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Tipp vom Gartenfachberater im Monat Januar

Unser Landesgartenfachberater Siegfried Neumann gibt Tipps für Siedlerfreunde im Monat Januar:

Obstgarten:

Ist's zu Dreikönig hell und klar (06.01), gibt's viel Obst das ganze Jahr, sagt uns eine alte Bauernregel. Wir werden es nach Abschluss der Ernte 2017 gründlich prüfen. Doch jetzt heißt es erst einmal die winterkahlen Obstgehölze unter die "Lupe" zu nehmen. Mit dem richtigen Schnitt legen wir die Grundlage für reichlich Früchte von guter Qualität.

Obst

Mit dem richtigen Schnitt legen wir die Grundlage für reichlich Früchte von guter Qualität. © SN

Frostfreie Wintertage nutzen wir für nötige Pflegearbeiten, z.B. zu dichte Baumkronen lichter gestalten. Erfahrungen lehren uns, zu dichte Baumkronen fördern den Befall von Monilia- und Schorfpilzen an Laub und Früchten. Überalterden Sträuchern und Bäumen helfen aber weder ein kräftiger Verjüngungsschnitt noch hohe Düngergaben. Altersschwache Obstgehölze werden am besten samt Wurzelstock komplett entfernt. Stehen im Arbeitsplan dieses Jahres im Frühjahr eine oder mehrere Veredlungen an Apfel- oder Birnenbäumen, wird es höchste Zeit die Edelreiser von eignen oder anderen Bäumen zu schneiden bzw. in der Baumschule zu bestellen, denn deren Schnittzeitpunkt liegt in der Winterruhe. Bis zum Veredeln (pfropfen) der Reiser im Frühjahr (März/April) werden sie an einem dunklen, feuchten und kühlen Platz eingeschlagen. Die Kultur von Himbeeren verdient in den Siedlergärten wieder einer größeren Beachtung. Deren süße Früchte sind nicht nur zum Frischverzehr beliebt,

Himbeeren

Himbeeren © SN

sondern auch bestens für die Bereitung von Kompott, Marmelade und Saft geeignet. Man unterscheidet zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren. Neben den üblichen roten gibt es auch gelbe und schwarze Himbeeren. Es kommt also nur auf die Sorte an. Sommersorten reifen je nach Standort und Region ab zweiter Junihälfte bis in den August hinein, Herbstsorten von Ende August bis Mitte Oktober. Zu den Sommersorten gehören u.a. ´Schönemann´ und ´Willamette´ (beide rot) und ´Black Jewel´ (schwarz). ´Pokusa´ (rot) und ´Fallgold´ (gelb) gehören hingegen zu den Herbstsorten. Himbeeren gedeihen am besten an geschützten, sonnigen und warmen Standorten mit hoher Luftfeuchte. Sie lieben humose und nährstoffreiche Böden. Wer Himbeerruten entlang der Grundstücksgrenze als Lärm-, Sicht- und Windschutz in den Boden bringt, sollte sie ca. 80 bis 100 cm ins eigene Grundstück einrücken, damit sie geerntet und gepflegt werden können. Innerhalb der Reihe empfiehlt sich ein Pflanzabstand von 40 bis 50 cm.

Gemüse:

Nun wird es Zeit sich zu überlegen, welche Gemüsearten im Gartenjahr 2017 angebaut werden sollen. Vom im Vorjahr nicht verbrauchten Saatgut nehmen wir am besten Keimproben. Bei einer Keimfähigkeit von unter 40 Prozent lohnt sich keine Aussaat mehr. Bessere Partien können zur Aussaat gebracht werden. Entsprechend der Keimfähigkeit säen wir etwas dichter. Benötigtes Saatgut können wir im Versandhandel oder im Gartenfachmarkt erwerben. Dort stehen Fachverkäufer unseren Gartenfreunden gern zu den verschiedensten Themen Rede und Antwort. So z.B. zu Düngung, Neuheiten, Pflege, Pflanzenschutz und Sortenwahl im Siedlergarten. Mitunter verwenden auch manche Siedler Saatgut aus eigner Ernte z.B. von der Stabtomate Harzfeuer F1.

Stabtomate Harzfeuer F1

Stabtomate Harzfeuer F1 © SN

Jedoch entstehen diese Hybriden durch zwei Zuchtlinien, deren Eigenschaften sich in ihr vereinigen. Werden aus reifen Früchten von Hybriden Samen entnommen, spalten sich diese Nachkommen meist wieder auf und sind sehr verschieden. Die Züchter verwenden stets als Elternpflanzen beide Zuchtlinien. Vergessen wir auch nicht im Gemüselagerraum für optimale Temperaturen (2-4°C) zu sorgen. Mit feuchtem Sand bedecktes Wurzelgemüse hält sich über Wochen ohne zu welken. Rosen- und Grünkohl

Grünkohl

Grünkohl © SN

werden nach Bedarf geerntet. Bei Schnee und Frost sollte der Kohl aber vor der Verarbeitung einen Zwischenquartier (kühler Raum z.B. Keller bei etwa 2-5°C) zur Akklimatisierung für einen Tag beziehen. Meerrettich, Topinambur und Winterporree können über Winter im Boden verbleiben. Wurde um diese Pflanzen rechtzeitig eine dicke Schicht aus Laub oder Strohhäcksel aufgetragen, haben können wir auch bei starken Bodenfrost ernten. Im Winter halten sich hier aber auch die oft Wühlmäuse schadlos. Deshalb gilt es diesen nicht eingeladenen "Tischgästen" mit Fallen bzw. PSM (Köder, Gaspatronen) an den "Kragen" zu gehen.

