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Siedlergedicht von Karl Prinz

Ein Gedicht eines Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit *)

 
 
Als nach des Tages brennender Glut
die Sonne im Westen gesunken,
da saß ich allein auf der Gartenbank
und hab’ mir ein Fläschchen getrunken.

Ich dacht’ an das heutige Siedlerfest
und Gedanken kamen geflogen,
und vor meinem inneren Auge ist dann –
viel Trübes vorüber gezogen.

Nun sitz’ ich jetzt hier wie der arme Job,
und ich komm’ mir vor, wie vergessen.
Ich dacht’ dran, dass ich mal so wie ihr –
ein eigenes Häuschen besessen.

Auch ich tat damals meine Pflicht,
sogar im gesteigerten Maße,
doch dort, wo einst mein Häuschen stand,
liegt heute Schutt auf der Straße.

Wie dieses zuging und wie es kam,
die meisten hier werden es wissen.
Eine Bombe fiel in der Wintersnacht,
hat Haus und Habe zerrissen.

Nun ja, denkt ihr, das war böses Pech,
doch lässt sich das wieder beheben. –
Ne, ne liebe Freunde, so leicht ist das nicht,
das werdet ihr gleich noch erleben.

Ihr denkt vielleicht wie es damals war –
da brauchtet ihr nicht viel zu laufen –
nur eine einzige Unterschrift
und das Material kam zu Haufen.

------ „doch es war anders“ ------

Bei W. war dieser Tage viel los –
mit reden und disputieren,
es ging darum – wie könnte man bloß
den Wiederaufbau finanzieren.

Man redete hin, man redete her
von Hypothek und Darlehen.
Man fand die Sache sei gar nicht schwer,
man müsste bloß richtig klar sehn.

Dann ging man zu Bett und beschloss noch vorher
nun keinen Tag mehr zu versäumen.
Frau W., die etwas fantastisch war,
begann gleich vom Aufbau zu träumen.

Ein lautes Klopfen um Mitternacht
tat W. im Schlafe erschrecken.
Er erhob sich vom Lager und ging vor die Tür
um den Störfried zu entdecken.

Da steht im Dunkeln eine Gestalt –
mit furchtbar großem Kopfe –
blau das Gesicht, blau das Gewand –
eine blaue Feder im Schopfe.

Na W., weißt du nicht wer ich bin,
du wirst es wohl nie erraten.
Ich bin der St. Bürokratius,
der Schutzgeist der Amtsbürokraten.

Ich hab’ heute Abend zwar unsichtbar
in Eurem Kreise gesessen
und ich fand, ihr habt bei der Planerei
mein Dasein total vergessen.

Blau ist der Stempel und blau ist die Tint’
und der Blaustift, das ist mein Schwert
und alle Befehle, die ich schick,
sie tragen ein blaues Couvert.

Ich sitz wie ein Gott auf dem blauen Trohn
und erfinde stets neue Sachen,
mein ganzes Dasein hat nur den Zweck,
das Leben dir sauer zu machen.

Auch du wirst bald näher mit mir bekannt,
wirst noch manch blaues Wunder erleben.
So sprach die Gestalt und mit höhnischem Lachen
tat sie in die Luft sich erheben.

Tags drauf ging der W. dann zum Amt,
so man’s ihm hatte empfohlen.
Er wollte sich dort bei dem zuständigen Herrn
Rat und Belehrung holen.

Ha’ ha’ rief der - wenn das alles ist,
ein Architekt und ein Schriftstück,
das reichen sie ein und dann hat sich das,
das machen wir zwischen dem Frühstück.

Doch lange zogen die Tage dahin
und es tat sich nichts weiteres begeben –
bis eines Tages ein blauer Brief
tat Webers Mut neu beleben.

Herr W., da wär noch ‚ne Kleinigkeit,
die sei ihnen hiermit kund,
da steht noch ihr Keller aus früherer Zeit
auf dem neu zu bebauenden Grund.

700 DM das ist kein Geld,
die zahlen sie bestimmt aus der Weste,
eine baldige Zahlung wäre erwünscht
und in ihrem Falle das Beste

Der W., das war ein Optimist
und er sprach zur Frau Mathilde,
da reiß dir nur keine Haare aus,
man scheint dort nicht richtig im Bilde.

Ich grub das Loch in den Heidesand,
tat schalen und betonieren,
3 Trägerchen und ein paar Sack Zement,
die tat man dazu spendieren.

Und wieder gingen die Tage dahin
und W. wurd’ langsam miesig,
doch da kam wieder ein blauer Brief –
das freute den Weber dann riesig.

Herr W., es bricht uns tatsächlich das Herz,
doch lässt es sich nicht umgehen.
Wir müssen, sobald ihr Haus wieder steht,
die Pacht auf 6 Pfg. erhöhen.

Dann falls sie sich weigern und dieserhalb
Protest auch noch werden erheben,
dann werden wir ihnen ganz einfach und kurz
die Erlaubnis zum Aufbau nicht geben.

