Was ist monatlich zu tun .... !?
Quelle: www.gartenberatung.de / Tips rund um das Jahr
Was ist im September zu tun?
Ernten und Pflanzen sind jetzt die wichtigsten Tätigkeiten im Garten. Nutzt das ideale Pflanzklima der kommenden Wochen, um frische Akzente im Garten zu setzen. Auch lassen sich im September gut verschiedene Wintersalate aussäen und mit den richtigen Schnittmaßnahmen die Obsternte im nächsten Jahr vorbereiten.
+ Ziergarten:
Blumenzwiebeln setzen - Pflege und Neuanlage des Rasens - Stauden teilen - Mahd Blumenwiese - Knollen der Sommerblüher ausbuddeln
Pflanzzeit
Für Stauden und Ziergehölze beginnt die Hauptpflanzzeit. Bei der Auswahl der Pflanzen sollten wir auch an deren Nutzen für Insekten denken. Viele von ihnen sind auf Pollen und Nektar als Nahrung angewiesen. Mit der "richtigen" Wahl leisten wir einen erheblichen Beitrag gegen das Insektensterben. Auch unter den Ziergehölzen gibt es viele Arten, deren Blüten eine ergiebige Nahrungsquelle sind. Eine besondere Aufgabe erfüllen Pflanzen, die ihre Blüten öffnen, wenn die Nahrung knapp ist. Beispielsweise blühen die Winterheide (Erica carnea) und die Chinesische Mahonie (Mahonia bealei und M. media) vom Winter bis zum Frühjahr. Im Vorfrühling folgt dann die Kornelkirsche (Cornus mas und C. Officinalis). Knapp ist die Nahrung auch am Ende der Vegetationszeit. Dann blühen noch die Sommerheide (Calluna vulgaris) und der Gewöhnliche Efeu (Hedera helix).
Ziersträucher mit gefüllten Blüten sind als Nährgehölz meistens uninteressant, da durch Züchtung die mit Pollen besetzten Staubblätter zu Blütenblättern umgewandelt wurden.
Blumenwiese mähen
Auf der Blumenwiese steht die letzte Mahd an. Damit die nachwachsenden Kräuter den Winter überstehen, brauchen sie jetzt Licht und Luft für einen kräftigen Wachstumsschub. Räumt das Mähgut nicht sofort ab, sondern lasst es einige Tage lang liegen und welken. Dadurch reifen Samen nach und werden aus ihren Kapseln fallen. Wie oft Blumenwiesen im Jahr zu mähen sind, hängt u.a. vom Standort ab. Auf mageren Wiesen kann ein Schnitt genügen, während auf nahrhaften Böden drei erforderlich sein können.
Rasen
Nach den sommerlichen Strapazen braucht der Rasen Unterstützung. Eine kaliumbetonte Düngung macht ihn fit für den Winter. Denn Kalium verringert die Frostanfälligkeit, stabilisiert die Zellwände und erhöht die Widerstandskraft gegen Pilzinfektionen. Entsprechende Herbst-Rasendünger sind im Fachhandel zu bekommen. Rasen ist auch für das regelmäßige Abharken von Falllaub dankbar, denn er nutzt jeden Sonnenstrahl, um sich für die dunkle Jahreszeit zu rüsten.
Bedenkt beim Aufräumen im Garten, dass viele Tiere ihr Winterquartier unter abgetrockneten Stauden, zwischen Grasbüscheln oder in Laub- oder Reisighaufen finden.
Wenn ihr einen Rasen anlegen wollt, dann ist die Zeit im September sehr gut geeignet. Nicht die preisgünstige, aber die schnellste Art zu einem strapazierfähigen Rasen zu kommen, ist das Verlegen von Rollrasen. Der ist sogar nach kurzer Zeit begeh- oder bespielbar. Nicht von den vorbereitenden Erdarbeiten, aber von den Kosten unterscheidet sich der direkt an Ort und Stelle ausgesäte Rasen. Er ist billiger zu haben. Aber bei beiden Varianten ist der ökologische Wert für den Garten eher niedrig. Wenn ihr die Natur fördern wollt, ist das Anlegen einer artenreiche Grünfläche mit Gräsern und Kräutern der richtige Weg. Auch dafür ist jetzt die passende Zeit.
Blumenzwiebeln setzen
Zu den ersten Zwiebelgewächsen gehören die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) und die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Nicht so eilig haben es die Frühlingsblüher wie Krokus, Narzissen und Tulpen, deren Zwiebeln ab Oktober in den dann etwas abgekühlten Boden gesteckt werden sollten.
