Corona zum Trotz (4) - Bärlauch ernten

Obwohl die Vegetationszeit noch gar nicht so alt ist, kann im Garten schon einige Zeit die erste Ernte "eingefahren" werden. Dazu habe ich mich mit einem scharfen Messer bewaffnet und gehe an die Stelle im meinem Garten, die während der Sommermonate im kühlen Schatten eines Ahorns liegt. Dort hat sich Bärlauch, der gerne auch als Knoblauch des Waldes bezeichnet wird, ausgebreitet. Dies dauert immer ein paar Jahre, und die sollte man den Pflanzen gönnen, damit sie sich gut entwickeln können.
Wie am Naturstandort benötigt Bärlauch einen halbschattigen und humosen Platz, am liebsten unter Bäumen. Das herabfallende Laub im Herbst reicht zur Nährstoffversorgung vollkommen aus. Sollte das Frühjahr sehr trocken sein, freut er sich auch über eine Wassergabe.
Nach der Ernte, die bis Mitte April geht, lässt man die Pflanze wachsen und blühen, wobei sie sich durch die Samenbildung am Standort verbreitet. Im Juni stirbt sie dann oberirdisch ab und zieht sich bis ins nächste Frühjahr in den Boden zurück.

Verwendung:
Am schmackhaftesten sind die jungen, hellgrünen Blätter - z.B. kleingehackt in einem bunten Salat. Frisch aus den Blättern und direkt zur Verwendung lassen sich eine Bärlauchsuppe, Bärlauchpesto oder auch Bärlauchbutter herstellen, wobei man die Butter auch gut einfrieren kann. Länger haltbar sind Bärlauchsalz oder auch ein Bärlauchöl.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Bärlauch-Sammler in der freien Natur können Bärlauch mit dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose verwechseln. Anders als Maiglöckchen und Herbstzeitlose hat Bärlauch einen dünnen Blattstiel und wächst einzeln aus dem Boden. Zudem sind seine Blätter eher matt, während bei Maiglöckchen die Blattunterseite und bei der Herbstzeitlose das ganze Blatt eher glänzend sind. Im eigenen Garten sollte man aber wissen, was wo steht.


In diesem Sinne

Corona-Virus
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Ihr Gartenberater Martin Breidbach
Bärlauch
© Martin Breidbach