diese Pflanze vor ca. hundert Jahren. ´Radicchio´ verlangt einen guten Gartenboden und eine ständige gleichmäßige Wasserversorgung. Der optimale pH-Wert für den Boden liegt zwischen pH 6 und 7. Diese Gemüseart gilt als ein Schwachzehrer. Vorsicht deshalb bei mit Stickstoffgaben. Durch seine kräftige rote Farbe und leicht bitteren Geschmacks bereichert er auch die Mischsalate. In diesen Monat erhält der Knollensellerie seine letzten Kopfdüngergabe (50 g/m² Blaukorn). Er ist bei ausbleibenden Niederschlägen rechtzeitig reichlich zu gießen. Noch vor Monatsmitte werden die Stabtomatenpflanzen ein Blatt über dem letzten voll ausgebildeten Blütenstand endspitzt. Die Seitentriebe (Geize) welche in den Blattachseln herauswachsen sind wöchentlich auszubrechen. Möhren werden nach Bedarf geerntet. Hierbei ziehen hierzu vorwiegend nur die kräftigsten Mohrrüben aus dem Beet. So können sich die Verbleibenden weiterhin gut entwickeln. Ein solches Verziehen von Wurzelgemüse zum Sofortverbrauch gilt auch für Radies und Rettich. Schwarzwurzeln bedürfen zum guten Gedeihen auch im Hochsommer ständiger Pflege. Am Monatsanfang bekommen sie eine Kopfdüngergabe von 40 bis50 g/m² Blaukorn. Ihre langen Wurzeln reichen tief in den Boden um dessen Feuchtigkeit für sich zu erschließen. Halten sich am Laub von Kohlgemüsegarten Raupen der Kohlweißlinge schadlos, wird nicht gleich zur "Chemischen Keule" gegriffen. Umweltbewusst werden die auf den Blattunterseiten entdeckten gelben Eigelege zerdrückt. Die auf deren Blattoberseite die fressenden Raupen sind rechtzeitig abzulesen.

Zierpflanzen:

Steht eine Pfingstrose

Pfingstrose

Pfingstrose © SN

zehn Jahre oder länger am gleichen Platz, wird sie blühfaul und bedarf eines Standortwechsels. Dabei kann man sie auch teilen. Das Umpflanzen erfolgt zwischen Spätsommer und Frühherbst. Der neue Standort (ca. 1 m²) ist rechtzeitig auszuwerfen um die Pflanzerde aus mittelschweren, humosen, mäßig sauren (pH 5 bis 6) Lehmboden einzubringen damit diese sich etwa 2 bis3 Wochen setzen kann. So wird gewährleistet, dass auch bei Trockenheit etwas Feuchtigkeit zurückgehalten wird. Gedüngt wird im Frühjahr und Frühherbst. Wenn möglich mit Stalldung und gut verrottetem Kompost. Sämlinge von Bart-

Bartnelke

Bartnelke © SN

und Landnelke, Goldlack, Stiefmütterchen, Tausendschön und Vergissmeinnicht sollten jetzt ca. 10x15 cm pikiert werden. Von bereits verblühten Gladiolen werden wöchentlich die sich entwickelnde Fruchtstände entfernt. Schnitt- und Beetrosen bedürfen weiterhin einer guten intensiven Pflege. Bleiben Niederschläge aus, empfiehlt es sich das Rosenbeet morgens einmal tiefgründig zu bewässern.Schnittrosen So können Sonne und Wind benetztes Laub noch rasch trocknen. Zu Monatsanfang erhält das Rosenbeet die letzte Volldüngergabe des Jahres. Wen möglich, mit gut verrotten Kompost (5 L/m²) oder Rosendünger (50 g/m²).

Terrasse, Wintergarten, Zimmerpflanzen:

Im ländlichen Raum sehen wir mitunter an Hauswänden gut gepflegte Spaliere von Obstgehölzen.

Spaliere von Obstgehölzen

Spaliere von Obstgehölzen © SN

Für die Neuanlage von Spalierobst oder Wein empfehlen sich vor allen Südwestlagen. Bleibt im August der Regen aus, sind die Balkonkästen, Pflanzkübel und Pflanzschalen rechtzeitig mit Gießwasser zu versorgen. Die frostharten Zierpflanzen rund um die Terrasse erhalten zu Monatsbeginn ihre letzte Volldüngergabe. Anschließend werden die Gießwassergaben langsam eingeschränkt, um das Wachstum rechtzeitig abzuschließen. Anders bei der üppig blühenden und kletternden Schönheit namens Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata,

´Schwarzäugige Susanne´

´Schwarzäugige Susanne´ © SN

da sie sich nicht für eine Überwinterung eignet. Sie fällt den ersten Nachtfrösten zum Opfer. Im nächsten Frühjahr sähen wir sie rechtzeitig unter Glas wieder neu aus. In den Wintergärten sorgen wir für optimale Luftfeuchte und optimale Temperaturen. Manche Topfpflanzen werden sprichwörtlich tot gegossen. Besonders Orchideen, wie z.B die beliebten Cattleya-Hybriden.

Cattleya-Hybriden

Cattleya-Hybriden © SN

Orchideen Sie werden nur mäßig gegossen, wenn deren Substrat an der Oberfläche bereits abgetrocknet ist.

Frage des Monats:

Unser ausgesäter Dill geht gut auf, die Sämlinge wachsen zügig und fallen bald bei etwa 10 cm Höhe förmlich zusammen. So geht es auch mit allen weiteren Aussaaten. Was tun?

Dill

Dill © SN

Dill darf nicht auf sich selbst oder auf andere Doldenblütengewächse folgen. Es müssen Anbaupausen von vier Jahren eingehalten werden. Dies gilt besonders um den Fusarium-Pilz kurz nach Auflaufen des Dills fernzuhalten. Dill gedeiht übrigens nicht auf verdichtet nassen Böden. Er mag einen humusreichen gut gepflegten Gartenboden und verträgt keinen Frost.




Siegfried Neumann

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