Zierpflanzen:

Immergrüne Gehölze wie Alpenrose, Koniferen und Stechpalmen können bei anhaltenden tiefgehenden Bodenfrösten Schäden erleiden. Durch Auftragen von Laub oder Torfersatzstoffen über den Wurzelbereich dieser Gehölze beugt man möglichen Schäden vor. Blütengehölze erfreuen uns in diesen Wochen mit ihrem Flor wie z.B. Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)

Winterjasmin

Winterjasmin © SN

und Zaubernuss (Hamamelis).

Zaubernuss

Zaubernuss © SN

In Gärten wo im Winter blühenden Ziergehölze fehlen, empfiehlt es sich diese Lücken im Verlauf des Jahres zu schließen. Fachmärkte und Baumschulen bieten in Anzuchtgefäßen (Container) kultiviertes Pflanzgut an. Es besitzt stabile Wurzelballen und kann deshalb im Verlauf der gesamten Vegetationsperiode gepflanzt werden. Beim Betrachten winterkahler Zweige an Ziergehölzen fallen oft stecknadelkopfgroße gruppenweise zusammenstehende rote Pusteln auf. Sie sind Sporenlager eines Pilzes der den Holzkörper zerstört. Dieser befällt vorwiegend zu eng stehende, geschwächte und unterernährte Ziergehölze. Die von der Rotpustelkrankheit befallenen Zweige werden bis ins gesunde Holz entfernet. Zu dichte stehende Ziergehölze ausgelichtet. Außerdem erhalten die befallenen Gehölze im Frühjahr eine Volldüngergabe Blaukorn.

Wintergarten, Zimmerpflanzen:

Frostempfindlichen Zierpflanzen wie z.B. Agave

Agave

Agave © SN

Gewürzrinde (Cassia),

Gewürzrinde

Gewürzrinde © SN

Bougainvillee, Schönmalve (Abutilon), Wandelröschen und Zitrusgewächse

Zitrusgewächse

Zitrusgewächse © SN

werden im Winterquartier hell, kühl (4°-6°C) und nur mäßig feucht gehalten. An warmen dunklen Plätzen beginnen diese "Wintergäste" vorzeitig zu wachsen. Häufiges lüften hält Schadinsekten und Pilzbefall zurück. Im Wintergarten blühen nach wie vor zahlreiche Orchideen wie beispielsweise die Blaue Orchidee (Vanda-Hybride)

Blaue Orchidee

Blaue Orchidee © SN

Blaue Orchidee

Blaue Orchidee © SN

und die Nachtfalter-Orchidee (Phalaenopsis). Die Blütezeit beider Hybriden währt bei guter Pflege eine lange Zeit. Die Rispen sollten nach dem Verblühen nicht zu früh weggeschnitten werden, denn sie bilden oft nochmal "Augen" (Knospen) aus an denen weitere Blütenrispen wachsen. Bei den Topfpflanzen blühen sicher die Alpenveilchen am üppigsten.

Alpenveilchen

Alpenveilchen © SN

Selbstverständlich nur, wenn sie hell, kühl (15-18°C), mäßig feucht und nicht in praller Sonne gehalten werden.

Frage des Monats:

Stimmt es, dass die Orchidee Namens Frauenschuh nur an mäßig warmen Standorten gut gedeiht? - Richtig! Nicht jede Orchidee muss besonders warm stehen. Die Paphiopedilum-Arten

Frauenschuh

Frauenschuh © SN

lieben einen hellen halbschattigen Standort ohne direkter Sonneneinstrahlung. Nur ein etwas zu dunkler Platz vermag deren Blühwilligkeit zu stoppen. Eine konstante Zimmertemperatur von 20 bis 23 °C bekommt dieser Pflanzen am besten. Sie fühlt sich auf einer kleinen Fensterbank am wohlsten. Da diese Orchidee kaum eine Ruhezeit einlegt, wird ihr Substrat mäßig feucht gehalten. Im Frühjahr und Sommer wird aller zwei bis drei Wochen mäßig mit einem flüssigen Dünger gegossen. Die Blütezeit des Frauenschuhs beginnt etwa Mitte Dezember und währt bis in den April. Die einzelnen Blüten erfreuen uns bei optimaler Pflege also ein reichliches Vierteljahr.



Siegfried Neumann

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