So schützen Sie Ihr Haus vor Einbruch: Tipps, Maßnahmen & Förderung

Es kann auch Sie treffen: Ein Einbruch in das eigene Zuhause trifft viele Menschen tief. Oft sind nicht die gestohlenen Gegenstände das Schlimmste, sondern das Gefühl, dass die eigene Privatsphäre verletzt wurde. Das Vertrauen in die Sicherheit der eigenen vier Wände schwindet - und nicht selten bleiben Angst, Unsicherheit oder andere psychische Belastungen noch lange bestehen.

Wohnung verwüstet nach Einbruch
Haus nach einem Einbruch. Damit es nicht soweit kommt ist es ratsam, sich zum Einbruchschutz am besten direkt vor Ort fachkundig und kostenfrei beraten lassen.   © Polizeiliche Kriminalprävention

Die Einbruchzahlen in Deutschland steigen wieder: Laut bundesweiter Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) wurden im Jahr 2025 insgesamt 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Einbruchsversuchen registriert - im Vorjahr waren es 78.436 Fälle. Nur 14 von 100 Einbrüchen konnte die Polizei aufklären.

Besonders häufig unternehmen Langfinger Einbrüche in Keller, Dachböden und Waschküchen. Vielfach werden dabei hochwertige Gegenstände wie E-Bikes entwendet.

Die gute Nachricht: Fast die Hälfte aller Einbrüche bleibt beim Versuch - 44,9 Prozent der Taten scheiterten 2025. Das zeigt deutlich: Sicherungstechnik und richtiges Verhalten verhindern Einbrüche wirksam.

Lesen Sie in diesem Artikel, welche Maßnahmen zum Einbruchschutz wirklich helfen - von richtigem Verhalten über mechanische Sicherungen bis hin zu moderner Technik und Fördermöglichkeiten.

Typische Schwachstellen: Wo Einbrecher ansetzen

Einbrechende suchen den schnellsten Weg ins Haus. Häufig sind es keine spektakulären Methoden, sondern schlecht gesicherte Standardstellen:

  • Fenster im Erdgeschoss

  • Terrassen- und Balkontüren

  • Kellerfenster und Kellertüren

  • schlecht beleuchtete Hauseingänge

  • Nebeneingänge (Garage, Seitentür, Gartentür)

  • gekippte Fenster oder unverschlossene Türen

Viele Täter*innen arbeiten mit einfachem Werkzeug und versuchen vor allem, Fenster oder Türen aufzuhebeln. Mechanische Sicherungen sind deshalb die wichtigste Grundlage für den Einbruchschutz Ihrer Immobilie.

I. Praktische Maßnahmen: Verhalten schützt - und kostet nichts

Schon einfache Gewohnheiten senken das Einbruchsrisiko erheblich:

  • Fenster und Türen immer schließen, auch bei kurzer Abwesenheit. Achtung: Ein gekipptes Fenster gilt als "offen".

  • Tür nicht nur ins Schloss ziehen, sondern immer zweifach abschließen.

  • Schlüssel niemals draußen verstecken (Blumentopf, Fußmatte, Briefkasten) - Einbrecher kennen diese Verstecke.

  • Nach Schlüsselverlust: Schließzylinder sofort austauschen.

  • Rollläden bei längerer Abwesenheit nicht dauerhaft geschlossen halten - das signalisiert Abwesenheit.

  • Wertgegenstände nicht offen sichtbar lagern (z. B. Schmuckschatulle im Schlafzimmer).

  • Vorsicht bei Social Media: Urlaubsbilder lieber erst nach der Reise posten.

Nachbarschaft hilft:

Eine wachsame Nachbarschaft ist ein entscheidender Faktor für den Einbruchschutz. Sprechen Sie sich ab und informieren Sie bei Verdacht sofort die Polizei über Notruf 110.

II. Mechanische Sicherungen: Der wichtigste Einbruchschutz

Die Polizei empfiehlt, Fenster und Türen mechanisch zu sichern, denn Standardfenster bieten meist keinen ausreichenden Widerstand gegen Aufhebeln.

Fenster und Fenstertüren nachrüsten
Auch bestehende Fenster lassen sich deutlich verbessern:

  • einbruchhemmende Fensterbeschläge nach DIN 18104 in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen

  • Zusatzsicherungen für leicht erreichbare Fenster

  • besondere Sicherung von Kellerfenstern, Terrassen- und Balkontüren

Widerstandsklassen RC 1 bis RC 6 gemäß DIN EN 1627
Einbruchhemmende Fenster und Türen werden in Widerstandsklassen eingeteilt:

RC 1 = geringe Widerstandsklasse
RC 6 = höchste Widerstandsklasse

Für Wohnhäuser besonders relevant: Die Polizei empfiehlt einen Grundschutz für erreichbare Fassadenelemente in der Widerstandsklasse RC 2 gemäß DIN EN 1627.

