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Keine Sicherheit: Bauen zum Festpreis

Der Slogan „Bauen zum Festpreis“ trifft den Nerv vieler privater Bauherren, die für ihre Finanzierung vor allem Kostensicherheit suchen. Doch nicht alle Anbieter, die mit diesem Slogan werben, halten ihr Versprechen.

Hausbau

© pixabay_CCO

So ist in vielen Verträgen nicht vereinbart, dass ein Pauschal-Festpreis uneingeschränkt und für die gesamte Bauzeit gilt. Viel häufiger gibt es Festlegungen, dass der genannte Preis nur für einen begrenzten Zeitraum gilt. Kommt es etwa bei der Baugenehmigung oder durch Schlechtwetterphasen zu Verzögerungen, kann die vereinbarte Garantiezeit überschritten werden und es drohen Kostenaufschläge.

Vergleich schwierig

Zudem bezieht sich der Festpreis nur auf die tatsächlich in der Bau- und Leistungsbeschreibung detailliert enthaltenen Leistungen. Bei nachträglichen Änderungswünschen oder schwammig formulierten Leistungen kann es zu Preisaufschlägen kommen, die sogar deutlich über den tatsächlichen Mehrkosten liegen können. Der Vergleich unterschiedlicher Vertragsangebote ist für Bauwillige nicht einfach, da vieles, was für den Laien gut klingt, in der Praxis zu unangenehmen Überraschungen führen kann. Konsequenz: Bei der Angabe eines Festpreises ist unbedingt darauf zu achten, wie lange dieser laut Bauvertrag gültig ist. Zudem sollten Bauherren vor Vertragsschluss die eigenen Vorstellungen und Wünsche mit der Bau- und Leistungsbeschreibung in Übereinstimmung bringen, damit sie Bestandteil des Festpreises werden.

Achtung: Wie viel Planung ist inklusive?

Komplettanbieter werben häufig damit, dass die Planungsleistungen im Festpreis enthalten sind. Im konkreten Vertragsangebot finden sich dann aber häufig nur sehr allgemeine Aussagen zu deren Umfang. Obwohl in den meisten Landesbauordnungen gefordert, sind etwa Ausführungspläne oft nicht als Leistungsbestandteil genannt. Auch bei der immer komplexeren Fachplanung für die Haustechnik wie Lüftung und Heizung muss klar geregelt sein, wer dafür die Verantwortung und die Kosten trägt. Wichtig ist es auch festzulegen, welche technischen Unterlagen dem Bauherrn auszuhändigen sind.

„Schlüsselfertig“ ist kein geschützter Begriff

„Schlüsselfertig“ ist rechtlich nicht eindeutig definiert. Unterm Strich schuldet der Auftragnehmer nur das, was in der Bau- und Leistungsbeschreibung vereinbart und schriftlich niedergelegt ist. Beim Begriff „bauseits“ sollten Bauherren hellhörig werden, denn in der Praxis bedeutet dies: Bauherr, diese Leistung ist deine Sache! Das kann bereits beim Erdaushub für Fundament und Keller beginnen und bis zu den Malerarbeiten oder dem Wand- und Fußbodenbelag führen. Auch Hausanschlüsse für Strom, Gas, Wasser und Abwasser gehören regelmäßig nicht zu „Schlüsselfertig“-Angeboten. Bei verschiedenen als schlüsselfertig deklarierten Vertragsangeboten ergeben sich von Unternehmen zu Unternehmen deutliche Unterschiede im Leistungsumfang. Eine genaue Prüfung der Bau- und Leistungsbeschreibungen ist also auch hier unerlässlich.

Zahlung nur nach Baufortschritt

Verbraucher sind gegenüber dem Auftragnehmer grundsätzlich nicht in der Vorleistungspflicht. Dennoch können unscheinbare Formulierungen dieses Prinzip aushebeln und größere Risiken auf den Bauherrn abwälzen. Bei Sätzen wie „Zahlung vor Beginn des Fenstereinbaus" oder „Zahlung mit Beginn der Fliesenarbeiten“ geht der Auftraggeber de facto in Vorleistung. Nicht selten werden geforderte Leistungen auch einfach zu hoch angesetzt, so dass der Bauherr unterm Strich ebenfalls Vorauszahlungen leistet. Es ist daher darauf zu achten, dass die Raten, die der Zahlungsplan fordert, dem tatsächlichen Wert der jeweils erbrachten Leistungen entsprechen und dass sie erst nach Erbringung der Leistung zu zahlen sind.

Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB)

Tipp

Lassen Sie sich vor Vertragsunterzeichnung von einer unabhängigen Stelle beraten. Unterstützung geben die Landesverbände des Verbands Wohneigentum und der Kooperationspartner Bauherren-Schutzbund.

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