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Berlin/Bonn, 23. April 2021 - Viele Menschen träumen von den eigenen vier Wänden. Selbst der Deutsche Mieterbund zitiert in seinem Mitgliedermagazin aktuell eine Studie, nach der 96 Prozent der Mieter gerne Wohneigentum besäßen. Doch die Wohneigentumsquote ist hierzulande in dieser Legislaturperiode sogar gesunken. Wie stehen die Parteien zum Wohneigentum? Wer will bezahlbares Wohneigentum fördern? Wer plant, es als stabilisierenden Teil eines lebendigen Wohnungsmarkts zukunftsfähig zu machen? Mit den Wahlprüfsteinen fühlt der Verband Wohneigentum (VWE) den Parteien auf den Zahn.

Reichstag
Viele Menschen träumen von den eigenen vier Wänden. Selbst der Deutsche Mieterbund zitiert in seinem Mitgliedermagazin aktuell eine Studie, nach der 96 Prozent der Mieter gerne Wohneigentum besäßen.   © pixabay_Peter Dargatz

Wenn Menschen von Wohneigentum träumen, hat das solide Gründe, weiß VWE-Präsident Manfred Jost: "Sie wünschen sich Sicherheit, Selbstbestimmung, bezahlbaren Wohnraum für die Familie, eine stabile Geldanlage und eine solide Altersvorsorge. Und das nehmen wir ernst: Wer ein Haus baut oder kauft, schafft Zukunft."

Doch die Hürden für bezahlbares Wohneigentum werden immer höher: Bauland ist knapp, die Kosten für Bau, Kauf von Bestandsimmobilien steigen und die hohen Nebenkosten wie die aktuell diskutierte Grunderwerbsteuer belasten. Und nicht zuletzt spielen Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer eine wichtige Rolle beim Klimaschutz im Gebäudebereich.

Was ist für die nächste Wahlperiode geplant?

Mit den Wahlprüfsteinen zu 8 Bereichen rund um das Thema selbstgenutztes Wohneigentum fühlt der VWE den Parteien auf den Zahn. Wir sind gespannt auf die Antworten, die wir im Sommer erwarten.

1. Bundesbauministerium

Wohnen gilt zu Recht als "neue soziale Frage". Planen Sie, ein Bundesbauministerium zu schaffen, in dem die Vielzahl der Herausforderungen von bezahlbarem Wohnraum, Städtebau, Entwicklung ländlicher Räume, Klimaschutz im Gebäudebereich, ressourcenschonendes Bauen etc. ganzheitlich bearbeitet werden?

2. Das Eigenheim als wichtige Wohnform

Das Eigenheim ist Wunsch vieler und eine ideale Wohnform für Familien, Homeoffice-tauglich und ein Baustein der Altersvorsorge. In welcher Weise wird zukünftig das Eigenheim eine von Ihrer Partei gleichwertig akzeptierte und geförderte Wohnform sein (Eigenkapitalstärkung, Stopp der Kostenspirale)?

3. Klimaschutz im Gebäudebereich

Klimaschutz heißt für selbstnutzende Wohneigentümer: energetische Sanierung der Bestandsimmobilie. Durch die CO2-Bepreisung und die anstehende Renovation Wave steigt der Investitionsdruck. Planen Sie auskömmliche Förderungen, auch Zuschüsse, das Prinzip: "Fordern und Fördern", auch Sektorenkopplung?

4. Altersgerecht Umbauen

Besonders das Wohneigentum eignet sich für selbstbestimmtes Wohnen bis ins hohe Alter. Zuschussprogramme für altersgerechten Umbau waren in der Vergangenheit oft früh ausgeschöpft. Planen Sie, die aktuell 150 Mio. € zu erhöhen, etwa mit dynamischer Komponente, um Planungssicherheit zu gewährleisten?

5. Wohneigentümer entlasten: Grunderwerbsteuer

Die Erwerbsnebenkosten sind mit bis zu 15 Prozent der Kaufsumme zu hoch. Besonderes Gewicht hat mit 3,5 bis 6,5 Prozent die Grunderwerbsteuer. Streben Sie die Abschaffung der Steuer für den Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums an oder planen Sie eine andere bundesweite effektive Entlastung?

6. Wohneigentümer entlasten: Grundsteuer

Nach Abschluss der Grundsteuerreform seitens des Bundes setzen die Länder entsprechende Modelle um. Die Reform sollte insgesamt aufkommensneutral sein, dennoch ist über die Hebesätze ein massiver Anstieg zu befürchten. Planen Sie, dies seitens des Bundes zu bremsen, etwa durch eine Deckelung?

7. Stadtentwicklung: Quartier und Siedlung

Klimaschutz muss durch Quartierslösungen gestärkt werden. Was planen Sie, um Kommunen und sonstige Akteure verstärkt zur Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen wie Blockheizkraftwerke, Nah- oder auch Fernwärme zu motivieren? Wie sollen Eigenheimbesitzer aktiv einbezogen werden?

8. Aufwertung ländlicher Räume

Bauen und Wohnen ist in den ländlichen Räumen kostengünstiger als in Metropolen. Welchen Rahmen wollen Sie für eine zukunftsfeste Infrastruktur entwickeln (Arbeit, Digitalisierung, auch für Homeoffice, Mobilität, allgemeine Versorgung), um Landstädte und Dörfer als Lebensmittelpunkt zu stärken?