Solar aufs Dach - wie geht das? Planung

Hätten Sie gern eine Solaranlage auf dem Dach, scheuen aber den Aufwand und die Kosten? Wir erklären, was bei der Planung wichtig ist. Denn: Wenn Sie möglichst viel des erzeugten Stroms selbst nutzen, ist eine Photovoltaik-Anlage eine lohnende Investition.

Preisindex der VZ
Der Preisindex der VZ hilft, die Kosten einzuschätzen. Achten Sie aber nicht nur auf Preis und Anlagenleistung, sondern auch auf den Umfang und die Qualität des Angebots. „Standardpakete“ passen nicht auf jedes Dach.   © Verbraucherzentrale

VWE-Mitglied Siegfried Huber ist 88 Jahre alt und ein Vorbild in Sachen Klimawende. Er hat das Eigenheim gedämmt, energieeffiziente Fenster einbauen lassen und die Heizkosten damit halbiert. Jetzt soll es weiter gehen mit Solar auf dem Dach. Fragt man ihn nach dem Grund, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Irgendwann muss man halt anfangen, was für die Umwelt zu tun!" Huber investiert viel, um seinen Enkeln und Kindern eine möglichst energieeffiziente Immobilie zu vererben. "Am besten wäre es, wenn wir energieautark und klimaneutral werden", sagt Huber. "Mal sehen, ob ich das noch schaffe."

Machen Sie es wie Siegfried Huber: Nehmen Sie sich Zeit für die Planung, informieren Sie sich und lassen Sie sich gründlich beraten.

Lohnt es sich?

Ja, wenn Sie etwas für die Umwelt tun möchten. Aber auch unter rein wirtschaftlichen Aspekten ist eine PV-Anlage lohnend, betont die Verbraucherzentrale (VZ). Eine Solaranlage rechne sich umso schneller, je mehr Solarstrom Sie direkt selbst verbrauchen. Der Grund: Der Strom vom eigenen Dach ist billiger als der Strom aus dem Stromnetz. Der selbst erzeugte Strom, den Sie nicht verbrauchen, lässt sich ins öffentliche Netz einspeisen. Die Einspeisevergütung trägt zur Wirtschaftlichkeit der Anlage bei.

Bekomme ich Förderung?

Zinsgünstige Darlehen beim Kauf von PV-Anlagen gibt es bei der staatlichen Förderbank KfW. Auch Zuschüsse sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich - vom Bund und in manchen Bundesländern und Kommunen. Erkundigen Sie sich bei örtlichen Energieberaterinnen oder Klimaschutzmanagern.
TIPP: Wenn Sie Förderung in Anspruch nehmen wollen, muss diese beantragt und bewilligt sein, bevor Sie einen Vertrag mit einem Anbieter unterzeichnet haben.

Kaufen oder mieten?

Der Kauf einer Solaranlage soll sich über 20 Jahre oder länger rentieren. Wenn Sie trotz Förderung nicht vollständig selbst finanzieren können oder wollen, gibt es auch die Möglichkeit, die Anlage zu mieten oder zu pachten. Die Angebote der örtlichen Stadtwerke oder überregionaler Anbieter kosten zwischen 50 und 150 Euro im Monat. Was zunächst überschaubar scheint, geht über die Laufzeit von meist 18 bis 20 Jahren richtig ins Geld, warnen Verbraucherschützer. Mietkosten übersteigen die Anschaffungskosten zuweilen sogar um das Zwei- bis Dreifache. Mit einem Kredit gehört die Anlage von Anfang an Ihnen. Laut Verbraucherzentrale ist dies "in der Regel viel günstiger als zu mieten". Dafür brauchen Sie sich als Mieterin nicht um Wartung, Instandhaltung und Versicherung zu kümmern. Die Vertragsbedingungen sind sehr unterschiedlich.

Selbst nutzen oder einspeisen?

Die Antwort ist klar: Nutzen Sie so viel es geht von dem eigenen Strom selbst! Günstiger geht es nicht. Laut Verbraucherschützer kostet der eigene Strom bei einer Anlagengröße von 5 bis 10 kWp (Nennleistung) nur etwa 11 bis 13 Cent pro kWh, so müssen Sie für Strom aus dem Netz durchschnittlich 25 bis 29 Cent (brutto) bezahlen.

Bauliche Voraussetzungen

Ein Fachbetrieb oder Energieberater sollte prüfen, ob die baulichen Voraussetzungen für den Einbau einer Solaranlage günstig sind. Sie brauchen eine Dachfläche, die möglichst den ganzen Tag über von der Sonne beschienen wird, und eine stabile, asbestfreie Abdeckung. Optimal für eine Solaranlage sind eine Südausrichtung und eine Dachneigung von 30 Grad. Aber auch Ost- oder Westdächer mit anderen Neigungen können im Einzelfall noch sinnvoll sein.
Klären Sie auch, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Gibt es örtliche Bebauungspläne oder Vorgaben zum Denkmalschutz, die iIhr Vorhaben komplizierter machen? Ihre Kommune weiß Rat.

Kriterien für die Anlage festlegen

Viele Fragen sind zu klären: Wie groß soll die Anlage werden? Wie viel Strom soll sie erzeugen? Wie viel darf die Anlage kosten? Denken Sie groß, empfiehlt die aktuelle Photovoltaik-Studie der HTW Berlin und der Verbraucherzentrale. Denn je größer die Anlage ist, umso wirtschaftlicher ist sie. Begrenzende Faktoren sind eher die verfügbare Dachfläche und das eigene Budget.

Angebote einholen

Holen Sie mehrere Kostenvoranschläge von Fachbetrieben ein. Der aktuelle Preisindex der Verbraucherzentrale hilft dabei, die Kosten für die Investition einzuschätzen. Achten Sie beim Vergleich der Angebote aber auch auf den Umfang und die Qualität der Leistungen. Tipp der VZ: Ohne Vor-Ort-Termin geht es nicht! Zahlen Sie keine Vorschüsse für nicht erbrachte Leistungen und wählen Sie einen Betrieb in Ihrer Nähe. Das erleichtert die Kommunikation, auch bei Reklamationen.

Anna Florenske I Verbraucherzentrale

Weitere Informationen

- Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
- Stiftung Warentest: Renditerechner für Solaranlagen
- Beratungsstellen vieler örtlichen Verbraucherzentralen: Energieberatung mit Eignungs-Check Solar
(Hinweis: Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis ist das komplette Beratungsangebot der VZ kostenlos.)
- Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes von der dena.