Teller statt Tonne

30.04.2020

Teller statt Tonne
Bis 2030 soll die Zahl der Lebensmittelabfälle weltweit halbiert werden - diesem Ziel der Vereinten Nationen hat sich auch Deutschland verpflichtet.   © Verband Wohneigentum Heinsheim am Neckar
Der 2. Mai markiert einen denkwürdigen Tag. Der WWF hat ihn 2016 symbolisch zum Tag der Lebensmittelverschwendung ausgerufen: Statistisch gesehen beginnen wir in Deutschland erst an diesem Tag, Nahrungsmittel für den Teller und nicht für die Tonne zu produzieren. Alle vorher hergestellten Lebensmittel wandern in den Müll - jedenfalls der Menge nach.

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werden hierzulande pro Jahr 12 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt, allein 6 Millionen Tonnen davon in privaten Haushalten. Dabei gehen nicht nur die Lebensmittel verloren, auch die zur Herstellung verwendeten Ressourcen sind verschwendet.

"Zu gut für die Tonne"

Bis 2030 soll die Zahl der Lebensmittelabfälle weltweit halbiert werden - diesem Ziel der Vereinten Nationen hat sich auch Deutschland verpflichtet. Unter dem Motto "Zu gut für die Tonne" entwickelt das BMEL zusammen mit seinen Partnern dafür eine bundesweite Strategie.

Aktuell zwingt uns die Corona-Pandemie dazu, unseren Alltag neu zu gestalten. Dabei ändert sich vielerorts auch das Ernährungsverhalten, weil beispielsweise der Mittagstisch in Kita und Schule wegfällt oder die Außer-Haus-Versorgung schwierig ist. Vielleicht eine gute Gelegenheit, die eigenen Gewohnheiten neu zu justieren und zu einem nachhaltigeren Konsum und einer größeren Wertschätzung von Lebensmitteln zu finden.

"Hamsterkäufe" unnötig

Heiß diskutiertes Thema ist derzeit das Einkaufsverhalten: Viele Verbraucher befürchten, dass die Lebensmittelvorräte nicht ausreichen und Kunden "hamstern". Vor diesem Hintergrund betont das BMEL, dass es keine Engpässe gebe, "Hamsterkäufe" seien nicht nur unnötig und unsolidarisch, sie führten außerdem dazu, dass letzten Endes Lebensmittel weggeworfen und verschwendet würden.

sorgsamer Umgang

"Wertschätzen statt hamstern", appellieren die Fachleute stattdessen an die Verbraucher und geben Tipps für einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln.

Vor dem Einkaufen sollte man sich einen Überblick über die eigenen Vorräte verschaffen, überlegen, was wirklich verwertet wird und einen Einkaufszettel schreiben. Wer
zu viel kauft, wirft am Ende auch zu viel weg.

Unterschiedliche Lebensmittel haben unterschiedliche Ansprüche an Temperatur, Lichtverhältnisse und Luftfeuchte. Außerdem sollten die Vorräte nach dem "First-in-fi rst-out-Prinzip" eingeräumt werden, das heißt, die Produkte sollen so sortiert werden, dass diejenigen mit dem kürzesten Mindesthaltbarkeitsdatum vorne stehen, frische Produkte sollen wieder weiter hinten einsortiert werden.

Trotz guter Planung und richtiger Lagerung kommt es vor, dass Lebensmittel länger liegen als beabsichtigt. Wer Lebensmittel richtig kühlt, einfriert, einkocht oder einlegt, macht diese haltbar und bewahrt sie vor der Tonne.

Während des Kochens und Essens darauf achten, wie viel tatsächlich benötigt wird und die Reste weiter verwerten. Gute Ideen dafür bieten Apps oder Online-Angebote.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: www.zugutfuerdietonne.de

Die beste Reste-App

Teller statt Tonne
© BMEL
Leckere Restegerichte aus übriggebliebenen Lebensmitteln zubereiten: Dabei hilft die kostenlose Beste Reste-App der BMEL-Initiative "Zu gut für die Tonne" für Smartphones und Tablets.

Hier finden sich unter anderem Rezepte von Sterneköchen und prominenten Kochpaten wie Sarah Wiener, Johann Lafer. Außerdem bietet die App Tipps zu Einkauf, Aufbewahrung und Verwertung von Lebensmitteln sowie einen Einkaufsplaner. Im "App Store" und bei "Google Play" verfügbar.

Quelle: Verband Wohneigentum e.V & BMEL/Ah