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Siedlergemeinschaft Lüntenbeck

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Die Lüntenbeck

Geschichte der Siedlung Lüntenbeck

Die Siedlung Lüntenbeck liegt in einem Talkessel - im Westen unserer Stadt.
Im Westen und Norden umrahmt von einem herrlichen Buchenwald (Tescher Busch/Grünewald), im Osten ein hoher Wald und der Steinbruch, im Süden der Bahndamm der ehemaligen Rheinischen Strecke.
Der Name "Lüntenbeck" kommt von dem hier im Tal gelegenen Schloß. (Schloß Lüntenbeck). Es wurde zum ersten Male im 12. Jahrhundert erwähnt.
Die ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen von Schloß Lüntenbeck wurden in den 30er Jahren im Rahmen des Arbeitslosen-Notstandsprogramms für Kleinsiedlungen erschlossen.
Die Stadt Wuppertal gründete eine Trägergesellschaft, die (Gemeinnützige Kleinwohnungsbau GmbH), die für das Stadtgebiet Wuppertal Kleinsiedlungen bauen sollte. Die Leitung hatte: der Direktor Kissler und der Stadtbaudirektor Borscherding. Planung, Entwurf und Bauleitung für die Siedlung Lüntenbeck hatte der Architekt Halbach in Wuppertal-Vohwinkel.
Geplant waren: 148 Siedlerstellen und 32 Mietwohnungen.
Die Siedleranwärter trafen sich 1939 im Restaurant (Zum Anker) - Ecke Morianstr./Hofkamp- zur Vorbesprechung.
Hier lagen auch die Pläne aus. Die Kosten für eine Siedlerstelle beliefen sich auf 9.200 bis 9.600 RM. Darin war die Bar-Eigenleistung in Höhe von 1.450 RM enthalten, ebenfalls 250 RM für die Erstausstattung der Siedlerstelle: Bäume, Sträucher, Tiere und Geräte. Nur, wer dieses Geld einzahlen konnte, durfte sich als Anwärter für eine Siedlerstelle eintragen. Einfluß am Bau hatten die Anwärter nicht.
1939 sorgte der angezettelte Krieg für einen Baustopp. Die Baumaterialien wurden für den Krieg genutzt.
53 bereits im Fundament fertige Siedlerstellen und die 32 Mietwohnungen wurden noch fertiggestellt. Zum Teil mit viel Pfusch und zum Nachteil der Siedler.
Eine Siedlerstelle am Tescher Busch wurde als Kindergarten genutzt. So konnten dann 52 Siedlerfamilien im Jahre 1940 einziehen.
Durch den sich hinziehenden Krieg wurden auch bald die ersten Siedler oder deren Söhne für den Kriegsdienst eingezogen.
Die Siedlerfrauen und ?kinder mußten nun Haus und Garten alleine herrichten, Bäume und Sträucher pflanzen, Kleintiere beschaffen und versorgen.
Die Last lag bei den Siedlerfrauen. Die Kriegsjahre waren für sie eine schwere Zeit.
Von Bombenangriffen wurden auch wir nicht verschont.
1940 wurde der erste (Lüntenbecker), Helmut Solbach, geboren. Er war selbst lange Jahre Vorsitzender der Siedlergemeinschaft und war bis 08.2014 noch im Vorstand der Kanalgenossenschaft aktiv.
1945, der Krieg ist zu Ende. In fast allen Familien gab es Lücken. Viele sind nicht zurückgekommen oder erst sehr spät.
Zu Ehren derer, die nicht zurückgekommen sind, wurde ein Ehrenmal errichtet und im Juni 1950 durch Herrn Oberbürgermeister Daum enthüllt.
1946 mußte dann für unsere Siedlung ein neuer Anfang gemacht werden.
Die damaligen Siedler Eugen Hoppe, Hermann Witte, Bernhard Ahringhoff und Ferdinand Köthe wurden in den ersten Vorstand gewählt. Die Versammlung fand bei Otto Valentin im Sandfeld statt. Es gab viel zu tun. Häuser waren zum Teil zerstört. Baumaterial fehlte. Für Mensch und Tiere mußte auch gesorgt werden.
Jetzt kam der Siedlergedanke erst recht zum Tragen: In wirtschaftlich schlechten Zeiten sich vom Markt unabhängig zu machen!
Die Lüntenbecker schafften es. Zum Tauschen war ja Gemüse, Obst, Eier u.ä. da.
!946 wurde das erste gemeinsame Weihnachtsfest bei Otto Valentin im Sandfeld gefeiert. Nahrungsmittel und Mehlmarken wurden gesammelt. Mit Tauschwaren wurden andere Dinge beschafft. 70 Pfund Gebäck backte unser Bäckermeister Helmut Ronnacker. Für jedes Kind eine Dose Salmiakpastillen zu 5 Pfennig, die im Tausch mit Gartenprodukten erstanden wurden. Es war ein schönes Weihnachtsfest!
Die noch nicht bebauten Flächen in der Siedlung wurden zur Nutzung durch die Mieter und Behelfsheimbewohner aufgeteilt. Eine (Gartenkommission) hatte die schwere Aufgabe übernommen. Die ganze Lüntenbeck war unter dem Spaten.
Die Eigentumsübertragung war eine wichtige Aufgabe. Die Siedler wollten grundbuchamtlich (Eigentümer) werden. Mit der Trägergesellschaft und beim Notar wurde es bald geschafft.
Der Bau neuer Siedlerstellen, die eigentliche Aufgabe des Deutschen Siedlerbundes, wurde vorbereitet. Dazu war das Entfernen der Behelfsheime vonnöten, denn die neuen Siedler-Anwärter wollten zu Heim und Garten kommen.
Auch der Straßenbau war wichtig. Unsere Strassen waren ja nur wassergebundene Wege. Bei Regen und im Winter waren diese ?Straßen? nur mit Gummistiefeln zu begehen.
Der Bau einer Schule eigens für die Lüntenbeck war eine dringende Notwendigkeit. Unsere Kinder mußten in sechs verschiedene Schulen gehen: Saurenhaus, Wieden, Tesche, Vohwinkel, Sonnborn oder gar Elberfeld.
