Dezember 2021

Silvestergruß
© Yvonne Lemke

31. Dezember und 1. Januar - Silvester und Neujahr


Silvester oder der letzte Tag des Jahres

Ein Jahr ist nichts, wenn man’s verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts; wenn man’s verflacht;
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.
Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht ein Neues bot.
Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen mißt des Lebens Gang,
ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.


Hanns Freiherr von Gumppenberg (1866-1928)
 
Schon bei den Römern und Germanen

Die alten Römer feierten das erste Mal ein Jahresendfest 153 vor Christus, nachdem der Jahresanfang vom 1. März auf den 1. Januar verschoben wurde.
Auch bei den Germanen gab es Feste zum Jahresende - vor allem in Verbindung mit Feuerrädern und ganz viel Lärm. Denn der 31. Dezember liegt genau in der Mitte der zwölf Rauhnächte - Sie erinnern sich?
Die Rauhnächte vom 24. Dezember bis zum 6. Januar sind die Nächte, in denen sich wilde Gestalten und furchterregende Geister in der Dunkelheit herumtreiben und die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Die Grenzen zwischen der jenseitigen und der diesseitigen Welt sind durchlässig.
Der germanische Kriegsgott Wotan saust mit wilden Horden durch die Lüfte und nimmt alle mit, die sich unvorsichtigerweise aus dem sicheren Haus trauen. Nur Feuer und Krach halfen, die dunklen Gespenster zu vertreiben. Daher stammt heute auch der Brauch, mit Raketen und Böllern das neue Jahr zu begrüßen.

Warum heißt der Tag nun eigentlich Silvester?

Von 314 bis 335 war Silvester I. Bischof von Rom. Kaiser Konstantin bekannte sich unter seinem Pontifikat zum Christentum. Der Legende nach soll Silvester den an Lepra erkrankten Kaiser geheilt haben. Er hat ihn anschließend auch gleich getauft.
Zu Ehren von Papst Silvester I. wurde der 31. Dezember auch seit dem Jahr 813 als sein Namenstag gefeiert.
Der 31. Dezember ist übrigens erst seit dem Jahr 1582 der letzte Tag des Jahres.
Vorher im julianischen Kalender war es der 24. Dezember. Papst Gregor XIII. hatte endgültig die Faxen dicke. Der bis dahin gültige julianische Kalender war zwar auch ein Sonnenkalender, aber leider im Laufe der Jahrhunderte ungenau geworden. Alle 128 Jahre kam ein Tag hinzu. Außerdem hatten sich die Jahreszeiten komplett verschoben.
Das konnte so nicht weitergehen!

Eine Kalenderreform musste her - uns besser bekannt als der gregorianische Kalender. Auch ein Sonnenkalender mit 365 Tagen, zwölf Monaten mit 30 oder 31 Tagen und dem Februar mit 28 Tagen. Alle vier Jahre ist ein Schaltjahr, dann hat der Februar 29 Tage.
Alle 3236 Jahre muss beim gregorianischen Kalender ein Tag zugegeben werden, besser als alle 128 Jahre wie beim julianischen Kalender.
Jetzt war es auch wieder einfacher, das Datum des Osterfestes zu bestimmen.
Na wissen Sie es?
Das Osterfest wird immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert, der am oder nach dem 21. März stattfindet.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen guten Beschluss und rutschen Sie sanft, gesund und sicher ins neue Jahr 2022!

Ihre Dr. Yvonne Lemke