O ha! denkt der W., das ist ja ein Ding,
das ist ja schon nicht mehr heiter.
Er meldet die Sache dem Siedlervorstand,
der gibt den Fall dann weiter.

Und wieder folgt eine kurze Zeit
in der W. nichts weiteres hört,
bis wiederum dann ein Brief ankam
in üblich blauem Couvert.

Herr W., ihr Baugesuch ging hier ein
und alles ist schön und ist richtig
nur Eines noch wäre da mitzuteilen,
da es für sie sehr wichtig.

Wir finden in ihren Akten hier
noch einen offenen Posten.
Es sind bloß 731,11 – die kommenden Straßenbaukosten.

Das können sie nun betrachten nach Wunsch,
sie können sich auch beschweren –
doch werden sie in diesem Fall
von ihrem Gesuch nichts mehr hören.

Sie meinen, das hätte mit dem Zahlen doch Zeit.
Herr W., was sind sie naiv.
Ein Messtrupp von uns ist schon ab nach dem Mond
mit Messstäben und mit Stativ.

Nun hat der W. sich niedergelegt
und er wurde mehr und mehr kränklich
und Zeichen von leichtem Verfolgungswahn,
die machten den Zustand bedenklich.

Der Landesgruppe, der diese Dinge gemeld’,
und als äußerst „brennend“ benannt,
die hat nur das Wörtchen „brennend“ kapiert
und nen Feuerwehrmann abgesand.

Der hat sich zuerst mal orientiert
und zum Schluss dann den W. verheißen,
jetzt ginge es rund und als erstes tät er
das ganze Rathaus zerreißen.

Der W. indes als vernünftiger Mann
nahm sich keine Zeit zum Verschnaufen,
so ist er dann wegen des Landesdarlehns
erneut zum Rathaus gelaufen.

Ein Darlehn, Herr W., das könnten sie haben –
doch hat die Sache ein Häkchen.
Sie brauchen dazu in jedem Fall
ein niedliches Hypothekchen.

Da gehen sie gleich um das Haus hier herum
zur Sparkass’, die sind da zuständig.
Das sind überhaupt keine Schwierigkeiten –
die Leute sind dort sehr verständig.

Der Mann dort am Schalter hört seine Begehr
und war sehr höflich und nett –
doch dann frug er etwas von Erbpachtvertrag –
ob W. den wohl bei sich hätt’?

Ne ne sprach W., den hab ich noch nicht
erwarten tu ich ihn täglich,
das heißt ich warte schon 20 Jahr.
Man sagt mir, es war noch nicht möglich.

Da gibt der Mann dem W. den Rat,
er möge zur Liegenschaft gehen
und falls er dort den Vertrag bekäm’ –
dann könnte man weiter sehen.

Nun W. ging auch zur Liegenschaft
und frug dort nach seinem Vertrag,
doch hatte er gleich so ein komisch Gefühl –
es sei heut kein günstiger Tag.

Den Erbpachtvertrag, kommt gar nicht in Frag’
solang die Baracken noch stehen,
die reißt erst mal ab und baut was auf –
wir möchten mal endlich was sehen.

Nun ward’s mit dem Weber langsam fatal,
sein Blick wurde ängstlich und irre
und jedem Bekannten wurde es klar,
dass der Geist von W. sich verwirre.

Doch wie das so bei uns Deutschen ist,
das Gehorchen liegt uns in den Knochen.
So hat dann W. auch tags darauf –
die Baracke schnell abgebrochen.

Dann her mit den Steinen und 1, 2, 3
sah man Giebel und Erker erstehen –
und W. hinaus auf die Straße ging
sein Werk von dort zu besehen.

Ein Auto kommt an, ein Mann steigt aus
und tat den W. ansprechen –
er meinte, es wäre ja alles ganz nett –
doch müsste er’s wieder abbrechen.

Denn sagen sie W., wo soll das denn hin,
Sie sind wohl ganz von Sinnen.
Wie können sie ohne Bewilligungsbescheid
schon mit dem Aufbau beginnen.?

Da war’s dann mit seinem Verstand geschehen
Und er sah bloß noch rote Ringe
Und so wie im Kino erlebt er noch mal
den Ablauf der jüngsten Dinge.

Kein Darlehn, weil keine Hypothek
und die nicht, weil kein Vertrag
und keinen Vertrag weil man möchte was sehen
und dann jetzt der neue Schlag.

So hat es den W. dann übermannt
und es war ihm gleich, was daraus werde –
er schlug den Mann ohne anzuspitzen –
mit einem Schlag in die Erde.

Tatüh, tatah! Die Polizei,
die wollte den W. fangen –
doch der, der hatte sich unbemerkt
im 700,00 Markskeller erhangen.

Die Familie kam vom Friedhof zurück –
das Herz voll Kummer und Leid,
da kam die Post, - ein blauer Brief, -
es war der Bewilligungsbescheid.

Tünis

*) Dieses Gedicht schildert die Zerstörung von vier Häusern
durch eine Bombe auf dem Schlehenweg im letzten Krieg
und erläutert die Anstrengungen des Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit.

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