Es gab keine Fahrmöglichkeit aus der Siedlung. Die Stadtwerke lehnten mit dem Vorwand ?Kein Geld? eine Buslinie ab (GA vom 26.06.1953).
Kommunale Angelegenheiten wurden mit dem Bürgerverein Tesche/Vohwinkel-Nord geregelt. Die Lüntenbecker wurden korporativ Mitglied. Vorsitzender war Herr Rektor Peckhaus.
Die Lüntenbeck wurde von der Bezirksvertretung Elberfeld-West betreut, obwohl wir Vohwinkler Gebiet sind. Es gab harte Auseinandersetzungen zwischen Elberfeld-West und Vohwinkel. Erst eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidenten brachte die Richtigstellung: wir kamen zu Vohwinkel. Im Juli 1961 haben der Hauptausschuß und der rat der Stadt Wuppertal zugestimmt.
Auch die kulturellen Aufgaben wurden nicht vergessen.
1948 gründete der Siedlerfreund Theo Druffel mit der sportfreudigen Jugend den (Lüntenbecker Sportverein). Es war keim Sportplatz vorhanden, darum spielte der Verein 4 Jahre lang auf dem Sportplatz Düssel in Wülfrath. Verhandlungen mit dem Sportamt Wuppertal führten dann doch zum Erfolg: am 12.Oktober 1952 wurde der Sportplatz Lüntenbeck vom Oberbürgermeister Schmeißing und dem Beigeordneten Landkowski seiner Bestimmung übergeben. Das in Eigenleistung erbaute Sportheim wurde später am 15.August 1959 feierlich eingeweiht.
1949 gründeten 38 Siedler den (Lüntenbecker Männerchor). Chorleiter wurde Herr Hans-Joachim Rehse, Vorsitzender wurde Herr Ernst Peitner. Im April 1952 fand das erste öffentliche Konzert im Rathaussaal Wuppertal-Elberfeld statt.
Im Sommer 1955 und 1957 wurden auf dem Lüntenbecker Schloßhof zu Pfingsten (Schloßkonzerte) gegeben. Sie fanden guten Anklang. In der Festschrift war eine Abhandlung über das Schloß Lüntenbeck mit dem Ziel: (Rettet das Schloß Lüntenbeck!) Danach hat der Pächter Römer keine Konzerte auf dem Schloßhof mehr zugelassen. Heute ist es Gott sei Dank anders.
Neue Siedlerstellen zu schaffen, war unsere große Aufgabe. Verhandlungen mit Herrn Direktor Kissler führten zum Erfolg.
Die Siedler-Anwärter, die 1939/40 nicht zu ihrer Siedlerstelle kamen, konnten aber dann am 1.August 1949 den ersten Spatenstich machen.
Es waren die Siedlerfamilien Denner, Grötzner, Köthe, Sperling, Weiand und Zarges. Die restlichen 4 Familien waren durch die Trägergesellschaft bestellt worden.
Diese 10 Siedlerstellen im Weidehang wurden mit einer Einliegerwohnung gebaut. Feste Kosten: 21.000 DM , davon 3.600 DM Eigenkapital in bar. Die 2. Hypothek waren 10.000 DM, sie kam aus dem Marshallplan. Im Frühjahr 1950 konnten dann 20 Familien diese 10 Häuser beziehen.
1950 feierten die Lüntenbecker Siedler ihr 10-jähriges Bestehen.
1952 hat der Minister für Wiederaufbau den ersten Wettbewerb (Die Beste Kleinsiedlung in Nordrhein-Westfalen) gestartet. Die Siedlung Lüntenbeck wurde preisgekrönt und erhielt den 3.Preis.
Das Verkehrsproblem wurde immer dringender. Im Frühjahr 1953 führten Verhandlungen mit der Bundesbahn zum Erfolg: Die Lüntenbecker bauten in Eigenhilfe unter Leitung der Bundesbahn den Haltepunkt (Lüntenbeck). Ein Jahr später wurde ein Anschluß nach Vohwinkel errichtet. Die Verhandlungen wurden vom Bürgerverein Tesche, Herrn Peckhaus, unterstützt.
Zur gleichen Zeit bauten die Siedler auf dem Kinderspielplatz eine Rollschuhfläche. Das Garten und Forstamt hat uns dabei sehr geholfen und die Grünfläche erstellt.
Am 4.Oktober 1953 wurden der Bahnhof Lüntenbeck und der erweiterte Spielplatz eingeweiht.
Die Siedlerjugend hat 1954 und später zum (Tag des Baumes) Bäume gepflanzt.
Als Ersatz für zwei große Pappeln wurden am Schloßtor zwei linden gepflanzt. Auf der Schloßwiese wurden später weitere Bäume angepflanzt (Wildkirschen und Lärchen).
Inzwischen hatte die Deutsche Bundespost in einer Siedlerstelle im Erntegrund eine Poststelle errichtet. Für die Lüntenbecker eine große Erleichterung. Brauchten wir doch fortan nicht mehr nach Sonnborn oder Vohwinkel zum Postamt, alles konnte in der Siedlung geregelt werden.
Der Schrottplatz am Haltepunkt Lüntenbeck mit seiner großen Rattenplage wurde geräumt.
Die vorhandenen eigenen Abwasser-Gruben erwiesen sich als unzureichend. Es mußte eine Abwasser-Kanalisation geschaffen werden. Die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung waren nicht immer einfach, die Kosten zu hoch.
In Eigenleistung und auf eigenem Grundstück, ohne Zuschüsse, wurden dann 2000 lfdm.
Rohleitung und 40 Kontrollschächte gebaut. Die Arbeiten waren nicht so einfach, weil die Siedler in vielen Fällen auf Felsen gestoßen waren, der erst einmal weggeschlagen werden mußte.
Das Kanalbauamt hat die Arbeiten überprüft, überwacht und abgenommen: bis heute alles in bester Ordnung! Für die rechtlichen Angelegenheiten mußte eine Kanal-Genossenschaft gegründet und gerichtlich eingetragen werden.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse wurden ja immer besser. Die Bewerber für eine Siedlerstelle oder ein Eigentum wurden mehr.

