Aktuelle Pressemitteilung vom VWE
Bonn/Berlin, 18. Juni 2026. Erreichen staatliche Förderprogramme die Menschen, für die sie gedacht sind? Und leisten sie tatsächlich den gewünschten Beitrag, um Investitionen in energetische Sanierungen, Wohneigentum oder Maßnahmen zur Barriere-Reduzierung anzustoßen? Diesen Fragen geht der gemeinnützige Verband Wohneigentum im Rahmen seines Jahresthemas 2026 "Förderung" mit einer bundesweiten Online-Befragung nach.

Daten für wirksame Förderpolitik
"Für eine evidenzbasierte Politikgestaltung ist es entscheidend zu verstehen, wie Förderinstrumente tatsächlich genutzt werden und welche Erfahrungen Menschen mit ihnen machen", sagt Peter Wegner, Präsident des Verbands Wohneigentum. "Die Ergebnisse unserer Befragung sollen einen Beitrag dazu leisten, Förderprogramme künftig noch zielgerichteter und wirksamer auszugestalten."
Anders als viele bisherige Untersuchungen konzentriert sich die Umfrage nicht nur auf Bekanntheit oder grundsätzliche Investitionsabsichten, sondern vor allem auf die praktische Anwendbarkeit von Förderprogrammen. Gefragt wird unter anderem:
Wie viel Zeit und Aufwand die Beantragung von Fördermitteln verursacht.
Ob Förderbedingungen und Zuständigkeiten verständlich und nachvollziehbar sind.
Wie Menschen mit geringerer digitaler Erfahrung die Antragstellung bewältigen.
Welche Auswirkungen kurzfristige Programmänderungen oder Förderstopps auf Investitionsentscheidungen haben.
Ob Förderprogramme Vertrauen schaffen oder Verunsicherung auslösen.
Welche Rolle Förderungen bei der Entscheidung für Sanierungen, Modernisierungen oder andere Investitionen spielen.
Ob Fördervoraussetzungen Investitionen erleichtern oder zusätzliche Kosten verursachen.
Welche Verbesserungen sich Eigentümerinnen und Eigentümer wünschen.
Darüber hinaus soll die Befragung Aufschluss darüber geben, warum manche Programme nur begrenzt genutzt werden, ob Regelungen wie das Vorzeitigkeitsverbot ausreichend bekannt sind und wie die Übersichtlichkeit der Förderlandschaft bewertet wird.
Ergebnisse werden im Herbst 2026 veröffentlicht
Die Ergebnisse werden im Herbst 2026 veröffentlicht und fließen in die politische Arbeit des Verbands Wohneigentum ein. Sie sollen Politik, Ministerien und Fördergebern wichtige Hinweise liefern, wie bestehende Förderinstrumente weiterentwickelt werden können, damit sie die Menschen besser erreichen und ihre angestrebte Wirkung entfalten.
Die Umfrage richtet sich an alle, die in den vergangenen Jahren eine Immobilieninvestition geplant oder umgesetzt haben - unabhängig davon, ob das Vorhaben letztlich realisiert wurde.
Das Wichtigste in Kürze:
Online-Befragung "Unterstützung oder Frust? Staatliche Förderung für Eigentümer"
Dauer: ca. 15 Minuten
Anonyme Teilnahme, keine Speicherung personenbezogener Daten
Ziel: Erkenntnisse zur Wirksamkeit, Praktikabilität und Zielgenauigkeit staatlicher Förderprogramme
Veröffentlichung der Ergebnisse im Herbst 2026
Laufzeit der Umfrage: bis 31. August 2026
Pressekontakt:
Anna Florenske| Pressesprecherin Verband Wohneigentum e.V.
0228 60468-20 | presse@wohneigentum-bund.de
www.wohneigentum.de | www.gartenberatung.de
Pressekontakt:
Anna Florenske| Pressesprecherin Verband Wohneigentum e.V.
0228 60468-20 | presse@wohneigentum-bund.de
Immer mehr Eigentümer und Eigentümerinnen steigen von Gas auf klimafreundliche Heizsysteme um - insbesondere auf Wärmepumpen, häufig ergänzt durch Photovoltaik und Stromspeicher. Diese Investitionen sind langfristig wirtschaftlich, ökologisch sinnvoll und politisch gewollt. Doch: Dabei entstehen in vielen Fällen zusätzliche Kosten rund um den Gasanschluss - etwa für Stilllegung, Trennung oder laufende Gebühren. Wie sind Ihre Erfahrungen dazu? Unsere Umfrage ist anonym und dauert nur wenige Minuten.

Ihre Erfahrung zählt. Nehmen Sie sich wenige Minuten Zeit und unterstützen Sie unser Engagement für eine faire, transparente und verbrauchergerechte Wärmewende. Hier geht es zur Umfrage.
Was viele nicht wissen: Mit dem Ende der Gasnutzung endet nicht automatisch jede Verpflichtung gegenüber dem Gasnetzbetreiber. In zahlreichen Regionen werden Eigentümer*innen mit zusätzlichen Kosten konfrontiert - für die Stilllegung, die dauerhafte Trennung, den Rückbau oder sogar für laufende Gebühren, obwohl kein Gas mehr bezogen wird.
