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Den Policen-Wald „lichten“Welche Versicherungen sind notwendig?

Viel Geld geben die Deutschen für Versicherungen aus. Dabei ist gar nicht sicher, dass alle abgeschlossenen Policen auch wirklich notwendig sind, zum Beispiel, weil Überflüssiges versichert ist. Andererseits sind viele Haushalte für den Fall der Fälle nicht ausreichend geschützt.

Hier eine Auflistung, welche Versicherungen für wen sinnvoll sind und worauf verzichtet werden könnte.

Gesetzliche Versicherungen
Bei einer Reihe von Versicherungen braucht gar nicht erst überlegt zu werden, ob sich ein Abschluss rentieren könnte oder nicht. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben.

  • Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung – wenn Sie Arbeitnehmer sind. Der Gesetzgeber unterstellt bei diesen Versicherungen, dass Arbeiter und Angestellte schutzbedürftig sind – unabhängig davon, ob das im Einzelfall tatsächlich der Fall ist.

  • Auto-, Motorrad- und andere Kraftfahrer sind verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Dies mit Blick darauf, dass ein verschuldeter Unfall außer den Schuldigen auch den Geschädigten ins finanzielle Unglück stürzen kann.

Private Versicherungen
Diese Versicherungen sollten Sie haben (sie sind zumindest „überlegenswert“):

  • Eine der wichtigsten Versicherungen, deren Abschluss der Gesetzgeber nicht vorgeschrieben hat, ist die Privat-Haftpflichtversicherung. Sie schützt vor möglichen Millionenforderungen, wenn einem Anderen ein Schaden zugefügt wird, etwa als Fußgänger oder als Radfahrer. Eine Haftpflichtversicherung für den Hund kann dieselbe Bedeutung haben wie die private Haftpflichtversicherung für Frau- oder Herrchen. (Katzen sind in die Privathaftpflichtversicherung ihrer Besitzer eingeschlossen.)

  • Eine private Rentenversicherung – allein oder neben der gesetzlichen Rentenversicherung – kann vor allem mit Blick auf die gesetzliche Neuregelung der privaten Altersvorsorge wichtig sein (wenn nicht eine andere Anlageform – etwa ein Fonds- oder Banksparplan – vorgezogen wird). Stichwort: Riester-Rente.

  • Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzt die (seit 2001 stark eingeschränkten) Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. In den ersten fünf Jahren einer Berufstätigkeit kann sie gegebenenfalls ein Vollersatz sein.

  • Eine private Krankenversicherung ist im Regelfall nur für Selbstständige und solche Arbeitnehmer bedeutsam, die nicht (mehr) versicherungspflichtig sind und auch nicht die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung gewählt haben. Ihr Versicherungsschutz sollte auch ein Krankentagegeld einschließen, das den Einkommensausfall während einer Arbeitsunfähigkeit ersetzt.

  • Eine private Unfallversicherung schützt z.B. Hausfrauen und Kinder für den Invaliditätsfall. Arbeitnehmer (die ja gesetzlich unfall- und rentenversichert sind, ohne selbst Beiträge dafür aufwenden zu müssen) können auch Unfälle in der Freizeit versichern. Allerdings: Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt dieses Risiko bereits mit ein.

  • Eine Risiko-Lebensversicherung empfiehlt sich für diejenigen, die eine Familie zu versorgen haben, die im Falle des Todes des „Ernährers“ preiswert finanziell abgesichert sein soll.

  • Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist beinahe ein „Muss“ – egal, ob eine gesetzliche oder ohnehin schon eine private Krankenversicherung besteht. Für die gesetzlich Krankenversicherten kann sie der einzige Schutz sein (etwa in Ländern, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht). Für privat Krankenversicherte kann sie helfen, den „Schadenfreiheitsrabatt“ aus der Hauptversicherung zu bewahren.

  • Eine Kfz-Teilkaskoversicherung ist vor allem wichtig für den Fall, dass das Auto oder das Motorrad gestohlen wurde.

  • Eine Hausratversicherung macht nur Sinn, wenn das Hab und Gut einen hohen Wert hat. Wer pauschal 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche versichert, dem wird im Schadenfall von seiner Versicherung nicht entgegengehalten, er sei „unterversichert“ (was sonst eine geringere Zahlung zur Folge hätte).

  • Eine Wohngebäudeversicherung sollte für Hausbesitzer selbstverständlich sein, wenn sie nach einem Brand oder einer Überschwemmung nicht auch finanziell „im Freien“ stehen wollen.

  • Eine Öltankversicherung wird vor allem für Behälter unter der Erde abgeschlossen, weil hier besonders hohe Schäden eintreten können (Grundwasser!).

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