Zeitliche Aufstellung der Bauabschnitte:

1. Bauabschnitt 1939-1940 Siedlerstellen Am Tescher Busch, Erntegrund und ein
Teil vom Weidehang. Mitwohnungen im Erntegrund.
2. Bauabschnitt 1949-1950 10 Siedlerstellen im Weidehang. Mietwohnungen in der
Grünen Trift und Am Waldsaum
3. Bauabschnitt 1952-1953 erste Siedlerstellen in der Grünen Trift
4. Bauabschnitt 1962-1964 Siedlerstellen Am Waldsaum und in der Grünen Trift
5. Bauabschnitt 1972-1973 Siedlerstellen im Gutsweg und Am Waldsaum

Damit waren alle Straßen der Siedlung ausgebaut. Die Zusammenarbeit der zwischen Trägergesellschaft und Siedler war immer sehr gut.
1956 spendete die Stadt Wuppertal den ?Goldenen Spaten?. Die Siedlung Lüntenbeck wurde mit dem 1.Preis ausgezeichnet und bekam ihn als erste Siedlung in Wuppertal.
Das Erntedankfest wurde in den ersten Jahren auch von der Lüntenbeck ausgerichtet.
Verschiedene Siedlerfeste wurden und werden heute noch Jahr für Jahr gefeiert.
Zweck war es, den Gemeinschaftssinn zu fördern und einen finanziellen Überschuß für ein Gemeinschafts- und Jugendheim zu verwenden. Alle Vorstandsmitglieder haben sich immer dafür eingesetzt. Leider hat die Stadtverwaltung nicht die Zustimmung für ein Baugrundstück erteilt.
1984 wurde die Seniorengruppe Lüntenbeck gegründet. Sie Treffen sich noch heute einmal monatlich bei Kaffee und Kuchen, Musik und Gesang und zu einem gemütlichen Plausch in Erinnerungen. Sie veranstalten gemeinsame Ausflüge, Busfahrten oder Dia- und Filmabende.
Initiiert wurde diese Gruppe von unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Ferdinand Köthe, der im übrigen auch der erste Vorsitzende der Siedlergemeinschaft war. Zur 20-Jahr Feier im Jahre 2004 übernahm Herr Klaus Danielzig die Leitung der Gruppe.

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