Narzissen und Tulpen lassen sich zu wunderschönen Sträußen binden, die lange in der Vase halten. Wenn ihr jetzt Blumenzwiebeln reihenweise in ein Beet pflanzt, bekommt ihr im nächsten Jahr genügend Blüten für dekorative Frühlingssträuße.
Besonders natürlich und nicht von Menschenhand gepflanzt wirken Zwiebelblumen, die sich selbst vermehren und größere Flächen besiedeln: z:B. Blaustern (Scilla sibirica), Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Schneestolz (Chinodoxa luciliae), Wildkrokus und Winterling (Eranthis hyemalis).
Zweijährige Sommerblumen pflanzen
Zeit zum Pflanzen wird es für zweijährige Sommerblumen wie Bartnelke (Dianthus barbatus), Fingerhut (Digitalis purpurea), Goldlack (Cheiranthus cheiri), Marienglockenblume (Campanula medium) und Stockrose (Alcea ficifolia). Sollten sich "Zweijährige" selbst ausgesät haben, können sie ausgegraben und an eine andere Stelle verpflanzt werden.
Sommerblühende Knollenpflanzen sichern
Noch blühen Dahlien, Indisches Blumenrohr (Canna-Indica-Hybriden) und Knollenbegonien.
Wenn die ersten Nachtfröste vorüber sind, müssen die "Knollen" aufgenommen, von anhaftender Erde und faulenden Pflanzenteilen gereinigt sowie getrocknet werden. Danach überwintern die "Knollen" an einem frostfreien Platz, in Zeitungspapier eingewickelt oder mit Sand bedeckt, in einer Kiste.
Stauden teilen
Der September ist grundsätzlich eine gute Zeit, um Stauden zu teilen. Ältere Exemplare von Taglilien (Hemerocallis x cultorum), Pfingstrosen (Paeonia spp.), Christ- und Lenzrosen (Helleborus spp.) sind empfindlich und sollten schonend geteilt werden. Säubert den Wurzelballen unter einem Wasserstrahl von anhaftender Erde und durchtrennt dann die freigelegten Wurzeln mit einem Messer.
Iris und andere Stauden, die ihr Laub bereits einziehen, können durch das Zerteilen des Wurzelstocks entweder vermehrt oder alte Exemplare verjüngt werden. Setzt die Stauden mit dicken Rhizomen nur so tief in die Erde, dass ihre Oberseite noch sichtbar bleibt.
Wolfgang Roth
+ Obstgarten:
Obstgehölze schneiden - Ernten - Fallobst aufsammeln - Pflanzen schützen - Spalierobst
Erntezeit

Bei Quitten, 
Pflaumen und Zwetschgen, die gepflückt und nicht vom Baum geschüttelt wurden, halten in kühler Umgebung einige Tage lang frisch.
Vor dem Einlagern von Obst den Raum gut lüften und die schon einmal verwendeten Holzsteigen oder Obstkisten mit Seifenwasser reinigen.
Pflanzen schützen
Es ist auch Zeit für die Bekämpfung zweier Schmetterlinge mit hohem Schädigungspotential: Im Frühjahr können die Raupen des Kleinen Frostspanners in Massen auftreten und einen Apfelbaum kahl fressen. Die flugunfähigen weiblichen Schmetterlinge kriechen ab September zur Eiablage in die Baumkrone. Leimringe, die um den Baumstamm und die Stützpfähle gelegt werden, verhindert das Emporkriechen.
Der zweite Schädling ist der Apfelwickler, auch Obstmade genannt, der als Ei auf die Fruchtschale abgelegt wird und sich als "Wurm" in den Apfel frisst. Wenn sich die Larven verpuppen und in Rindenritzen versteckt haben, lassen sie sich von September bis Oktober mit Nematoden biologisch bekämpfen, z.B. mit "nemapom". Die Nematoden werden mit Wasser und einem Netzmittel auf die Äste und Baumstämme gesprüht.
Fallobst aufsammeln!
Das regelmäßige Aufsammeln und Entsorgen von Fallobst hält die Obstbäume gesund, denn dadurch werden die Lebenszyklen von Schädlingen und Krankheiten unterbrochen.
Pflegeschnitt
Nehmt beim letzten Erntegang eine Säge mit in die Obstbäume und sägt die Äste mit den unerreichbaren Früchten ab. Falls noch nicht geschehen, entfernt jetzt die noch belaubten Wasserschosse.