Stilllegung, Trennung, Rückbau - viele Begriffe, wenig Klarheit
Bundesweit zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Netzbetreiber verwenden unterschiedliche Begriffe und Modelle, die für Verbraucher*innen oft schwer zu unterscheiden sind:
Vorübergehende Stilllegung: Der Anschluss bleibt technisch bestehen, wird aber außer Betrieb genommen. Teilweise werden hierfür laufende monatliche oder jährliche Entgelte verlangt.
Dauerhafte Trennung: Der Anschluss wird vom Netz getrennt, verbleibt aber häufig im Boden oder am Gebäude. Dafür werden oft einmalige Pauschalen erhoben.
Rückbau: Die Leitung wird vollständig entfernt - ebenfalls häufig kostenpflichtig.
Für Betroffene ist oft unklar, was technisch tatsächlich passiert, welche Variante notwendig ist und auf welcher rechtlichen Grundlage Kosten erhoben werden.
Kostenpraxis: große Unterschiede, wenig Transparenz
Berichten der Verbraucherzentralen zufolge varriert die Kostenpraxis bundesweit stark. Während manche Netzbetreiber Anschlüsse kostenfrei stilllegen oder zurückbauen, verlangen andere mehrere hundert bis über tausend Euro. Hinzu kommen in einzelnen Fällen laufende Vorhalteentgelte von rund zehn Euro pro Monat - ohne Gasbezug und ohne erkennbare Gegenleistung.
Diese Unterschiede werfen Fragen nach Transparenz und Fairness auf. Pauschale Beträge sind keineswegs branchenweit üblich, sondern Ausdruck regional sehr unterschiedlicher Auslegungen und Geschäftsmodelle.
Aktuelle Rechtsprechung: wichtiges Signal aus Oldenburg
Zusätzliche Bedeutung hat ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg (Az. 6 UKl 2/25). Das Gericht entschied, dass Gasnetzbetreiber nach der Niederdruckanschlussverordnung nicht berechtigt seien, Verbraucher*innen pauschal die Kosten für die Stilllegung eines Gasanschlusses aufzuerlegen. Gegen das Urteil läuft derzeit die Revision beim Bundesgerichtshof; es ist noch nicht rechtskräftig.
Auch wenn die endgültige Klärung noch aussteht und der Bundesgerichtshof noch eine Entscheidung treffen muss, stärkt das Urteil die Position der Verbraucher*innen. Es zeigt, dass Kostenforderungen keineswegs selbstverständlich sind und rechtlich überprüft werden können.
Die Perspektive der Gasnetzbetreiber
Aus Sicht der Gasnetzbetreiber stellt der Rückgang der Gasnutzung eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung dar. Gasverteilnetze sind langfristig angelegte Infrastrukturen mit hohen Fixkosten. Betrieb, Wartung und Sicherheit verursachen Kosten, unabhängig davon, ob einzelne Haushalte noch Gas beziehen.
Netzbetreiber argumentieren, dass sinkende Nutzerzahlen die Kosten auf immer weniger Kund*innen verteilen und zusätzliche Entgeltmodelle notwendig machen könnten. Zudem verweisen sie auf regulatorische Unsicherheiten und mögliche zukünftige Nutzungen der Netze, etwa für Wasserstoff oder klimaneutrale Gase.
Diese Perspektive verdeutlicht: Der Konflikt ist strukturell. Gleichzeitig kann er nicht zulasten einzelner Haushalte gelöst werden, die im Sinne der Klimaziele auf Gas verzichten.
Wer seinen Gasanschluss nicht mehr benötigt, sollte genau hinschauen:
Lassen Sie sich schriftlich erklären, welche Maßnahme konkret vorgesehen ist.
Verlangen Sie eine nachvollziehbare Kostenaufstellung und die benannte Rechtsgrundlage.
Akzeptieren Sie pauschale oder unklare Forderungen nicht vorschnell.
Verweisen Sie bei Stilllegungskosten auf das Urteil des OLG Oldenburg.
Verbraucherzentralen bieten hierzu Beratung und Musterbriefe an.
Warum wir nachfragen - und Ihre Mithilfe brauchen
Der Verband Wohneigentum sieht hier dringenden Handlungsbedarf. Der politisch gewollte Ausstieg aus dem Gas darf nicht durch intransparente Zusatzkosten konterkariert werden. Es braucht klare, bundesweit einheitliche Regeln, wie mit nicht mehr genutzten Gasanschlüssen umzugehen ist und wie Kosten fair verteilt werden.
Um belastbare Daten aus Sicht der Menschen mit Haus & Wohnung zu erhalten, führen wir derzeit eine kurze Umfrage durch. Sie hilft uns, Erfahrungen zu bündeln, Fehlentwicklungen sichtbar zu machen und diese fundiert in die öffentliche und politische Debatte einzubringen.