Wärmepumpen & mehr Aktuelle Sitzung des Beirats

Juni 2022

Auf der Beiratssitzung des Verbands Wohneigentum (VWE) im Juni 2022 in Berlin ging es um klimabewusstes Heizen und die aktuellen energie- und klimapolitischen Herausforderungen für Menschen mit Wohneigentum. Vor allem wurden Potenziale und Hindernisse von Wärmepumpen im Bestand und im zukünftigen Energienetz beleuchtet.

Blick in die Sitzung des Beirats
Der Vorstand des VWE sensibilisierte die Politik ein weiteres Mal dafür, Eigentümer finanziell nicht zu überfordern und über einen frühzeitig kommunizierten Sanierungsfahrplan Investitionserfordernisse kalkulierbar zu machen.   © Örenbas/VWE
Neben den ständigen Mitgliedern begrüßten Beiratsvorsitzender Ulrich Müller, Katholischer Siedlungsdienst (KSD), und Verbandspräsident Manfred Jost mehrere Gäste: Anett Jura, Abteilungsleiterin Wohnungswesen und Immobilienwirtschaft im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), Dr. Jan-Marco Luczak MdB, Sprecher für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen der CDU/CSU-Bundestagfraktion, und Jutta Gurkmann, Interimsvorständin Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Vier ehemalige Mitglieder wurden verabschiedet: Christian Kühn MdB, frisch berufener parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), betonte, den Kontakt zum Verband Wohneigentum gerne gepflegt zu haben. Die offene Atmosphäre im Beirat habe zu einem sehr konstruktiven Gedankenaustausch geführt, für Gespräche zu Verbraucherthemen stehe er weiter bereit.

Auch Volkmar Vogel, parlamentarischer Staatssekretär a.D., bedankte sich für den guten Austausch. Wohneigentümer und Wohneigentümerinnen ständen in vielerlei Hinsicht vor großen Herausforderungen, daher sei ihre Perspektive für die aktuellen politischen Diskussionen unter anderem zum Thema energetische Sanierung von besonderer Bedeutung. Beide wünschten dem Verbandsbeirat weiterhin ein gutes Miteinander. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur in Bonn, ehemals vzbv-Vorstand, sowie Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz a.D., wurden in Abwesenheit verabschiedet.

Wärmepumpen, auch im Bestand!

Wärmepumpen sind seit einigen Jahren als klimaschonende Lösung für die Warmwasserversorgung und das Heizen stark im Gespräch. Bislang wurden sie vor allem in Neubauten eingesetzt. Doch stellt sich die Frage, ob sich die moderne Technik in älteren Gebäuden effektiv nutzen lässt. Wenn ja, wären sie ein willkommenes Instrument zur Erreichung der Klimaziele.

Dr. Marek Miara vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE berichtete, dass Wärmepumpen mittlerweile eine hohe Vorlauftemperatur und Effizienz erreichen und somit uneingeschränkt auch in Bestandimmobilien mit konventionellen Heizkörpern eingesetzt werden können. Als Herausforderungen einer großen Sanierungswelle sieht Dr. Miara die Verfügbarkeit von Materialien und Fachpersonal, denn die Bundesregierung plant, dass bis 2030 gut 4-6 Millionen Wärmepumpen eingebaut werden sollen.

Christian Huttenloher, stellvertretender Beiratsvorsitzender und Generalsekretär des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV), hob die Bedeutung der Wärmepumpen für die bevorstehenden klima- und energiepolitischen Entwicklungen für das Wohneigentum hervor. Er lenkte den Blick der Beiratsmitglieder in der Diskussion jedoch auch auf das Erfordernis, unterschiedliche Techniken für die Wärmeerzeugung zu nutzen, um die nötigen CO2-Reduktionen schneller erzielen zu können. Auch kommunale Möglichkeiten sollten stärker kommuniziert werden, um Quartierskonzepte und Netzwerke mit Nah- oder Fernwärme besser zu nutzen.

In der Diskussion waren sich die Beiratsmitglieder einig, dass die kommunale Beratung deutlich verstärkt werden müsse.

Der Vorstand des VWE sensibilisierte die Politik ein weiteres Mal dafür, Eigentümer finanziell nicht zu überfordern und über einen frühzeitig kommunizierten Sanierungsfahrplan Investitionserfordernisse kalkulierbar zu machen. Sanierungsmaßnahmen müssen auskömmlich und dauerhaft gefördert werden, nur so sei eine schnelle Sanierung aller Bestandsgebäude sozialverträglich durchführbar. Verena Örenbas