Wald im Wandel Verband Wohneigentum Bezirk-Neckar-Odenwald blickt auf die Geschichte und Zukunft des Eckenberg-Waldes

Wie sich der Wald im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und welche Herausforderungen der Klimawandel heute mit sich bringt, stand im Mittelpunkt einer Informati-
onsveranstaltung des Verbandes WOHNEIGENTUM - Bezirk Neckar-Odenwald - in Kooperation mit dem Landesschulzentrum für Umweltbild -
ung.
Nach der Begrüßung durch Annemarie Sitte, die diese Veranstaltung für den Verband WOHNEIGENTUM organisiert hatte und den Leiter des LSZU Christian Puschner, erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Titel "Unser Wald im Wandel" spannende Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Eckenberg-Waldes sowie in seine zukünftige Entwicklung.
Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Wälder keine statischen Ökosysteme sind, sondern sich über Jahrhunderte hinweg natürlich oder durch die Einflussnahme des Menschen immer wieder verändert haben. Der Eckenberg-Wald ist dafür ein anschauliches Beispiel. Wer dort aufmerksam spazieren geht oder spezielle Luftbilder betrachtet, entdeckt zahlreiche Lesesteinhaufen und Terrassierungen. Diese Geländestrukturen zeugen davon, dass große Teile des heutigen Waldes früher landwirtschaftlich genutzt wurden. Der Standort wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach zwischen offenen Landschaften und bewaldeten Flächen.
Auch die Römer hinterließen in der Vergangenheit ihre Spuren in der Landschaft. Der enorme Holzbedarf für den Bau und die Unterhaltung des Limes sowie für Siedlungen und Infrastruktur führte zu umfangreichen Rodungen. Erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte entstanden vielerorts wieder geschlossene Waldflächen, deren Zusammensetzung sich jedoch ständig veränderte.
Heute befindet sich der Wald erneut in einer Phase tiefgreifenden Wandels. Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen, längeren Trockenperioden und häufigeren Extremwetterereignissen setzt insbesondere den bisher dominierenden Baumarten wie Buche erheblich zu. Damit geht langfristig auch ein Vegetationswandel einher. Arten, die bislang den Wald prägten, werden zunehmend durch trockenheits- und wärmeresistente Baumarten ersetzt werden müssen.
Vor diesem Hintergrund steht auch die Forstwirtschaft vor großen Herausforderungen. Sie muss ihre Bewirtschaftung an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen und den Wald so entwickeln, dass er auch künftig seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann - als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Erholungsraum für die Bevölkerung, als CO₂-Speicher und als nachhaltiger Lieferant des Rohstoffs Holz. Dabei gewinnen artenreiche Mischwälder und eine standortgerechte Baumartenwahl zunehmend an Bedeutung.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der heutige Wald das Ergebnis einer langen Kultur- und Nutzungsgeschichte ist und sich auch künftig weiter verändern wird.
Die Veranstaltung wurde durch einen intensiven und notwendigen Regenschauer unterbrochen. Trotzdem tat es der guten Atmosphäre keinen Abbruch und man saß noch lange und gemütlich im Schulgarten des Eckenberg-Gymnasiums zusammen, wo für das leibliche Wohl durch den neu gegründeten Förderverein des LSZU und der örtlichen Gemeinschaft des Verbandes WOHNEIGENTUM gesorgt wurde.
Bericht und Foto's: Annemarie Sitte
