Auswirkungen des CO2-Preises - Betrifft mich das?

22.03.2021

Auswirkungen des CO2-Preises - Betrifft mich das?
CO2-Abgabe: Die Idee ist, einen Anreiz zum Sparen zu geben und den Verbrauch und damit die Emissionen von fossilen Brennstoffen zu verringern.   © Verband Wohneigentum Heinsheim am Neckar

Seit 2021 gibt es einen Preis für CO2-Emissionen, die in den Bereichen Wärme und Verkehr entstehen.

Als Teil des Klimaschutzpakets der Bundes -
regierung ist diese CO2-Abgabe unter anderem für Heizöl, Gas, Benzin und Diesel fällig.

Wir erklären, was es damit auf sich hat und welche Folgen zu erwarten sind.

Umweltbelastung ist nicht mehr kostenlos

Um die international verbindlichen Klimaziele für 2030 zu erreichen, ist eine der Maßnahmen die CO2-Abgabe. Sie wird auf fossile Brennstoffe aus den Bereichen Verkehr und Wärme erhoben - denn bei ihrer Verbrennung wird das Klimagas CO2 frei. Im Rahmen des nationalen Emissionshandelssystems ist seit 2021 der Preis pro Tonne des klimaschädlichen Gases festgelegt. "Wissenschaftliche Gutachten sehen darin den volkswirtschaftlich kosteneffizientesten Weg, Emissionen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen", betont die Bundesregierung.

Wie wird abgerechnet?

Wenn Firmen Flüssiggas, Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel verkaufen, brauchen sie für jede Tonne CO2, welche die Stoffe beim Verbrennen freisetzen, ein Zertifikat für ihr sogenanntes Verschmutzungsrecht. Die Idee dahinter ist, zum Sparen anzureizen - und durch eine CO2-Bepreisung den Verbrauch und damit die Emissionen von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die CO2-Abgabe kostet im Jahr 2021 25 Euro pro Tonne, bis 2026 soll der Preis auf 55 Euro pro Tonne steigen, darauf kommt noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Wie teuer wird das?

Wenn der Handel durch die CO2-Abgabe nun mehr für Heizöl, Erdgas und Benzin zahlen muss, werden auch die Verbraucherpreise anziehen, folgert die Verbraucherzentrale NRW: "Heizen und Mobilität, die auf fossilen Energieträgern beruhen, werden teurer. Ob sich das geringfügig auch auf andere Bereiche auswirkt, wie auf die Lebensmittelpreise, ist bisher nicht bekannt." Wie hoch die zusätzlichen Kosten dann tatsächlich ausfallen, hängt davon ab, wie viel Treibhausgase durch den jeweiligen Energieträger Gas oder Öl ausgestoßen werden.

BEISPIELRECHNUNGEN für ein älteres Einfamilienhaus

Gasheizung: Pro Kilowattstunde (kWh) rund 202 Gramm Kohlendioxid- Ausstoß.
Bei Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden/Jahr liegen Emissionen bei rund 4 Tonnen CO2.
Mehrkosten: Im Jahr 2021 fallen rund 120 Euro an (25 Euro + 19 Prozent MwSt./t für 4,04 t), 2025 sind es rund 264 Euro (55 Euro + 19 Prozent MwSt./t für 4,04 t).
Ölheizung: Stößt mit rund 266 Gramm CO2/kWh deutlich mehr klimarelevantes Gas aus.
Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh (2.000 Liter/Jahr) sind das 5,3 Tonnen CO2.
Mehrkosten: im Jahr 2021 rund 158 Euro, im Jahr 2025 knapp 348 Euro.
© Verbraucherzentrale NRW

Soziale Härten abfangen

Der Verband Wohneigentum (VWE) trägt die Klimaschutzziele der Bundesregierung mit. Schon zu Beginn der Diskussion gab VWE-Präsident Manfred Jost aber zu bedenken, dass soziale Härten unbedingt abgefangen werden müssen. "Eine CO2-Abgabe darf Menschen mit Wohneigentum nicht über die Maßen belasten, die sich eine neue Heiztechnik nicht leisten können, oder auch Berufspendler, die auf den Pkw angewiesen sind."

Die Bundesregierung hat versprochen, "die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in Klimaschutzmaßnahmen zu reinvestieren oder an die Bürger und Bürgerinnen in Form einer Entlastung an anderer Stelle zurückzugeben."

Entlastungen für Sie

Als Ausgleich für die Kostensteigerungen soll zum Beispiel der Strompreis sinken. Die Erneuerbare-Energien-Umlage wurde in diesem Jahr auf 6,5 Cent/kWh gedeckelt, in 2022 darf sie bei maximal 6 Cent liegen. Verbraucherzentrale NRW und VWE sind sich einig: Dieser Ansatz ist richtig, allerdings müsste die Entlastung noch höher sein, damit der Strompreis wirklich spürbar sinkt. Daneben gibt es vielfältige Fördermöglichkeiten, die Menschen mit Wohneigentum beantragen können, wenn sie ihr Haus sanieren: Wer zum Beispiel dämmt oder Fenster und Türen erneuert, bekommt einen 20-prozentigen Zuschuss, wer von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe umsteigt, bekommt 45 Prozent der Kosten zurück. Beim Wechsel von Gasheizung auf Wärmepumpe sind es 35 Prozent Förderung.

Zudem fördert der Staat die Elektromobilität. "Bei der Anschaffung eines E-Autos gibt es einen ordentlichen Zuschuss von 6.000 Euro von der BAFA mit weiteren 3.000 Euro Förderanteil vom Hersteller. Auch die Anschaffung einer Wallbox wird mit 900 Euro pro Ladepunkt gefördert", erklärt Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale NRW.

Weitere Entlastungen: Die Mehrwertsteuer für Bahnreisen im Fernverkehr wurde nun dauerhaft von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt. Pendler bekommen ab dem 21. Kilometer nun 35 statt 30 Cent.

Wer zahlt's? Vermieter/in oder Mieter/in?

Nach aktueller Rechtslage dürfen Vermieter die Kosten der CO2-Abgabe vollständig auf die Mieter umlegen. Dies wird jedoch seit Monaten im Bundestag diskutiert, im Gespräch ist eine anteilige Beteiligung der Vermieter/-innen an den Kosten, die durch die neue CO2-Abgabe anfallen. Vermieter sind für die Art der Heizungsanlage verantwortlich, Mieter für das konkrete Heiz -
verhalten.

Der VWE zielt daher auf eine praxistaugliche Lösung ab, denn die Energiewende muss als Gesellschaft gestemmt werden. "Wir möchten beides - Mieter nicht überbelasten und Vermieter stärken. Wer vermietet, braucht Rücklagen, zum Beispiel für die Sanierung von Bestandsimmobilien", erklärt Präsident Manfred Jost. "Wir könnten uns vorstellen, dass sich beide Parteien die Kosten der CO2-Abgabe teilen." Fl | Verbraucherzentrale NRW

Tipp: Weg von Gas & Öl? Das ist zu tun!

Informieren Sie sich rechtzeitig: Wie lässt sich die Energieeffizienz Ihrer Heizungsanlage verbessern?

Können erneuerbare Energien eingesetzt werden? Je nach Alter der vorhandenen Heizungsanlage empfiehlt sich der Komplettaustausch.

Energieberater/innen bewerten einzelne Bauteile des Gebäudes und machen Vorschläge, wie durch Dämmmaßnahmen der Verbrauch fossiler Energie gesenkt werden kann.

Quelle: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks

Quelle: Verband Wohneigentum e.V.