Eigenheim-DebatteRestriktionen zerstören Lebensträume

Bonn/Berlin, 16. Februar 2021. In der aktuellen Debatte um die Zukunft des Einfamilienhauses warnt der Verband Wohneigentum (VWE) davor, wohnungspolitisch die Weichen falsch zu stellen und fordert die Schaffung verlässlicher und unterstützender Rahmenbedingungen für das Eigenheim.

Einfamilienhaus mit Vorgarten
"Das eigene Häuschen ist nach wie vor die von vielen Menschen gewünschte Wohnform", so VWE-Präsident Manfred Jost.   © Breidbach/VWE
"Das eigene Häuschen ist nach wie vor die von vielen Menschen gewünschte Wohnform und keineswegs ein Auslaufmodell. Es geht um die Möglichkeit, die Vorstellungen für das eigene Leben realisieren zu können. Restriktionen zerstören hier Lebensträume", so VWE-Präsident Manfred Jost vor dem Hintergrund der Diskussion um das Interview von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Die emotional geführte Debatte zeigt", so Jost, "dass das Thema bei den Menschen im Land ganz offensichtlich einen Nerv trifft".

Das hätten offensichtlich auch Bündnis 90/Die Grünen realisiert, sagt Jost in Bezug auf die inzwischen nachgereichte Ankündigung von Robert Habeck, Bundesvorsitzender, dass das Einfamilienhaus auch in Zukunft zum Ensemble der Wohnmöglichkeiten in Deutschland gehören soll. Ein unmissverständliches Bekenntnis zur Förderung des Eigenheims stehe allerdings noch aus.

Jost weiter: Gerade in der Corona-Pandemie mit dem Wegbrechen vieler Strukturen und Systeme habe sich der Stellenwert des Eigenheims als stabilisierender, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten bietender Rückzugsort gezeigt, der zunehmend gefragt sei. "Mehr denn je", so der VWE-Präsident, "setzen die Menschen in der Krise auf Wohneigentum, auch im Hinblick auf die Altersvorsorge. Junge Familien brauchen hier Unterstützung und keine Verunsicherung." Jost fordert, möglichst zügig die Weichen für die Verstetigung des Baukindergelds auch über diese Legislaturperiode hinaus zu stellen und die Nebenkosten beim Immobilienerwerb zu senken.

Mehr Wohnraum entstehe nicht durch das Beschneiden einer Wohnform, sondern auch durch die Neu-Organisation bestehenden Wohnraums. Hier sieht Jost Entwicklungspotential in der Bestandssanierung und in der Umnutzung bereits vorhandener Bausubstanz wie Bürogebäude oder in der Innenentwicklung durch Programme wie beispielsweise "Jung kauft Alt". "Dennoch muss in Städten wie im ländlichen Bereich mit Augenmaß die Einzelbebauung im Neubau weiterhin ermöglicht werden."