Oh, Tannenbaum: besser im Topf oder mit Ballen? Tipps der VWE-Gartenberatung

Bonn/Berlin, 14. Dezember 2021. Erst mit einem schönen Weihnachtsbaum wird das Fest richtig feierlich. Doch der hat viel zu schnell ausgedient und wird zu Brennholz. Lohnt es sich, gleich mehr auszugeben und einen Weihnachtsbaum im Container oder mit Wurzelballen zu kaufen? Nicht unbedingt, rät die Gartenberatung des Verbands Wohneigentum (VWE).

Kind schmückt Weihnachtsbaum
Weihnachtsbäume mit Ballen: Das Wurzelwerk sollte fest sein und viele Faserwurzeln haben. Nur mehrmals verpflanzte Gehölze aus einer Baumschule weisen diese Qualitäts-Merkmale auf.   © Lentner/FuG
Die Gründe, warum Verbraucher*innen tiefer in die Tasche greifen für einen Weihnachtsbaum im Container oder mit Ballen liegen auf der Hand: Man möchte das Gehölz nach dem Fest in den Garten pflanzen und im nächsten und übernächsten Jahr wieder zur Weihnachtszeit ins Haus holen. Doch was zunächst vorteilhaft klingt, hat in der Praxis meist ein paar Haken, erklärt Martin Breidbach, Bundesgartenberater im VWE. "Weihnachtsbäume mit Ballen oder im Topf haben meist nicht genügend Faserwurzeln. Anders als Baumschulware, die sich dadurch auszeichnet, dass das Gehölz während der Anzucht durch mehrfaches Umpflanzen verpflanzbar gehalten wurde, wachsen Weihnachtsbäume im Topf meist nicht so gut an."

Trockene, warme Raumluft ist nicht gut für den Baum

Doch auch mit hochwertiger Baumschulware ist nicht garantiert, dass der Weihnachtsbaum im Topf oder mit Ballen später anwächst. Die Gehölze leiden durch die warme und trockene Luft im Wohnzimmer. Das führt oft dazu, dass viele Nadeln vorzeitig abfallen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Baum dadurch nicht anwächst, wird dadurch verstärkt.

Martin Breidbach: "Außerdem zeigen ins Freiland gepflanzte Weihnachtsbäume in den nachfolgenden 2 bis 3 Jahren erfahrungsgemäß einen unregelmäßigen Wuchs. Bei vielen Bäumen treibt die Endknospe der Baumspitze nicht aus, so dass diese Bäume mehrere Spitzen ausbilden und so keinen durchgehenden Stamm mehr besitzen. Das muss man mögen."

Möchte man das Gehölz in den folgenden Jahren wieder als Weihnachtsbaum verwenden, muss man ihn vorsichtig ausgraben. Das ist wichtig, um möglichst wenig der feinen Wurzeln zu zerstören. Zu bedenken ist dabei, dass der Wurzelballen mit jedem Jahr größer und damit schwerer wird.

Checkliste: Unsere Tipps für Weihnachtsbäume mit Ballen oder Topf

Mehr Fragen beantwortet die Gartenberatung des VWE über www.gartenberatung.de. Handfeste Tipps rund um den Hausgarten: naturnah - fachgerecht - unabhängig. Die Website für naturnahes Gärtnern ist frei von kommerziellen Interessen. Mit vielen Infos zur Gartenanlage, Gartenpflege, zum naturnahen und barrierefreien Gärtnern, nachhaltigem Pflanzenschutz und mehr. Ein Service des Verbands Wohneigentum.