Studie zur energetischen Sanierung: Wirtschaftlich nur mit Förderung

Das Haus dämmen, die Fenster erneuern oder eine neue Heizung einbauen: das kostet. Viele Eigentümer und Eigentümerinnen älterer Häuser fragen sich, ob sich das für sie überhaupt lohnt. Eine jetzt aktualisierte Studie sagt: Ja - allerdings nur mit Förderung. Ein Punkt, der sich auch der Verband Wohneigentum in der wohnungspolitischen Debatte anschließt. VWE-Präsident Manfred Jost sagt dazu: "Was gefordert wird, muss auch gefördert werden".

Blick in eine Siedlung mit Sanierungsbedarf
In solchen Siedlung ist energetische Sanierung eine riesige Aufgabe. VWE-Präsident Jost betont, dass Eigentümer dafür verlässliche Unterstützung brauchen.   © VWE Bundesverband
Das Thema energetische Sanierung wird Wohneigentümer in den kommenden Jahren weiterhin beschäftigen. Bis zur Jahrhundertmitte soll aus Klimaschutz-Gründen der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein. Bis dahin sollen Besitzer von sanierungsbedürftigen Häusern stärker zur Kasse gebeten werden, Bestes Beispiel dazu: der im Mai vorgelegte Gesetzentwurf zur gestaffelten Aufteilung des CO2-Preises zwischen Vermieter und Mieter.

Zusätzlich zeigen die energiepolitischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, dass eine stärkere Unabhängigkeit in Energiefragen wichtig ist. Eigentümer sorgen sich wegen der dramatisch steigenden Energiekosten. Um diese Kosten zu reduzieren, möchten sie sich mit einer energetischen Sanierung dauerhaft gegen das Risiko hoher Energiepreise absichern. Aber die Investitionen sind ebenfalls teuer und es stellt sich die Frage: Rechnet sich das überhaupt?

Aktualisierte Studie

Damit beschäftigt sich eine Studie, die 2021 der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), zu dessen Mitgliedsverbänden der VWE gehört, und die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) in Auftrag gegeben haben, ihr Titel: "Spezifische Kosten für die energietechnische Modernisierung im Gebäudebestand in Abhängigkeit des Effizienzstandards". Diese Studie ist jetzt vor dem Hintergrund der aktuellen Energiepreis- und Baukostenentwicklung aktualisiert worden.

Gegenstand und Basis

Sie untersucht Kosten und Wirtschaftlichkeit energietechnischer Modernisierungen von selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland. Dazu wurden drei für den Wohngebäudebestand vor 1978 repräsentative Modellgebäude entwickelt, einmal im energietechnischen Zustand bei ihrer Errichtung, einmal teilmodernisiert. Diese sechs Modellgebäude wurden rechnerisch energietechnisch modernisiert - orientiert an den aktuellen Standards der KfW-Effizienzhausförderung (KfW 55, KfW 70, KfW 85).

Schlussfolgerung der Studie-Autoren

Sogar ambitioniertes, teureres Modernisieren ist wirtschaftlicher als nicht Modernisieren. Mit der KfW-Effizienzhausförderung liegen die Gesamtkosten der energietechnisch modernisierten Gebäude in allen untersuchten Fällen deutlich unter dem Niveau der nicht- oder teilmodernisierten Gebäude. Zudem kann eine CO2-Reduktion von bis zu 95 Prozent erreicht werden.

Fordern und Fördern

Die Bedeutung einer verlässlichen Förderung betont auch der VWE. VWE-Präsident Manfred Jost erklärt: "Dass die energetische Sanierung im Gebäudebestand eine der großen Aufgaben ist um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, steht außer Frage. Sanierungsrate und -tiefe müssen signifikant gesteigert werden. Aber: Was gesetzlich gefordert wird, muss auch förderfähig sein, gerade in Zeiten, wo durch Klimaschutzauflagen Eigentümer immer stärker eingespannt werden. Wer kein Eigenkapital hat, muss in die Lage versetzt werden, überhaupt sanieren zu können. Dafür braucht es eine verlässliche und auskömmliche Förderung."

Dies gelte für langjährige Hauseigentümer ebenso wie für junge Menschen, die eine Bestandsimmobilie erworben haben, die sie Schritt für Schritt sanieren wollen.
Quelle: DENEFF I Katrin Ahmerkamp


15.06.2022