Das Gärtner-Wissen weitergebenEhrenamt im VWE

Wer in und um Celle Fragen zum Thema Garten hat, ist bei Ingo Rodemann an der richtigen Adresse. Seit mehr als 20 Jahren ist er ehrenamtlicher Gartenfachberater im Verband Wohneigentum Niedersachsen.

Ingo Rodemann
Ingo Rodemann gibt gern Tipps aus der Praxis.   © Heitzer
Wenn man es ganz genau nehmen möchte, ist seine Frau schuld. Sie ergriff die Initiative und machte Ingo Rodemann vor etlichen Jahren auf eine Anzeige in der "Celler Zeitung" aufmerksam, in der eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Gartenfachberater angeboten wurde. Die Idee kam bei ihrem Mann ganz offensichtlich gut an: inzwischen ist Ingo Rodemann seit Oktober 1998 als Gartenfachberater für den VWE Niedersachsen unterwegs und hat sich im Celler Raum als Experte unter anderem für Baumschnitt einen Namen gemacht.

Woher rührt seine große Liebe zu allem rund um den Garten? Der 67-Jährige überlegt: "Da bin ich sicher von meiner Oma geprägt", erzählt er, später haben ihm auch sein Schwiegervater und der ehemalige Landesgartenfachberater A. Balko vieles im Garten erklärt und gezeigt. Nicht zuletzt fordert der eigene große Garten seine Tatkraft. Hier legt er großen Wert auf Nachhaltigkeit und Erhalt der Artenvielfalt, Bienen beispielsweise finden auf seinem Grundstück von Februar bis Ende Oktober Nahrungsquellen.

Sein Ehrenamt braucht Zeit, je nach Saison kommen da schon einmal um die 40 Stunden im Monat zusammen, Vorträge, Schulungen, Anfragen. Die Vortragstätigkeit liegt Rodemann, seine Veranstaltungen sind gut besucht. Was der Grund dafür ist? Er ist Praktiker, das kommt an. "Anfangs habe ich den Fehler gemacht, dass ich zu viel Fachchinesich verwendet habe", erinnert er sich. Inzwischen gibt er ganz handfeste Tipps, "und ich ziehe oft Parallelen zum Menschen. Das ist für die Zuhörer gut nachvollziehbar".

Was bewegt den Celler, so viel Zeit und Energie in sein Ehrenamt zu stecken? Für Rodemann ist das keine Frage: Eine Gemeinschaft funktioniert nicht ohne Ehrenamtler, „und oft gibt es davon zu wenig“. Wichtiger ist ihm aber ein zweiter Grund: Der große Wunsch, sein Wissen über nachhaltiges Gärtnern an die kommenden Generationen weiterzugeben, „das Wissen unserer Großeltern und Eltern verschwindet sonst“. Es gebe zwar immer wieder neue Erkenntnisse darum lege er auch viel Wert auf Fortbildung (beispielsweise durch den Newsletter der Gartenberatung des Verband Wohneigentum), „aber es gibt ein zeitloses gärtnerisches Grundwissen. Das möchte ich vermitteln.“

Deshalb freut Rodemann eine Beobachtung besonders: „Die Mittdreißiger kommen verstärkt zu unseren Veranstaltungen oder suchen anders Rat“, berichtet er. Das nachhaltige Gärtnern komme offensichtlich wieder „in Mode“. Dazu will er beitragen, für ihn ist das nicht nur ein Ehrenamt, sondern - wie er es formuliert - eine „Ehrenpflicht“.

Ah