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Dämmen: die große FrageTeil 1: Brandgefahr

Wärmedämmung ist sinnvoll, denn sie verbessert die Energieeffizienz eines Hauses, sagen die einen. Dämmstoffe sind schwierig zu entsorgen, fördern Schimmel, zahlen sich nicht aus und sind wegen der Brandgefahr riskant, warnen andere. In unserer Serie zum Dämmen greifen wir diese Fragen auf. Im ersten Teil geht es um die Brandgefahr.

Dämmplatten

© Florenske/Verband Wohneigentum

Die Brandkatastrophe im Sommer in London, bei der eine Fassadendämmung Feuer fing und mehr als 80 Menschen starben, war ein Fanal. Die Wärmedämmung, vor allem der weit verbreitete Einsatz von Polystyrol, besser bekannt als Styropor, ist erneut in Verruf geraten.

London auch hier?

Auch wenn in Wuppertal und anderswo nach der Katastrophe von London ebenfalls Hochhäuser wegen möglicher mangelhafter Dämmung evakuiert wurden, betonen Experten, dass ein solcher Fassadenbrand hierzulande so gut wie auszuschließen sei. Das liegt vor allem an den Bauvorschriften in Deutschland: Je höher das Haus, umso strenger die Brandschutzanforderungen. Brennbare Baustoffe sind bei allen Häusern über 22 m Höhe grundsätzlich verboten. Für das Eigenheim gilt das jedoch nicht: Ob Neu- oder Altbau, bei niedrigeren Gebäuden dürfen entflammbare Stoffe in der Dämmung stecken - wie bei den häufig verwendeten Verbundsysteme mit Polystyrol, oft als "EPS" bezeichnet. Bauliche Maßnahmen wie Brandbarrieren über Türen und Fenster reduzieren das Risiko.

Sinnvoll, aber keine Pflicht

Energie sparen und den CO2-Ausstoß verringern ist wichtig, um den Klimaschutz voranzubringen. Dämmen ist und bleibt daher sinnvoll. Aus alten, wenig gedämmten Häusern entweicht viel Wärme durch Fenster, Außenwände, Dach und Keller. Eine Dämmung der Außenfassade kann die Wärmeverluste bis zu 25 Prozent verringern, betont die Energieagentur NRW. Das spart Heizkosten.

Dennoch gibt es keine grundsätzliche Dämmpflicht, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern müssen laut Energieeinsparverordnung nicht dämmen, wenn sie bereits vor Februar 2002 selbst in ihrer Immobilie gewohnt haben. Sind sie später eingezogen, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke verpflichtend, wenn der Raum darüber begehbar ist. Ebenso Pflicht ist dann die Dämmung von offen liegenden Heizungsrohrleitungen im ungeheizten Keller.

Entflammbar?

Gehen Dämmen und Brandschutz zusammen? Vor allem Polystyrol, der hierzulande meist verwendete Dämmstoff, sei durch seine Brandgefahr lebensgefährlich, monieren Dämmkritiker. Doch die Gefahr von Polystyrol wird in den Medien vielfach überschätzt, relativieren die Verbraucherzentralen. "Ein Wärmedämm-Verbundsystem an der Außenwand erhöht im Brandfall nicht zwangsläufig das Risiko für die Bewohner eines Hauses." Bei einem Wohnungsbrand seien die Schaumkunststoffe in Polstermöbeln und Matratzen wesentlich gefährlicher als die Polystyrol-Dämmung der Außenwand. Weiterhin erklären die Verbraucherschützer: "Bei Ein- und Zweifamilienhäusern spielt die äußere Fassade für den Brandverlauf keine Rolle." Außen auf der Fassade angebrachte Materialien können erst bei Mehrfamilienhäusern mit mehreren Geschossen zu einer wesentlichen Ausbreitung von Feuer und Rauch beitragen. Für sie sind daher Brandriegel, die das ausbreiten des Feuers verhindern, inzwischen Pflicht.
Zudem: Das entflammbare Polystyrol wird heute meist mit Flammschutzmitteln behandelt, die es schwer entflammbar machen. Nur bei unsachgemäßem Einbau besteht nach Auskunft der Verbraucherzentralen eine Brandgefahr.

Alternativen

Aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte beim Dämmen der Außenwand auf polystyrolhaltige Schaumkunststoffe ganz verzichten, raten die Verbraucherschützer. Nachhaltige Dämmschichten aus Lehm oder Steinwolle sind gute Alternativen. Steinwolle isoliert Häuser nicht nur gegen Hitze und Kälte, sondern auch gegen Schall. Die Matten aus anorganischer Mineralwolle bestehen aus aufwendig hergestellten Fasern. Nachteil: Die Alternativen zu Polystyrol sind teurer. Vorteil: Sie sind nicht entflammbar. Fl

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