Jubiläumsfeier im Schatten des Watzmann Landesverband begeht 75jähriges Gründungsjubiläum in Berchtesgaden

Weiden/Berchtesgaden. 75jähriges Bestehen, das galt es nun im September (Corona hatte es im April verhindert) in kleinem, aber feinem Rahmen ein wenig zu feiern. So lud der Verband die Mitglieder des Landesverbandsausschusses nicht nur zur regulären "Festausschußsitzung", sondern auch zu einem Festakt nach Berchtesgaden ein. Natürlich ließ die herrliche Umgebung auch ausreichend Freiraum für entsprechende Besichtigungen und Ausflüge. Der Landesverband wollte damit seinen Ausschussmitglieder, stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, einmal Dankeschön für die geleistete Arbeit in all den Jahren sagen.

Der Präsident
Festredner Rudolf Limmer   © St.Zrenner

Nachstehend Auszüge aus der Festrede des Präsidenten Rudolf Limmer im kleinen Saal des Kongresshauses in Berchtesgaden:

"Ein herzliches Willkommen zu unserer kleinen Jubiläumsfeier zu unserem 75 jährigen Bestehen. Ich begrüße dazu alle Anwesenden recht herzlich, insbesondere unseren Ehrenpräsidenten, Siegmund Schauer, unseren Steuerberater Hans Nicklas mit Frau, sowie unsere beiden Revisoren Inge Kellermann und Hans-Jürgen Amend.

Gestatten sie mir zunächst einen Blick zurück mit Stolz in unsere Geschichte. Der 19. April 1947 ein denkwürdiger Tag in der Geschichte unseres Landesverbandes. Hier erfolgte in Regensburg in der ehemaligen Gaststätte "Schloß Tirol" die Gründung des Bayerischen Siedlerbundes.

Bereits 1946 hatten die alliierten Streitkräfte die Erlaubnis erteilt, wieder Bezirksverbände zu gründen, denn man hatte schnell erkannt, dass eine organisierte Hilfe zur Selbsthilfe sowohl beim Wiederaufbau oder Neubau der Häuser als auch bei der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln im eigenen Garten nicht nur hilfreich, sondern sehr notwendig war.

Schon damals wussten die Siedler anzupacken, so auch der damalige städtische Obergärtner von München, Anton Schmidt, der an der Spitze des Bezirksverbandes Oberbayern stand. Er wurde dann auch zum ersten Vorsitzenden des Bayerischen Siedlerbundes gewählt.
Ihm folgten dann Fritz Eckert und Paul Simmerding aus dem Bezirk Schwaben, Otto Benner aus der Oberpfalz und Siegmund Schauer und jetzt meine Person aus Oberfranken.

Veränderungen

In den Untergliederungen gab es in den Folgejahren immer wieder Veränderungen. So erinnern sich nicht nur die "alten Hasen" unter den Mitgliedern daran, dass es einmal einen Bezirksverband Oberfranken / Oberpfalz gab, aus dem dann später die Bezirksverbände Oberfranken und Oberpfalz/Niederbayern wurden, bis man schließlich die endgültigen Namensangleichungen an alle Regierungsbezirke erreicht hatte.

Bis heute sind die Bezirke die tragenden Säulen unseres Landesverbandes. So obliegt die gesamte Mitgliederverwaltung den Bezirken. Das ist in vielen anderen Bundesländern viel zentraler geregelt als bei uns. Daher sage ich an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön allen Bezirksvorsitzenden und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihre hervorragende Arbeit. Ohne Sie könnten wir die Aufgaben nicht bewältigen.

Ich kann mich selbst auch noch daran erinnern, dass wir einmal einen Geschäftsführer in München in der Lauterbachstraße hatten. Schon zu dieser Zeit durfte ich meinen Vater unterstützen, der als Landesrevisor tätig war, und mich als "Hilfsrevisor" einsetze, um die EDV zu prüfen.
Im Jahr 1997 war es Otto Benner, der die Geschäftsstelle von München nach Weiden verlegte, in die Bahnhofstraße. Durch den Neubau der Geschäftsstelle des Bezirkes Oberpfalz lag es aber dann auf der Hand, dass wir als Landesverband auch mit in diese Räume gezogen sind, in die Max-Plank-Straße 9. Vielen Dank für die sehr gute und menschliche Zusammenarbeit.


