Jugendarbeit im Deutschen Siedlerbund (DSB)Eine Pflanze, die noch wachsen muss

2. November 2004
Nachdem die letzte Ferienfreizeit dieses Sommers unter der Regie eines DSB-Landesverbandes glücklich beendet war, trafen sich die aktiven Jugendbeauftragten der Landesverbände und Siedlerbünde am 3. und 4. September in Bonn. Es war die erste Tagung der ehrenamtlichen Jugendbetreuer und -betreuerinnen auf Bundesebene; sie wurde von Christian Benoist geleitet, der vom Präsidium zum Jugendbeauftragten des Gesamtverbandes benannt worden ist.

Die neun Teilnehmer berichteten von ihren bisherigen Aktivitäten und von den Wünschen und Vorstellungen von guter Jugendarbeit. Die Ansätze in den einzelnen Landesverbänden sind teils sehr unterschiedlich. Manche, nämlich Niedersachsen, Bayern und Sachsen, können jedes Jahr groß angelegte Zeltlager für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen. Der Sächsische Landesverband Siedler bot in diesem Jahr sogar eine Freizeit in Tschechien an, zusammen mit dortigen Jugendlichen und mit Unterstützung des Deutschen Jugendherbergswerkes. Das saarländische Angebot ist kleiner ausgelegt, hat aber ebenfalls Tradition. Andere Landesverbände organisieren keine eigenen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, sondern unterstützen die Jugendleiter, die in den Siedlergemeinschaften aktiv sind. Hier geht es um Austausch von Erfahrungen und neue Anregungen.

Die ehrenamtlichen Jugendbeauftragten der Landesverbände und Siedlerbünde (v.l.n.r.): Harald Krausshaar, LV Saarland; Marina Klügel, LV Schleswig-Holstein; Olaf Güter Sächsischer LV Siedler; Beate Scheumann-Metz, LV Hessen; Dieter Riemer, LV Rheinland-Pfalz; Michael Worlitz, LV Berlin-Brandenburg; Thomas Reimers, LV Niedersachsen; Bettina Glowka, SB Ruhr-Niederrhein; Christian Benoist, Bayerischer Siedlerbund und Bundesbeauftragter  

Siedlerbund ist Familienverband


Manche Teilnehmer in Bonn sind erst vor kurzem in die Jugendarbeit auf Landesebene eingestiegen. Das heißt auch: Mancher Landesverband entdeckt dieses Feld jetzt für sich neu. In seinem Vortrag zeigte Christian Benoist auf, dass zu den satzungsgemäßen Zielen des DSB in allen seinen Untergliederungen die Förderung der Familie gehört, angefangen beim selbstgenutzten Wohneigentum über die Förderung von Gemeinsinn bis hin zur Verantwortung für Garten, Natur und Umwelt. Die Kinder- und Jugendarbeit gehört unabdingbar in den Zusammenhang mit den Werten persönlicher Freiheit und sozialer Verantwortung, wozu auch das Miteinander der Generationen zählt, die der DSB pflegt und weitergeben will.

Benoist, der seit über zwanzig Jahren Jugendarbeit in seiner Siedlergemeinschaft und im Bayerischen Siedlerbund betreibt, betonte überdies, wie notwendig es ist, der Jugend eine Gemeinschaft zu bieten, in der sie sich entfalten kann. – Auch damit von manchen dieser Jugendlichen umgekehrt das Erbe des Verbandes später einmal übernommen wird. Allerdings betonte er, dass man einen langen Atem brauche: „Man muss das wachsen lassen“.

Werben für die Jugend


In vielen Siedlergemeinschaften gibt es dauerhaft Jugendgruppen oder zeitlich befristete Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Trotzdem ist in weiten Bereichen ein Nachholbedarf vorhanden. Die Jugendbeauftragten haben sich daher vorgenommen, in den Siedlergemeinschaften und Kreisgruppen Interesse zu wecken. Ein stichhaltiges Argument ist sicher die Erfahrung, dass über die Kinder auch deren Eltern für den DSB gewonnen werden können. Unterstützung für Jugendgruppenleiter und für ein altersgerechtes Angebot für die Kinder sollten die Untergliederungen ihrerseits von den Landesverbänden einfordern. Neben der Mühe, so konnten die aktiven Ehrenamtlichen in Bonn bestätigen, macht es doch viel Spaß. Diese Erfahrung wollen sie weitergeben.

Man war sich einig, dass mit diesem Treffen ein Anfang gemacht worden ist. Viele Themen und Fragen der Organisationsstruktur wurden angeschnitten. Für die Zukunft wünschten sich die Anwesenden einen regelmäßigen Gedankenaustausch auf Bundesebene. Natürlich sind die Landesjugendbeauftragten realistisch: Aufbau und Ausbau einer guten und kontinuierlichen Kinder- und Jugendarbeit braucht viel Zeit. Man muss die zarte Pflanze „Jugendarbeit“ engagiert pflegen – dann aber auch „wachsen lassen“.

Ue