EEG-Novelle - Verband Wohneigentum warnt vor Systemwechsel
Bonn/Berlin, 27. Februar 2026 - Nach Medienberichten wird in einem Arbeitsentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium unter anderem vorgeschlagen, die Förderung für kleine Photovoltaik-Anlagen zu streichen. Der Verband Wohneigentum reagiert mit scharfer Kritik und warnt vor einem Rückschritt bei der privaten Energiewende.

Verbandspräsident Peter Wegner erklärt: "Dieser Entwurf bedeutet einen tiefgreifenden Systemwechsel: Weg von einer staatlich abgesicherten Einspeisevergütung und damit einer wichtigen Unterstützung privater Initiative hin zu einer konsequent markt- und systemorientierten Steuerung erneuerbarer Energien." Der Verbandspräsident kritisiert: "Politisch nicht gelöste strukturelle Probleme können nicht zu Lasten der kleinen Eigenümer*innen gehen."
Förderstopp für kleine PV-Anlagen bis 25 kW - höheres Investitionsrisiko
Wenn das klassische Einfamilienhaus die EEG-Förderung verliere und die Einspeisung auf 50 Prozent begrenzt werde, bedeute das für private Eigentümer*innen ein höheres Investitionsrisiko. Vor allem dann, so Wegner, wenn sie keinen Speicher haben und den Verbrauch nicht gut steuern.
Wegner warnt: "Privatpersonen sind bislang wichtiger Akteur bei der Solarstromerzeugung. Diese Initiative wird ausgebremst, was ein fataler Rückschritt für die private Energiewende ist." Erwartbare negative Konsequenz sei eine sinkende Investitionsdynamik im Kleinanlagensegment, was PV-Anlagen verteuere. Wegner: "Zu befürchten ist, dass in Konsequenz die private Energiewende einkommensstarken Haushalten vorbehalten bleibt."
Kritik an verpflichtender Direkvermarktung
Mehr Markt bedeute auch mehr Komplexität, erklärt der Verbandspräsident und sieht das Risiko einer fachlichen und bürokratischen Überfoderung privater Anlagenbetreiber bei einer verpflichtenden Direktvermarktung. "Private Betreiber werden gezwungenermaßen zu Strommarkt-Akteuren. Gerade Familien, ältere Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Wohnungseigentümergemeinschaften benötigen verlässliche und verständliche Rahmenbedingungen und dürfen nicht überfordert werden."
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Katrin Ahmerkamp | Pressesprecherin Verband Wohneigentum e.V.
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