Mir oblag es dann jetzt im letzten Jahr, die ehemalige Geschäftsstelle in München abbrechen zu lassen, da eine weitere Verwendung für die Stadi-Bau als Wohnraum durch die Stadt München abgelehnt wurde. So blieb uns leider keine andere Möglichkeit, als die Baulichkeiten abzubrechen und so gemäß Pachtvertrag das Grundstück im Originalzustand an die Schlösser- und Seenverwaltung zu Ende 2021 zu übergeben. Die letzten Arbeiten wurden im August diesen Jahres erledigt.

Im Jahr 2007 wurde, wie alle anderen Landesverbände auch, unser Verband in den Verband Wohneigentum, Landesverband Bayern umbenannt. Im Herzen und in Köpfen unserer Mitglieder ist es aber der Bayerische Siedlerbund bis heute geblieben, was immer wieder verschiedene Anlässe zeigen.

Anfang dieses Jahres hatten wir in einer LVA Sitzung beschlossen, das 75jährige Gründungsjubiläum in einem kleinen Rahmen zu begehen, da ja schon das 70 Jährige in einem großen Rahmen in Regensburg gefeiert worden war und weil wir zudem im kommenden Jahr unseren Landesverbandstag mit entsprechenden Kosten in Weiden haben. Deshalb sind wir heute hier.

Menschen im Mittelpunkt

In 75 Jahren Verbandsgeschichte ist viel passiert, denn schließlich sind es die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und den Verband und die Ortsvereine prägen. Deshalb will ich auch heute etwas anders vorgehen. Ich würde Sie bitten einmal die letzten 75 Jahre Revue passieren zu lassen und vielleicht uns die eine oder andere nette Begebenheit erzählen wollen.

Gestern wie heute schafft der Landesverband Bayern e.V. die Rahmenbedingungen, auch als Schnittstelle zum Bundesverband, denn dort spielen wir auch wegen unserer Größe mit knapp 82 000 Mitgliedern eine große Rolle und beweisen immer wieder auch unsere Kompetenz auf allen Ebenen. Ebenso ist es unsere Aufgabe, unsere Mitglieder in allen Fragen, die sich um das selbstgenutzte Eigenheim ergeben, mit Rat und Tat zu unterstützen.

Ich nenne hier nur zum Beispiel das Thema Straßenausbaubeiträge. Die Abschaffung haben wir initiiert und gezeigt, wie mächtig wir als Volk sein können. Oder das Thema Wassernutzung. Hier haben wir aufgezeigt, wie wir sinnvoll in unserm Haus und Garten mit dem kostbaren Nass umgehen sollten. Dies fängt jetzt schon bei der Pflanzenauswahl an. Denn durch die Klimaveränderung benötigen wir Pflanzen, die mit der Trockenheit und Wasserknappheit umgehen können. Hier gilt mein besonderer Dank allen unsern Gartenfachberatern für die tolle Unterstützung und die Ausarbeitung von Vorträgen und Artikeln.

Ein besonderer Dank gilt unserer Jugendorganisation. Der Weg zu neuen Mitgliedern und auch zu Helfern, die bereit sich sind für unseren Verband einzusetzen, geht in den meisten Fällen über die Jugend. Dank deshalb an Jugendleiter Herbert Röder.
Natürlich möchte ich abschließend auch Danke an die Mitarbeiterinnen in der Landesgeschäftsstelle, an meinen Pressesprecher Stefan Zrenner, Dank an die Kolleginnen und Kollegen von der Bundesgeschäftsstelle und an die Kolleginnen und Kollegen von Familienheim und Garten, und schließlich auch Dank an unsere Kooperationspartner Rheinland Versicherung, ARAG und ERGO sagen."

Abgerundet wurde die Festveranstaltung mit einem kleinen Quiz sowie einer Bootsfahrt auf dem nahen Königssee.