Verband Wohneigentum trauert um Manfred Jost

Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum, ist am Mittwoch, 15. März 2023, nach einer Operation, von der er sich nicht mehr erholte, gestorben. Der Verband Wohneigentum trauert um seinen engagierten, klugen Präsidenten und um einen warmherzigen Freund.

Manfred Jost, Präsident Verband Wohneigentum
Der Verband Wohneigentum trauert um seinen engagierten, klugen und warmherzigen Präsidenten Manfred Jost.   © Chris Zeilfelder
Gut 40 Jahre lang war Manfred Jost dem Verband Wohneigentum verbunden. Bereits 1982 trat er in den Verband ein und wurde zwei Jahre später zum Vorsitzenden seiner Gemeinschaft Fürstenhausen gewählt. Dieser Ortsteil der Stadt Völklingen litt massiv unter Bergschäden. Jost engagierte sich konsequent von 1986 an für mehr als 30 Jahre als Mitgründer der Bergschadensgemeinschaft Völklingen sowie des Landesverbands der Bergbaubetroffenen Saarland. Dieser Einsatz für die Einwohner und die konkrete Gefährdung der Siedlung und Eigenheime prägten sein Engagement für das selbstgenutzte Wohneigentum.

Er wusste um die Mühen des Erwerbs und Erhalts von selbstgenutztem Wohneigentum, dem Zuhause von Familien. Das eigene Familienheim musste er wegen zu großer Bergschäden verlassen, die Familie erwarb in einem anderen Stadtteil ein neues Haus.

Sein Bewusstsein für den Raubbau an der Natur motivierte ihn, umweltbewusst zu denken und zu handeln. Früh investierte er etwa für sein Haus in Solartechnik, zu einer Zeit, als dies noch als exotisch galt.

Von 2006 an arbeitete er in verantwortlichen Positionen bei Bündnis 90/Die Grünen mit, im Orts- und Kreisverband, dann auch als Fraktionsvorsitzender der Regionalversammlung Saarbrücken. Zuletzt war er noch im Völklinger Stadtrat tätig.

Im Landesverband Saarland arbeitete Manfred Jost von 1986 bis 2001 als ehrenamtlicher Geschäftsführer, bis er schließlich zum Landesvorsitzenden gewählt wurde. Diese Position füllte er bis 2019 aus und blieb nach seinem Abschied dem Landesverband als Ehrenvorsitzender verbunden. Von 2003 an wurde er als erster Vertreter des Saarlands ins Präsidium gewählt. Zur Kandidatur hatte ihn Alfons Löseke motiviert, damals Präsident und Vorsitzender des größten Verbands im VWE, dem damaligen Siedlerbund Westfalen-Lippe. Ihm war Manfred Jost bis zu dessen Tod sehr verbunden.

2016 wurde Manfred Jost schließlich zum Präsidenten des Verbands Wohneigentum gewählt, 2019 für eine zweite und im Oktober 2022 für eine dritte Amtsperiode bestätigt. Damit war der Träger der Großen Goldenen Ehrennadel des Verbands zugleich Mitglied des Aufsichtsrats das Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH.

Von der Aufgabe des Verbands Wohneigentum für ein finanzierbares, familienfreundliches Eigenheim für jede und jeden einzutreten, ließ er sich in die Pflicht nehmen. Erfolgreich und kenntnisreich präsentierte er den Verband in zahlreichen Foren, vor allem zu den brennenden Fragen von energetischer Gebäudesanierung und Klimaschutz. Dazu nutzte er bestehende Kontakte und baute die Vernetzung des Verbands aus. Er führte Gespräche mit Politikerinnen und Politikern, auch zur Einbeziehung in den Beirat des Verbands nach den Wahlen 2021, und vertrat die Verbandsinteressen in Anhörungen. Stets war er um den Ausgleich des notwendigen Beitrags des Gebäudebereichs zur Klimawende mit der finanziell schwierigen Situation vieler Wohneigentümer und Wohneigentümerinnen bemüht. Sein wiederkehrender Appell an die Politik war: "Fördern was gefordert wird!" Dieser "undenkbare" Satz scheint in den letzten Wochen in Berlin kein Tabu mehr zu sein.

Am Herzen lag ihm der Bundeswettbewerb. Hier konnte er mit Hilfe der engagierten Gemeinschaften und Landesverbände der Politik und Öffentlichkeit zeigen, was selbstgenutztes Wohneigentum leistet. Er selbst war dreimal Mitglied der Jury und erlebte in allen Regionen der Bundesrepublik, was die Menschen in den Siedlungen auf die Beine stellen. Dafür war er dankbar.

Sein Motto war: "In der Ruhe liegt die Kraft". Das gab ihm sicheren Grund, auf dem er sich leidenschaftlich für die Interessen der selbstnutzenden Wohneigentümer und Wohneigentümerinnen einsetzen konnte. Sein nimmermüder Einsatz wurde zuverlässig von seiner Frau Birgit unterstützt. Als Familienmensch genoss er es umgekehrt, für sie, die erwachsenen Kinder und - nun leider nur kurze Zeit - für die Enkel da zu sein. Seiner Familie gilt unser aufrichtiges Beileid.

Der Verband Wohneigentum wird seinem engagierten, klugen und warmherzigen Präsidenten Manfred Jost ein ehrendes Angedenken bewahren.

Petra Uertz

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