Wenn bei einem Walnussbaum ein Auslichten notwendig sein sollte, dann schneidet nach der Ernte und bei einem jungen Baum zwischen August und Oktober. Durch diesen Schnitttermin kann allzu starkes "Bluten" im Frühjahr verhindert werden.
Die abgeernteten, alten Ruten der Sommerhimbeeren dicht über dem Boden abschneiden.
Damit die Weintrauben zum Ende der Reifezeit noch möglichst viel Sonne abbekommen, sollten Schatten werfende Laubblätter und Geiztriebe entfernt werden.
Für den Rückschnitt von Steinobst ist gleich nach der Ernte die beste Zeit. Bei stark wachsenden Kernobstbäumen sollten umgehend die noch belaubten "Wasserreiser" entfernt werden. Das Auslichten erfolgt dann am Ende des Winters.
Es wird Zeit, die Triebe stark rankender Kiwis auf 50 cm Länge zu kürzen und bei den Sommer-Himbeeren alle abgeernteten Ruten so tief wie möglich zu entfernen. Dadurch bekommen die jungen Ruten Platz, um sich gesund zu entwickeln. Ausreichend sind 10 bis 12 Stück je laufendem Meter.
Kulturtipps
Wer in kühleren Lagen auf wärmebedürftiges Obst wie Aprikose und Pfirsich nicht verzichten möchte, sollte dieses als Spalierobst an einer Mauer oder Hauswand ziehen. Ein weiterer Vorteil dieser Baumform ist, dass trotz guter Erträge wenig Platz benötigt wird.
Spalierobst ist nicht an eine Mauer gebunden. Es kann auch als Gestaltungselement irgendwo im Garten genutzt werden: bspw. zur Einfassung einer Sitzecke, als Begleitung eines Weges oder als Abgrenzung zum Nachbargrundstück. Die Auswahl von Obstarten ist groß. Neben den klassischen Obstbäumen eignen sich auch an einem Gerüst gezogene Beerensträucher wie Johannis- und Stachelbeeren.
Unkompliziert im Anbau und vielseitig in der Küche verwendbar ist Schwarzer Holunder (Sambuca nigra). Er lädt gleich zweimal im Jahr zum Ernten ein: Im Mai oder Juni sind die cremefarbenen Blütendolden zur Herstellung von Blütensirup begehrt. Im Herbst reifen dann die blauschwarzen Früchte, die häufig im Wettstreit mit Vögeln geerntet werden. Grundsätzlich sollten die Beeren nur gekocht verwendet werden, etwa als Saft, Gelee und Marmelade. In Baumschulen erhaltet Ihr ertragreiche Sorten mit hellen und schwarzen Beeren.
Im Sommer gepflanzte Erdbeeren bei anhaltender Trockenheit unbedingt wässern.
Wolfgang Roth
+ Gemüsegarten:
Wärmeliebendes Gemüse im September abernten. Herbstgemüse braucht noch etwas Dünger. Um die Gefahr der gefräßigen Raupen des Kohlweißlings umweltverträglich einzudämmen, hilft Absammeln. Diese Aussaaten und Pflänzchen können noch in die Erde.

Ernte
In kalten Lagen kann es bereits Nachtfrost geben. Zuvor solltet ihr alle Bohnen, Tomaten, Gurken, Kürbisse und Zucchini abgeerntet haben. Leichte Fröste lassen sich mit Gartenvlies abwehren.
Zwiebeln und Knoblauch stecken
Wintersteckzwiebeln, die bis Mitte Oktober in die Erde kommen, haben einen deutlichen Erntevorsprung vor der Frühjahrespflanzung. Ebenfalls wird es Zeit für das Stecken von Winterknoblauch.
Pflege Herbstgemüse
Herbstgemüse ist noch im vollen Wachstum. Brokkoli, Blumenkohl, Kopfkohlarten, Porree (Lauch), Rote Bete, Sellerie und Steckrübe (Kohlrübe) nehmen im September und Oktober stark an Gewicht zu. Deshalb sind Pflegemaßnahmen wie mehrmaliges Hacken, Unkraut jäten und Wässern bei Trockenheit sehr wirkungsvoll. Bis zu 6 Wochen vor der Ernte ist bei schwacher Nährstoffversorgung eine Düngung effektiv.
Alle Röschen beim Rosenkohl werden etwa gleich groß, wenn die Pflanze "geköpft" wird. Der optimale Zeitpunkt ist, wenn die unteren Röschen einen Durchmesser von einem Zentimeter erreicht haben, aber nicht später als Ende September.
