Wenn das Geld im Alter knapp wird Immobilien-Teilverkauf

Viele Rentner und Rentnerinnen haben sich den Traum vom eigenen Häuschen mit Mühe erfüllt und jahrzehntelang die Darlehen abbezahlt. Da war es nicht mehr möglich, noch ein finanzielles Polster fürs Alter zu schaffen. Jetzt ist das Kapital in der Immobilie gebunden - und das Geld fehlt, um beispielsweise den Lebensstandard etwas zu erhöhen oder die Enkelin beim Hauskauf zu unterstützen. Einen Kredit zu bekommen, ist für Über-60-Jährige schwierig. Wie lässt sich die Immobilie versilbern, ohne ausziehen zu müssen? Wir beleuchten die Vor- und Nachteile des Immobilien-Teilverkaufs.

Einen Teil des Hauses verkaufen?
Das Modell Teilverkauf klingt attraktiv, birgt aber beachtliche finanzielle und rechtliche Risiken.   © panthermedia_Andrij Popov
Bekannt ist der Verkauf, bei dem zugunsten des ehemaligen Eigentümers ein Wohn- oder gar Nießbrauchsrecht vereinbart wird. Vor einiger Zeit sind die im angelsächsischen Raum nicht unüblichen Rückwärts-Hypotheken hinzugekommen. Aktuell wird ein neues Geschäftsmodell stark beworben: der Immobilen-Teilverkauf.

Wie funktioniert das Prinzip?

Maximal 50 % der Immobile werden an das Unternehmen verkauft; wie groß der Anteil ist, können die Eigentümer*innen frei festlegen. Vor dem Verkauf bestimmt ein Gutachter den Marktwert von Haus/Wohnung. Der Kaufpreis wird unmittelbar nach Vertragsabschluss ausgezahlt.

Die Eigentümer*innen erhalten ein lebenslanges Wohn- oder Nießbrauchrecht, das im Grundbuch eingetragen wird. Dafür zahlen sie an den neuen stillen Miteigentümer ein monatliches Nutzungsentgelt, vergleichbar einer Miete.

Während der Vertragslaufzeit kann der verkaufte Anteil zurückgekauft oder weitere Teilverkäufe getätigt werden; dafür ist ein erneutes Wertgutachten erforderlich. Verstirbt der Eigentümer oder die Eigentümerin, können die Erben den Anteil zurückkaufen oder der Gesamtverkauf der Immobilie wird umgesetzt.

Gibt es Bedingungen?

Bei den meisten Anbietern muss die Immobilie einen Mindestwert von 200.000 Euro haben und schuldenfrei sein. Die Unternehmen sprechen vor allem Menschen im Ruhestand an.

Vorteile

Nachteile/Risiken

Fazit

Das Modell Teilverkauf klingt attraktiv, birgt aber beachtliche finanzielle und rechtliche Risiken. Was passiert beim Unternehmensverkauf des Teileigentümers? Was bei Insolvenz? Kann sich der Eigentümer das Nutzungsentgelt ein Leben lang leisten? Was, wenn nicht ?

Das gibt auch Peter Burk vom Freiburger Institut Bauen und Wohnen zu bedenken, der für die Verbraucherzentrale NRW einen Ratgeber zum Thema verfasst hat: "Das ist ein komplett ungeregelter Markt mit vielen Unklarheiten. Bei dieser recht neuen Entwicklung können wir noch gar nicht abschätzen, ob sich das Geschäftsmodell bewährt."

Ganz wichtig: Ein auf Immobilienrecht spezialisierten Rechtsanwalt sollte auf jeden Fall Verträge und Risiken prüfen. Lassen Sie sich auf einen Teilverkauf nur ein, wenn Sie sicher sind, dass Sie den finanziellen Verpflichtungen immer nachkommen können. Planen Sie am besten mit einem finanziellen Puffer.

Katrin Ahmerkamp