Türen sichern
Haustüren sollten nicht nur stabil wirken, sondern tatsächlich widerstandsfähig sein. Mögliche Maßnahmen:

  • Mehrfachverriegelung

  • stabile Schutzbeschläge gegen Ziehen und Aufbohren

  • Sicherheitszylinder (Bohr- und Ziehschutz)

  • Querriegelschloss als Zusatzschutz

  • Türspion oder Kamera-Türsprechanlage

  • Stabile Scharniere/Bandseitensicherung

Auch Nebentüren (z. B. Kellertür, Garagentür) sollten auf gleichem Sicherheitsniveau sein - denn Täter wählen oft den unauffälligsten Zugang.

Wichtig - fachgerechter Einbau: Sicherheitsprodukte wirken nur, wenn sie korrekt montiert sind. Bestehen Sie auf eine Montagebescheinigung. Polizeilich empfohlen sind Unternehmen mit dem K-EINBRUCH-Errichter-Gütesiegel.

III. Elektronische Maßnahmen: Abschrecken und Aufmerksamkeit erzeugen

Elektronische Technik ersetzt keine mechanische Sicherung - sie kann sie aber sinnvoll ergänzen und Einbrecher abschrecken.

Sinnvolle Lösungen:

  • Bewegungsmelder mit Außenbeleuchtung

  • Zeitschaltuhren (Licht simuliert Anwesenheit)

  • Smarte Beleuchtungssysteme

  • Kamerasysteme

Alarmanlagen (EMA): Eine professionelle Einbruchmeldeanlage erhöht das Entdeckungsrisiko für Täter erheblich und kann verhindern, dass Bewohnende den Einbrechern begegnen.

Wichtig:

  • EMA sollten fachgerecht geplant und installiert werden

  • es gelten entsprechende Normen und Richtlinien

Förderung

Wer Fenster, Türen oder Sicherheitstechnik nachrüsten möchte, kann unter bestimmten Bedingungen finanzielle Unterstützung erhalten. Die KfW-Bank unterstützt Einbruchschutzmaßnahmen über einen zinsgünstigen Kredit:

KfW-Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" - Kredit 159: Fördersumme bis zu 50.000 Euro.

Alternative Förderung über die BEG
Wenn Haus oder Eigentumswohnung älter als 5 Jahre sind, kann ein Zuschuss über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) - Einzelmaßnahmen möglich sein.

Förderfähig sind unter anderem:

  • Einbau oder Austausch von Fenstern

  • Außentüren und Tore

  • erstmalige Einbruchschutzmaßnahmen

Wichtig bei der Antragstellung
Der Antrag muss immer gestellt werden, bevor mit der Umsetzung begonnen wird. Erst nach Bewilligung darf mit den Baumaßnahmen gestartet werden.

Zusätzlich können viele Handwerkerleistungen als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Beratung durch unseren Kooperationspartner die https://www.k-einbruch.de/Polizeiliche Kriminalprävention

Wer sein Haus wirkungsvoll schützen möchte, sollte sich beraten lassen. Die Polizei bietet eine kostenlose Fachberatung an - oft direkt am Gebäude. So können Schwachstellen gezielt erkannt und passende Maßnahmen empfohlen werden.

Weitere Informationen sowie Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

Einbruch - und dann? So handeln Sie richtig

Auch bei bestem Schutz kann ein Einbruch passieren. Dann gilt:

  • Sofort Polizei rufen: Notruf 110

  • Räumlichkeiten nur betreten, wenn sicher ist, dass die Einbrecher nicht mehr vor Ort sind

  • nichts anfassen, nicht aufräumen

  • keine Spuren verwischen (z. B. Schuhabdrücke)

  • bei der Anzeige auf sichtbare Schäden hinweisen

  • Liste der gestohlenen Gegenstände erstellen

  • Versicherung informieren

Tipp: Kennzeichnen Sie Wertsachen dauerhaft und erfassen Sie die wichtigsten Daten in einer Wertgegenstandsliste. Je besser Sie dokumentieren, desto leichter sind Ermittlungen und Versicherungsabwicklung.

Kostenloser Download unseres Faltblatts "So schützen Sie Ihr Haus gegen Einbruch":

Cover Folder zum Einbruchschutz
© Verband Wohneigentum
in Kooperation mit der Polizeilichen Kriminalprävention
der Länder und des Bundes

Taubenheimstraße 85
70372 Stuttgart
Tel. 0711 5401-2062
E-Mail: info@polizei-beratung.de
Weitere Informationen:
www.k-einbruch.de

Anna Florenske

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