Die Gefahr, dass Kohl von gefräßigen Raupen heimgesucht wird, ist nicht gebannt. Noch kleben Kohlweißlinge ihre gelben Eier, aus denen sehr bald hungrige Raupen schlüpfen, auf die Blattunterseite. Damit die Raupen keinen Schaden anrichten, müssen sie abgesammelt und die Eier zerdrückt werden. Besser ist es, wenn die Pflanzen schon zu Kulturbeginn mit Gemüsevlies abgedeckt wird, um einen Befall von vornherein auszuschließen.
Beikräuter jäten
Auch viele Beikräuter haben ihr Wachstum noch längst nicht eingestellt. Oft unterschätzt werden Vogelmiere (Stellaria media) und Franzosen- oder Knopfkraut (Galinsoga spp.). Sie blühen laufend nach und produzieren keimfähige Samen bis in den Oktober. Eine Franzosenkraut-Pflanze entwickelt bis zu 10.000 Samen, die im Boden mehr als 10 Jahre überdauern. Angesichts dieser großen Nachkommenschaft solltet ihr auch im Herbst mit dem Jäten nicht nachlassen.
Aussaaten und Pflanzen
Durch die Klimaerwärmung verlängert sich die Anbauzeit. Es können noch Aussaaten von verschiedenen Salaten wie Asiasalat, Gartenkresse, Salatrauke (Euruca sativa), Winterportulak (Claytonia perfoliata) und von Radies und winterfesten Spinat-Sorten gelingen. Einen Versuch wert ist auch das Pflanzen von Batavia- und Pflücksalat sowie Endivien und als Winterkultur Kopfsalat mit entsprechenden Sorten.
Feldsalat (Valerianella locusta) ist ein beliebter Herbst- und Wintersalat. Er ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Wenn ihr ihn bis Ende September aussät, wird er noch genügend Zuwachs für eine reiche Ernte bringen. Vorgezogene Setzlinge können bis Mitte Oktober ins Beet gepflanzt werden. Danach ist nur die Kultur im (unbeheizten) Gewächshaus möglich. Bei knackigem Frost ist sowohl im Freien als auch im Gewächshaus oder Frühbeet eine Vliesabdeckung erforderlich.
Wer Feldsalat nicht einzeln sondern in Tuffs anzieht, kann ihn später büschelweise ernten. Der Vorteil, das geht schnell und an den Pflanzen haftet weniger Erde. Sät in kleine, mit Anzuchterde gefüllte Töpfe bis zu sieben Samen als Tuff aus. Zur Anzucht eignen sich u.a. Multitopfplatten mit 3 cm Topfgröße. Nach drei Wochen sind die Salatbüschel groß genug, um ins Beet gepflanzt zu werden.
In milden Lagen bestehen auch für frisch ausgesäte Möhren Chancen, den Winter unter Gemüsevlies zu überstehen.
Bei freundlichem Herbstwetter kann es sich Anfang des Monats noch lohnen, auf freigewordenen Beeten Gründünger zu säen. Letzter Aussaattermin für überwinternde Gründünger wie Winterroggen und Dinkel ist der 15. Oktober.
Tomaten trocken halten
Wenn das Laub der Tomaten über eine längere Zeit feucht ist, kann sich die Kraut- und Braunfäule epidemieartig ausbreiten. Haltet die Pflanzen trocken und wässert nur den Wurzelbereich. Sorgt im Gewächshaus für Durchzug. Freilandtomaten lassen sich mit einem lichtdurchlässigen Foliendach vor Regen schützen. Damit auch unter Tomatenhauben die Luft schnell trocknet, müssen diese morgens bei trockenem Wetter hochgerollt werden.
Tomaten lassen sich einfach durch selbst geerntete Samen vermehren. Vorausgesetzt, sie stammen von samenfesten Sorten. Nachzuchten von F1-Hybriden sind ungeeignet, weil die Sämlinge unterschiedlich ausfallen und sich von der Mutterpflanze unterscheiden.
Zur Samengewinnung halbiert eine gesunde, vollreife Frucht, entnehmt den Samen und gebt diesen in ein mit Wasser gefülltes Glas. Nach 2 Tagen hat sich das Fruchtfleisch von den Kernen gelöst und lässt sich in einem Sieb mit Wasser abspülen. Die getrockneten Samen werden dann kühl und dunkel gelagert.
Wolfgang Roth