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Zeitschrift für Haus- und Garteneigentümer


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Sondertilgungs- und Kündigungsrechte nutzen

Ein Eigenheim sollte grundsätzlich spätestens zu Beginn des Ruhestandes entschuldet sein. Renten und Pensionen fallen in der Regel deutlich geringer aus als das Einkommen während der Berufsphase. Gut, wenn dann bei weniger Einkommen die Belastung durch die Finanzierungsrate wegfällt.

Variable Darlehensverträge

Darlehensverträge, in denen keine Zinsbindung vereinbart wurde, sind mit einer Frist von drei Monaten jederzeit kündbar (§ 489 Abs. 2 BGB). Solche variablen Darlehen in der heutigen Niedrigzinsphase auf langfristig feste Zinsen umzustellen, ist daher sicher eine Überlegung wert. Eventuell ersparte Zinsen können in Tilgungsbeiträge umgeschichtet werden und zu einer schnelleren Entschuldung führen.

Sondertilgung

Helmut Weigt, Finanzökonom (ebs), Finanzfachwirt (FH), Vorsitzender Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz, © Privat

Helmut Weigt, Finanzökonom (ebs), Finanzfachwirt (FH), Vorsitzender Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz, © Privat

Sondertilgungen auf Darlehen mit gebundenen Sollzinsen sind nur dann möglich, wenn das Sondertilgungsrecht im Darlehensvertrag vereinbart wurde. In älteren Verträgen mit noch relativ hohen Zinsen konnten Sondertilgungsrechte in der Regel kaum vereinbart werden. Den Geldinstituten war das Risiko, "gut" verliehenes Geld zurücknehmen zu müssen, um es dann nur noch schlechter anlegen zu können, schlicht zu groß. In der heutigen Niedrigzinsphase ist das genau umgekehrt: Kreditinstitute rechnen eher mit einem steigenden Zins-Niveau, in dem sie das anfänglich billig verliehene Geld besser anlegen können.

Wenn Sie also Geld übrig haben, ohne Ihre Reserven anzugreifen, und zudem zu den Kapitalanlegern gehören, die vor allem Wert auf Sicherheit legen, dann nutzen Sie die Möglichkeit zur Sondertilgung so oft es geht. Sie werden bei gleicher Sicherheit nirgendwo Ihr Geld gewinnbringender anlegen können, als in der eigenen Immobile. Bei Bauspardarlehen können Sie Sondertilgungen jederzeit in beliebiger Höhe leisten.

Lange Zinsbindung

Vielen Deutschen geht Sicherheit über alles, weshalb in Darlehensverträgen häufig Zinsbindungen "größer zehn Jahre" vereinbart wurden und werden. Solche "Langläufer" dürfen Sie zehn Jahre nach der Vollauszahlung des Darlehens mit einer Frist von sechs Monaten kündigen und auf aktuelle Konditionen umstellen. Sie haben dann die Wahl: entweder beim selben Kreditinstitut zu bleiben oder auch durch Umfinanzierung zu einem neuen Institut wechseln. (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB).

Fehlerhafte Widerrufsbelehrung

Aktuell wird in der Presse und den Medien viel Wirbel um den Ausstieg aus laufenden Darlehensverträgen aufgrund einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung gemacht. Diese Möglichkeit kann tatsächlich ein Weg sein, aus teuren Darlehensverträgen auszusteigen, ist aber nicht selten mit langwierigen Streitigkeiten verbunden. Verbraucherzentralen prüfen für wenig Geld, ob Ihre Widerrufsbelehrung tatsächlich fehlerhaft ist. Sollte dies der Fall sein, empfiehlt es sich, mit der Durchführung des Widerrufes einen versierten Anwalt zu beauftragen. Kümmern Sie sich aber rechtzeitig darum, dass bei einem erfolgreichen Widerruf die Anschlussfinanzierung – manchmal sogar beim selben Institut – gesichert ist.

H. W.

Unser Tipp

Nicht selten besteht eine Eigenheimfinanzierung aus mehreren Finanzierungsbausteinen, bei denen Sondertilgungen erlaubt sind.

Leisten Sie mögliche Sondertilgungen immer auf die Verträge mit den höchsten Zinsen, denn hier wirken sich diese Tilgungsleistungen rein rechnerisch am besten aus (vgl. FuG 03/2015).

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