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Kleinstadt auf dem LandeEine Wiederentdeckung?

Wo wohnen und arbeiten die Menschen? Wie werden sie künftig wohnen? Bis vor kurzem war die Antwort: in der Großstadt, denn dort sind die Angebote hervorragend mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindertagesstätten, ärztlicher Versorgung, Behörden, Kultur, Hochschulen und öffentlichem Nahverkehr. Ohne Zweifel, viele Großstädte wachsen - und die Kosten fürs Wohnen steigen.

Jetzt entdeckt die Politik den ländlichen Raum. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben in Städten und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern, stellte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) anlässlich des Immobilienwirtschaftlichen Dialogs am 12. April dieses Jahres in Berlin fest.

Siedlung in Kleinstadt

© VWE

Der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold, selbst aus der ländlichen Region Deggendorf in Niederbayern stammend, betonte zu Beginn der Expertenrunde: „Es gibt nicht den ländlichen Raum, es gibt unterschiedliche ländliche Räume.“ Differenzierung ist bei Analyse und Problemlösung notwendig. Denn offenbar kann man in weiten Teilen der Republik auf dem Lande ganz gut leben.

Wachsen, schrumpfen, halten

Vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands, teils auch im Norden und punktuell im Osten, entwickeln sich mittlere und Kleinstädte mit ihrem Umland so, dass sie den Stand halten, manche sogar wachsen. Kommunen in der Nähe prosperierender Großstädte profitieren ebenfalls. Sorgen muss man sich dennoch. Denn in weiten Teilen der ländlichen Regionen, wie in strukturschwachen Großstädten, sinken die Einwohnerzahlen. Menschen im erwerbsfähigen Alter ziehen der Arbeit nach. Es gibt innerhalb von Deutschland eine Ost-West-Wanderung, so wie auch innerhalb Europas eine stetige Einwanderung von Menschen aus den östlichen in die westlichen Länder zu beobachten ist.

Ländliche Regionen leiden unter Arbeitsplatzmangel und Wegzug junger Leute und Familien besonders. Wenn eine Mindestzahl von Nutzern unterschritten wird, ist die Infrastruktur schnell in Mitleidenschaft gezogen. Die Kosten für Straßen, Kanalisation und Nahverkehr müssen auf weniger Schultern von mehr Geringverdienenden, unter anderem Rentnern, verteilt werden. Die Kunden von Handel und Handwerk fehlen, Gewerbeansiedlung wird schwieriger, Ärzte finden keine Nachfolger, Landkrankenhäuser werden reduziert - eine Abwärtsspirale, die schwer aufzuhalten ist.

Zukunft in der Kleinstadt

Das Werkstattgespräch des BMUB sammelte Erfahrungsberichte und zeigte Lösungsansätze für die „Zukunft und Potenziale von Kleinstädten in ländlichen Räumen“. Attraktive Lebensorte entstehen, wo Familie und Beruf möglich sind. Arbeitsplätze im mittelständischen Gewerbe, Handwerk, Handel und Dienstleistungen brauchen eine moderne Infrastruktur. Die Mobilität mittels Straße und Schiene sowie Technik wie Breitbandkabel sind für die Ansiedlung von Gewerbe unabdingbar. Die Sicherung der Daseinsvorsorge ist ganzheitlich anzugehen, wie ein Beispiel aus Perlesreut, Bayerischer Wald, zeigte. Dort betreibt ein kommunaler Verbund von 12 Kommunen Innenentwicklung durch Unterstützung von Neugründungen, „Start ups“, und belebt gleichzeitig Leerstände im Erdgeschoss durch „Mikro-Läden“ neu. Soziales wie Kinderbetreuung, Jugend- und Seniorenangebote gehört zur Gesamtentwicklung.

Realistisch gestalten

Realismus gehört zum Optimismus dazu: Am Bevölkerungsrückgang kommt man nicht vorbei. Auch die stete Einwanderung oder die Sondersituation der Zuwanderung von Flüchtlingen gleicht den Schrumpfungsprozess auf Dauer nicht aus. So muss sorgfältig überlegt werden, wo investiert und was gefördert werden kann.

Pronold sprach von „Wohnraumförderung gekoppelt mit Strukturstärkung“. Denn gelingen könne eine Stabilisierung, wenn die Ortskerne neu belebt werden. Dazu gibt es ein erfolgreiches Projekt der Gemeinde Hiddenhausen in Westfalen, das mittlerweile Schule macht: „Jung kauft alt“. Mit einem rein kommunalen Förderprogramm werden Interessenten für Eigenheime im Bestand unterstützt. Wertgutachten zur Immobilie sollen die Investition überschaubar machen, der Erwerb wird zusätzlich gefördert. Alles mit einer Familienkomponente.

Fazit der Tagung war die Idee der „Ankerstädte“. In mittleren und Kleinstädten sollte durch konzentrierte Infrastruktur die Kommune selbst, aber auch das Umland mitversorgt werden. Notwendig ist gezielte Förderung von Konzepten, an denen die ganze Region mitwirkt - ohne sich konkurrierend zu lähmen - und wo sich die Bewohner selbst engagieren. Ue

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