Stromausfall - was ist zu tun?

Ein Stromausfall kommt meist uner -
wartet.
Fällt der Strom nur für wenige Minuten aus, ist das normalerweise kein Grund zur Sorge. Dauert die Unterbrechung jedoch mehrere Stunden oder sogar länger, kann sie im Haushalt schnell zu einer Herausforderung werden.
Für Hauseigentümer ist es deshalb sinnvoll, sich rechtzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und einige wichtige Vorkehrungen zu treffen.
Zunächst Ruhe bewahren
Prüfen Sie zunächst, ob nur das eigene Haus oder auch die Nachbarschaft betroffen ist. Funktionieren beispielsweise Straßenbeleuchtung und Ampeln nicht oder sind auch umliegende Häuser ohne Strom, handelt es sich vermutlich um eine größere Störung.
Ist dagegen nur das eigene Gebäude betroffen, sollte der Sicherungskasten kontrolliert werden. Prüfen Sie, ob eine Sicherung oder der FI-Schutzschalter ausgelöst hat.
Löst eine Sicherung nach dem Wiedereinschalten sofort erneut aus, sollte sie nicht immer wieder eingeschaltet werden. Es kann ein elektrischer Defekt vorliegen. In diesem Fall sollte ein Elektrofachbetrieb die Ursache überprüfen.
Elektrogeräte ausschalten
Während eines Stromausfalls sollten möglichst viele elektrische Geräte ausgeschaltet werden. Besonders wichtig sind Herd, Backofen, Bügeleisen und andere Geräte, die Wärme erzeugen können.
Empfindliche elektronische Geräte wie Computer, Fernseher oder Hi-Fi-Anlagen sollten vorsichtshalber vom Stromnetz getrennt werden. So können Schäden durch mögliche Spannungsschwankungen beim Wiederkehren der Stromversorgung vermieden werden.
Nach Möglichkeit sollte nur ein Licht eingeschaltet bleiben, damit man erkennt, wann die Stromversorgung wieder hergestellt ist.
Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten
Kühlschrank und Gefriertruhe sollten während des Stromausfalls möglichst geschlossen bleiben. So lässt sich die vorhandene Kälte möglichst lange erhalten.
Verderbliche Lebensmittel sollten nach einem längeren Stromausfall kritisch geprüft werden. Bei Unsicherheit über die Genießbarkeit gilt: Lebensmittel lieber entsorgen.
Für Licht und Informationen sorgen
Taschenlampen oder batteriebetriebene Leuchten sind für einen Stromausfall besonders geeignet. Kerzen sollten nur mit großer Vorsicht und niemals unbeaufsichtigt verwendet werden.
Für einen längeren Stromausfall empfiehlt sich außerdem ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio. Damit können Informationen von Behörden und anderen offiziellen Stellen auch dann empfangen werden, wenn Internet oder Mobilfunk zeitweise nicht funktionieren.
Smartphone und Powerbanks sollten möglichst sparsam genutzt werden. Eine bereits geladene Powerbank kann im Notfall wertvolle zusätzliche Akkulaufzeit liefern.
Wenn der Strom länger ausfällt
Bei einem mehrstündigen oder länger andauernden Stromausfall können zunehmend weitere Bereiche des täglichen Lebens betroffen sein. Neben Licht und Elektrogeräten können beispielsweise Heizung, Warmwasserversorgung, Internet, Mobilfunk, Geldautomaten, Tankstellen oder Ladesäulen ausfallen.
Deshalb sollte ein Haushalt für einen längeren Ausfall vorbereitet sein.
Trinkwasser und Lebensmittel bevorraten
Eine ausreichende Menge Trinkwasser gehört zu einer sinnvollen Notfallvorsorge. Auch haltbare Lebensmittel, die ohne elektrische Kühlung oder aufwendige Zubereitung auskommen, können hilfreich sein.
Wer einen Vorrat anlegt, sollte darauf achten, dass die Lebensmittel regelmäßig verbraucht und ersetzt werden.
Heizung und Wärme
Viele Heizungsanlagen benötigen Strom für Steuerung, Pumpen und andere Komponenten. Auch eine Heizung mit einem fossilen Brennstoff oder eine moderne Wärmepumpe kann deshalb bei einem Stromausfall ganz oder teilweise ausfallen.
Bei einem längeren Ausfall sollten Türen zu nicht benötigten Räumen geschlossen werden, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. Mehrere Schichten Kleidung und warme Decken können helfen, die Raumtemperatur besser zu überbrücken.
Wichtig: Holzkohlegrills, Gasgrills oder andere Geräte, die für den Betrieb im Freien vorgesehen sind, dürfen niemals in der Wohnung, im Keller oder in geschlossenen Räumen betrieben werden. Es besteht Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid.
Wasser und Toilettenspülung
Je nach örtlicher Infrastruktur kann ein längerer Stromausfall auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben. Deshalb ist es sinnvoll, einen ausreichenden Trinkwasservorrat im Haushalt zu haben.
Zusätzlich kann Wasser für andere Zwecke, beispielsweise zur Toilettenspülung, vorgehalten werden. Dabei sollten die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden.
