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So fördern Sie Insekten im GartenVerband Wohneigentum engagiert gegen das Insektensterben

Bonn, 28. Februar 2018 - Zum morgigen meteorologischen Frühlingsbeginn lädt der Verband Wohneigentum ein, Insekten im Garten zu fördern. Denn die Zahl der Insekten in Natur und Garten schrumpft bedrohlich. Das Insektensterben greift um sich, wie aktuelle Studien belegen. Verschwinden die Insekten, werden Obstgehölze nicht mehr ausreichend befruchtet und Kleintiere wie Vögel, Igel, Frösche und Kröten haben keine Nahrungsgrundlage mehr.

Biene an Schlehe

© Dahlmann/Verband Wohneigentum

Experten sehen die Ursache des Rückgangs nicht zuletzt im zu hohen Einsatz von Pflanzenschutzmitten und in den "aufgeräumten" Monokulturen der Landwirtschaft, im Verlust von Hecken und wild blühenden Randstreifen an Feldern, aber ebenso im Klimawandel. Insekten sind ein wichtiger Teil unseres Lebensraums, als Bestäuber der fruchttragenden Pflanzen und in der Nahrungskette von Vögeln und anderen Kleintieren. Der Rückgang von Insekten hat weitreichende Folgen. Um das Insektensterben zu stoppen, müssen tiefgreifende Veränderungen her.

Selbst aktiv werden

Jede/r Einzelne kann dazu etwas beitragen, im eigenen Garten. Gärten können zu wichtigen Lebensräumen für die heimische Pflanzen- und Tierwelt werden. Je vielfältiger die Lebensräume und das Nahrungsangebot sind, desto stabiler ist unser heimisches Ökosystem. Stabil bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass Gartenbesitzer keine Sorge vor einer massenweise Verbreitung von Schädlingen in Ihren Garten haben müssen. Nützlinge werden ihnen Grenzen setzen.

Naturnahes Gärtnern ist Programm

"Naturnahe Gärten stärken die Artenvielfalt, nicht nur unter den Insekten. Auch übernehmen sie in Städten und Siedlungen wichtige Funktionen für das Klima und das Regenwassermanagement," betont Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum. Das naturnahe Gärtnern ist dem Verband und seinen regionalen Gartenberatern ein großes Anliegen. Es ist in der Satzung des Verbands Wohneigentum festgeschrieben.

Checkliste: So fördern Sie Insekten in Ihrem Garten

- Bunte, einfach blühende Pflanzen wählen!
Das Sortiment im Baumarkt ist oft nicht sehr insektenfreundlich. Häufig werden Pflanzen mit gefüllten (hier gelangen die Tiere nicht an den Nektar) oder sterilen Blüten angeboten (Forsythien, Hortensien, Geranien). Hochgezüchtete Pflanzenformen produzieren keine oder weniger Pollen und Nektar, die natürliche Futterquellen vieler Insekten. Die einfach blühenden Wildformen dieser Pflanzen sind für die Insekten wesentlich wertvoller. Da Insekten je nach Art von unterschiedlichen Blütenfarben angezogen werden, ist eine vielfältige Mischung aller Farben dringend anzuraten.

- Pflegeleichter Artenreichtum!
Bepflanzen Sie Ihren Garten pflegeleicht und artenreich. Wildstauden sind die besten Nahrungslieferanten für Larven und Insekten. Wilde Ecken mit Futterpflanzen wie Heckenrosen, Ringelblumen, Beinwell und Brennnesseln sollten in keinem Garten fehlen. Auch Rasen muss keine Monokultur sein. Beikräuter wie Gänseblümchen schaden dem Rasen nicht, sondern geben ihm ein lebendiges Erscheinungsbild. Wie wäre es, Teilbereiche einer Rasenfläche gezielt als Blumenwiese umzuwandeln?

- Beete im Spätherbst nicht aufräumen.Vergessen Sie die Routine aus früheren Zeiten. Lassen Sie Staudenbeete und Gräser den Winter über stehen und das Laub unter Bäumen oder auf Beeten (nicht auf dem Rasen!) liegen. Herbstlaub ist im Winterhalbjahr ein wichtiges Überwinterungsquartier für viele nützliche Insekten.

