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Im Herbst leuchten die Blätter bunt und viele Tage lang verzaubert das Laub unsere Gärten. Doch irgendwann liegt alles am Boden und wieder stellt sich die Frage, wohin mit den Laubmassen? Einfach liegenlassen? Ab auf den Kompost? Alles abfahren? Letzteres ist die schlechteste Option, verrät Gartenberater Sven Görlitz. Denn: Laub ist letztlich Humus und Nährstoffe frei Haus!

Fächerbesen
Auf Rasen und Wegen sollte das Laub immer entfernt werden.   © Görlitz/VWE

Oft wird das anfallende Laub nur als jährliches Ärgernis gesehen: "Die Bäume machen so viel Dreck" ist immer wieder zu hören. Vielleicht hilft hier eine Änderung der Sichtweise: Das anfallende Laub schützt den Boden und wird, durch Mulchen und Kompostieren mit anderen Materialien, zu wertvollem Humus. Dieser speichert Wasser, ernährt das Bodenleben und somit auch die Pflanzen. Statt alles abzufahren und später wieder Dünger und Gartenerde zu kaufen, kann es sinnvoll sein, das Laub Im Kreislauf des Werdens und Vergehens des Gartens zu belassen.

Hier muss das Laub weg

Auf Rasen und Wegen sollte das Laub immer entfernt werden. Auf Wegen kann es bei Nässe schnell rutschig werden und Rasengräser vertragen eine längere Abdeckung nicht, so dass der Rasen darunter abstirbt. Bestes Werkzeug hierfür ist ein breiter Kunststoff-Fächerbesen, damit arbeitet man so schnell und effektiv, dass man sich jedes motorbetriebene Laubsaug- oder Laubblasgerät sparen kann.

Laubsauger und Laubbläser

sind laut, verbrauchen Energie und (zer)stören Insekten und andere Kleinlebewesen.

Mulchen mit Laub

Auf allen offenen Bodenflächen wie unter Sträuchern, zwischen den Stauden und auf den abgeernteten Gemüsebeeten kann das Falllaub gerne liegen bleiben oder auch extra ausgebreitet werden. Mit einer solchen Mulchschicht bedeckt, kommt der Gartenboden mit seinem Bodenleben gut über den Winter. Diese Mulchschicht schützt den Boden vor starkem Frost, Auswaschungen von Nährstoffen und Abtrag bei Regen. Würmer und Mikroorganismen zersetzen die Blätter und tragen somit zur Düngung und einer Erhöhung des Humusgehaltes bei. Die gut isolierende Laubschicht ermöglicht zudem ein Überleben von vielen Kleinlebewesen. Die Mulchschicht sollte bis im März liegen bleiben, dann sollte sie abgetragen werden, damit sich der Boden erwärmen kann.

Tipp:

Sollte es regional so sein, dass Laub fällt während die Beete noch zu sehr im Wachstum sind, raten wir, das Laub zwischenzulagern und die Beete später abzudecken.

Wohin mit dem Rest?

Ihr könnt das Laub auch gut kompostieren. Allerdings sollte es nicht in großen Mengen aufgesetzt werden, sondern vermischt mit anderen Materialien wie Rasenschnitt und Gemüseresten aus der Küche auf den Kompost. Größere Mengen sollte man zwischenlagern und nach und nach mit anderen Materialien vermischt dem Kompost beigeben. Tipp: Nutzt den letzten Rasenschnitt mit dem Rasenmäher und Fangkorb auch zum Laub sammeln. Dieses gehäckselte Laub- /Grasgemisch eignet sich bestens zum Mulchen und Kompostieren.

Igel freuen sich über Laubhaufen, besonders wenn diese in trockenen Gartenecken - wie z.B. unter Nadelgehölzen - aufgeschichtet und mit Zweigen abgedeckt werden.

Sollte noch was übrig sein, so eignet sich Laub bestens als Schutz zum Überwintern empfindlicher Pflanzen im Garten. Dazu baut man eine Box aus Kaninchendraht oder Holz und füllt diese mit Laub. Damit kann man die Kübel von Topfpflanzen vor dem Durchfrieren schützen oder die Basis empfindlicher Pflanzen wie Olivenbaum oder Feige.

Krankes und befallenes Laub

Leider können am Falllaub aber auch viele Pilzerkrankungen wie Mehltau, Sternrußtau, oder die Marssonina-Pilzerkrankung der Walnuss überwintern und im Frühjahr erneut die Pflanzen befallen. Gerade Rosenblätter tragen oft verschiedene Blattpilze. Ebenso überwintert die Kastanien-Miniermotte im Falllaub der Rosskastanie. In diesen Fällen ist es ratsam, das Laub aus dem Garten zu entfernen und über die Komposttonne oder die Grüngutabfuhr entsorgen. Dort wird mit hohen Temperaturen kompostiert, was die Organismen abtötet.

Welches Laub für was?

Nussbaum- und Eichenlaub enthält viele Gerbstoffe, deshalb verrottet es schlecht und kann aufgrund des Säuregehaltes für viele Pflanzen eher wuchshemmend wirken. Will man daraus Kompost herstellen, so ist es vorteilhaft, wenn man es mit dem Häcksler oder dem Rasenmäher zerkleinert.

Für eine schnellere Rotte ist es ratsam, andere organische Stoffe, Gesteinsmehl und ggf. Stickstoff in Form von Hornmehl oder Schafwollpellets dazu zu geben. Der saure Kompost, der daraus entsteht, eignet sich für Pflanzen wie Hortensien, Rhododendron und Heidelbeeren.

Auch das Laub von Buchen, Kastanien und Platanen verrottet nur langsam. Die Blätter von Ahorn, Weide, Eschen und allen Obstgehölzen verrotten gut und können dem Kompost problemlos beigemischt oder zum Mulchen verwendet werden. Da Bäume im Herbst die Nährstoffe aus den Blättern ziehen, sind diese allerdings nicht sehr nährstoffhaltig. Eine Ausnahme ist hier die Erle: Da sie von Knöllchenbakterien an den Wurzeln mit Stickstoff versorgt wird, kann sie es sich erlauben, ihr Laub grün abzuwerfen. Dieses Laub enthält deshalb mehr Nährstoffe und kann sehr gut im Garten verwendet werden.

Sven Görlitz