Photovoltaikanlage: Nicht automatisch Strom bei Netzausfall
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach bedeutet nicht automatisch, dass bei einem Stromausfall weiterhin Strom im Haus zur Verfügung steht.
Normale netzgekoppelte PV-Anlagen schalten sich bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes aus Sicherheitsgründen ab. Eine Versorgung des Hauses ist nur möglich, wenn die Anlage über eine entsprechende Ersatzstrom- oder Notstromfunktion verfügt.
Wer seine Photovoltaikanlage auch für einen Stromausfall nutzen möchte, sollte sich deshalb bereits bei der Planung über geeignete Speicher- und Ersatzstromlösungen informieren.
Vorsicht bei Notstromaggregaten
Ein Notstromaggregat kann bei einem längeren Stromausfall eine sinnvolle Ergänzung sein. Bei der Verwendung ist jedoch besondere Vorsicht erforderlich.
Geräte mit Verbrennungsmotor dürfen niemals in Wohnräumen, Kellern oder geschlossenen Garagen betrieben werden. Durch die Abgase kann sich lebensgefährliches Kohlenmonoxid bilden.
Auch eine direkte Einspeisung eines Stromaggregats in die Hausinstallation darf nicht improvisiert werden. Für eine sichere Versorgung sind geeignete technische Einrichtungen und die fachgerechte Installation durch einen Elektrofachbetrieb erforderlich.
Elektrische Türen, Tore und Rollläden
Bei einem Stromausfall können elektrische Garagentore, Rollläden, Tore oder Zugangssysteme möglicherweise nicht mehr funktionieren.
Hauseigentümer sollten deshalb wissen, ob und wie sich diese Einrichtungen manuell bedienen lassen. Die entsprechenden Notentriegelungen sollten bereits im Vorfeld bekannt sein und im Idealfall regelmäßig überprüft werden.
Kommunikation und Notruf
Bei einem längeren Stromausfall sollte das Smartphone möglichst sparsam genutzt werden. Powerbanks können dabei helfen, die Erreichbarkeit aufrechtzuerhalten.
Informationen sollten möglichst über offizielle Kanäle von Behörden, Netzbetreibern und anderen zuständigen Stellen bezogen werden.
Bei einem medizinischen oder sonstigen akuten Notfall gilt weiterhin der Notruf 112. Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass Kommunikationsnetze bei einem großflächigen und länger andauernden Stromausfall uneingeschränkt funktionieren.
Besondere Vorsicht bei medizinischen Geräten
Wer zu Hause auf elektrisch betriebene medizinische Geräte angewiesen ist, sollte sich rechtzeitig Gedanken über eine Notfallversorgung machen.
Betroffene sollten beispielsweise mit ihrem Arzt, Pflegedienst oder dem zuständigen Versorger klären, welche Möglichkeiten bei einem längeren Stromausfall bestehen.
Nachbarn nicht vergessen
Ein längerer Stromausfall betrifft nicht alle Menschen gleichermaßen. Gerade ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Personen, die auf elektrische Geräte angewiesen sind, können besonders betroffen sein.
Eine gute Nachbarschaftshilfe kann deshalb im Ernstfall sehr wertvoll sein. Ein kurzer Anruf oder persönlicher Besuch kann bereits zeigen, ob jemand Unterstützung benötigt.
Was gehört in eine Notfallausstattung?
Eine kleine Grundausstattung kann helfen, einen längeren Stromausfall besser zu überstehen:
Taschenlampen und Ersatzbatterien
geladene Powerbanks
batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio
ausreichend Trinkwasser
haltbare Lebensmittel
benötigte Medikamente
warme Decken und geeignete Kleidung
Feuerlöscher bzw. geeignete Löschmittel
wichtige Telefonnummern und Kontaktdaten in Papierform
gegebenenfalls eine geeignete Notstromlösung
Wenn der Strom wieder da ist
Auch nach der Wiederherstellung der Stromversorgung ist etwas Vorsicht angebracht. Schalten Sie größere elektrische Verbraucher nicht alle gleichzeitig ein. Kontrollieren Sie zunächst, ob elektrische Geräte und die Hausinstallation ordnungsgemäß funktionieren.
Prüfen Sie außerdem, ob Heizung, Kühl- und Gefriergeräte, Pumpen sowie andere wichtige technische Einrichtungen wieder ordnungsgemäß arbeiten.
Unser Tipp für Hauseigentümer
Ein Stromausfall lässt sich nicht verhindern. Mit einer guten Vorbereitung können Hauseigentümer jedoch viele Risiken reduzieren.
Wer Taschenlampe, Powerbank, Radio, Trinkwasser und einen kleinen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln griffbereit hat, ist für einen längeren Stromausfall bereits deutlich besser vorbereitet.
Und ganz wichtig: Bei Rauchentwicklung, Brandgeruch, Funkenbildung oder anderen akuten Gefahren sollte - sofern gefahrlos möglich - die Stromversorgung abgeschaltet und sofort Hilfe angefordert werden. Bei Feuer oder unmittelbarer Gefahr gilt: 112.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt bei technischen Problemen keine Beratung durch einen Elektrofachbetrieb oder die zuständigen Behörden.(C.W.)