- Möglichst lange Blütezeit!Von Vorfrühlingsblühern wie Winterlingen, Schneeglöckchen, Schneesternen, Huflattich, Wildtulpen, Krokussen im Frühjahr bis zum Spätherbst mit Fetthenne, Herbstastern und Stockrosen sollte über die gesamte Vegetationszeit genügend Nahrung für alle Insektenarten zur Verfügung stehen.

- Eine wilde Ecke zulassen.Das ist ein toller Rückzugsort für viele gefährdete Nützlinge. Automatisch siedeln sich hier Klee und Brennnesseln an, die anschließend gern von Raupen verspeist werden. Wildbienen nisten gerne in alten, morschen Apfelbaumstämmen und Totholzhaufen.

- Schmetterlinge, Falter und Larven brauchen Nahrung.Die finden sie in Himbeeren und Brombeeren, Brennnesseln und Disteln (auch die Ziersorten!), gerne in Doldenblütlern wie Fenchel, Dill, Wilde Möhre, aber auch Gehölze wie Faulbaum, Schlehe und Weide eignen sich als Futterpflanzen!

- Wasser in den Garten!
Nicht nur die Pflanzen, auch Insekten sind auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen. Flache Wasserstellen mit Lehm und Sand werden im Garten häufig von Insekten angeflogen, die hier auch ihr Baumaterial finden. Nach langen Trockenperioden im Sommer benötigen Insekten dringend Wasser und besuchen gerne Vogeltränken.

- Keine synthetischen Pflanzenschutzmittel!
Ihr Einsatz ist im insektenfreundlichen Garten tabu. Pflanzenschutzmittel wirken nicht nur gegen die Schädlinge, sondern auch gegen die Nützlinge. Vorbeugende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Verwendung von robusten Pflanzensorten, die Stärkung von Nützlingen und nicht zuletzt eine tolerante Grundhaltung lassen viele Probleme erst gar nicht entstehen. Mit wenig Mühe können Sie Ihren Garten für Nützlinge attraktiv gestalten.

- Pflanzen statt "Schottergarten".
Regen Sie in ihrer Stadt oder dem Kreis an, insektenfördernde Pflanzlisten in Bebauungsplänen aufnehmen und bepflanzte Vorgärten als Pflichtoption mit einzubeziehen. Sich im Sommer aufheizende Kiesschüttungen und grobe Schotterflächen im Garten vermeiden. Schotter nur für nichtversiegelte Wegbefestigungen oder einen Autostellplatz einsetzen.

- Verschiedene Biotope anlegen.
Neben Insektenhotels auch Wasserplätze sowie Stein- und Totholzhaufen anlegen. Dabei auf Nadelholz verzichten, da es Harz abgibt und damit die Flügel der Insekten verklebt. Auch Komposthaufen sind förderlich, zum Beispiel für Laufkäfer. Nährstoffarme, magere Flächen im Garten bereichern die Vielfalt. Die meisten Gartenböden sind mit Nährstoffen überversorgt, was nicht zur Pflanzenvielfalt beiträgt.

- Wenn Insektenhotel, dann groß genug.
Insektenhotels müssen groß genug sein, um die Larven und die überwinternden erwachsenen Insekten vor Frost, Feuchtigkeit und Feinden zu schützen. Die Röhren sollten etwa 10 Zentimeter lang sein, der Rahmen des Insektenhotels etwa 12 bis 15 Zentimeter. Wählen Sie unterschiedlichste Materialien wie Lehm und hartes Holz, das sauber gebohrt sein sollte, um die zarten Flügel der Krabbeltiere nicht zu verletzten.

- Nicht zuviel und nur jäten, was man kennt.Etliche Beikräuter stören den Gärtner nicht wirklich, sind aber eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten. Futterpflanzen sind alle Arten von Wildkräuter - also auch "Unkräuter" - als Teil des Gartens akzeptieren.

- Flachdächer begrünen.
Mit extensiver Dachbegrünung bringen Sie wertvolle Magerwiesen in Wohngebiete. Dies lässt sich in vorhandenem (Garagen-/Carport-) Bestand und vor allem bei Neubauten umsetzten. Fordern Sie Kreise und Städte auf, begrünte Dächer in den Bebauungsplan einzubeziehen.

Verband Wohneigentum e. V.
Kompetenzteam Ökologie und Garten

Weitere Informationen finden Sie unter www.gartenberatung.de .
Ein Service des Verbands Wohneigentum.

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