Naturnah Gärtnern Leitlinie

Artensterben. Klimaveränderungen. Lärm. Nachverdichtung. Stress im Arbeitsleben. Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Sie anzunehmen bedeutet, in vielen Bereichen Schritte in Richtung Nachhaltigkeit zu tun. Anfangen lässt sich vor der eigenen Haustür - zum Beispiel im eigenen Garten. Zahlreiche Impulse gibt die Leitlinie des Verbands Wohneigentum (VWE) zum naturnahen Gärtnern.

Leitbild "Naturnah Gärtnern" als Download:

Kleiner Fuchs auf Sonnenhut
Wer natürliche Zusammenhänge versteht, lebt das naturnahe Gärtnern. Wer fachgerecht gärtnert, schont Ressourcen, mindert Klimafolgen und fördert die Artenvielfalt.   © Breidbach/VWE
Die Fläche der Gärten in Deutschland beträgt etwa 4 Prozent der Landesfläche. Das ist mit rund 1,4 Mio. Hektar in etwa dieselbe Fläche, die alle Naturschutzgebiete zusammen in Deutschland ausmachen. Werden diese 4 Prozent naturnah gestaltet, tragen sie dazu bei, dass die Artenvielfalt erhalten und gefördert wird. Der Verband Wohneigentum (VWE) versteht den Garten als Arche und Oase: Das heimische Grün ist ein Schutzraum und eine Chance, die Artenvielfalt durch wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu bewahren. Daneben bieten Gärten auch Rückzugsmöglichkeiten und einen Freiraum für uns Menschen. Im Garten hat alles seine Zeit. Er ist ein natürlicher Gegenpol zu einer immer hektischeren Welt - und trägt so zur Lebensqualität bei.

Ziel der Gartenberatung des VWE ist es, Menschen Einblicke und Wissen zu wichtigen Lebensvorgängen und Kreisläufen im Garten zu vermitteln, um sie dabei zu unterstützen, vertraut mit dem eigenen Garten zu werden. Wer natürliche Zusammenhänge versteht, lebt das naturnahe Gärtnern. Wer fachgerecht gärtnert, schont Ressourcen, mindert Klimafolgen und fördert die Artenvielfalt. Im Sinne des gesellschaftlichen "Green Deals" macht sich der VWE mit seiner Gartenberatung für ein naturnahes, Ressourcen schonendes Gärtnern stark.

Der "Green Deal"

Der europäische "Green Deal" (Grünes Abkommen) ist ein Fahrplan für den Übergang zu einer nachhaltigen EU-Wirtschaft. Er verknüpft Klima- und Konjunkturpolitik miteinander und will unter anderem Mobilität, Industrie, Energiesektor, Gebäudesektor und Landwirtschaft nachhaltig gestalten. Die Europäische Kommission hat den Green Deal im Dezember 2019 vorgestellt. Ziel ist es, Europa bis 2050 zum klimaneutralen Kontinent zu machen. Das bedeutet, dass die EU nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausstößt, als eingespart oder gebunden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Großteil der Emissionen, die durch fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Erdgas entstehen, vermieden, durch Wälder ausgeglichen oder durch technische Maßnahmen gespeichert werden. Ein weiteres Ziel ist der Schutz von Ökosystemen und Artenvielfalt (Biodiversität). (vgl. Europäische Kommission Green Deal).