Heilpflanze des Jahres 2026: Die Gemeine Nachtkerze

Heilpflanze des Jahres 2026: Die Gemeine Nachtkerze
Symbolbild: KI-generierter Inhalt.   © "Verband Wohneigentum Bezirksverband Neckar-Odenwald"

Wenn im Garten langsam Ruhe ein -
kehrt, beginnt für eine besondere Pflanze erst der große Auftritt:

Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) öffnet ihre leuchtend gelben Blüten in den Abendstunden und sorgt damit nicht nur für einen besonderen Blickfang, sondern lockt auch nacht -
aktive Insekten an.

Kein Wunder also, dass sie zur Heil -
pflanze des Jahres 2026 gewählt wurde.

Ein Blütenstar für die Abendstunden

Wer an einem warmen Sommerabend durch den Garten spaziert, kann mit etwas Glück ein kleines Schauspiel beobachten: Die zunächst geschlossenen Blüten der Nachtkerze öffnen sich innerhalb kurzer Zeit und zeigen ihre kräftige gelbe Farbe. Der Name ist Programm - denn während viele andere Gartenpflanzen ihre Blüten längst geschlossen haben, beginnt bei ihr die "Abendschicht".

Ursprünglich stammt die Gemeine Nachtkerze aus Nordamerika. Bereits im 17. Jahrhundert gelangte sie nach Europa und ist heute auch bei uns weit verbreitet. Sie liebt sonnige Standorte und kommt besonders mit eher trockenen, durchlässigen Böden gut zurecht.

Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette. Im zweiten Jahr wächst sie kräftig in die Höhe und entwickelt ihre charakteristischen Blütenstände.

Kleine Samen, wertvolles Öl

Besonders interessant sind die kleinen Samen der Nachtkerze. Aus ihnen wird ein wertvolles Pflanzenöl gewonnen, das reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Dazu gehört auch die Gamma-Linolensäure (GLA), die der Nachtkerze ihre besondere Bedeutung in der Pflanzenheilkunde verleiht.

Nachtkerzenöl wird unter anderem in Kosmetikprodukten und traditionell auch bei Hautproblemen eingesetzt. Vor allem seine Verwendung bei trockener und empfindlicher Haut hat der Pflanze zu ihrer Bekanntheit verholfen. Wie bei vielen pflanzlichen Heilmitteln gilt allerdings: Nicht jede beworbene Wirkung ist wissenschaftlich gleichermaßen gut belegt.

Mehr als nur eine Heilpflanze

Die Nachtkerze kann noch mehr: Ihre verschiedenen Pflanzenteile sind essbar. Junge Blätter können beispielsweise als Gemüse verwendet werden, die gelben Blüten sind eine dekorative Ergänzung für Salate und andere Speisen. Auch die Wurzel wurde früher als Nahrungsmittel genutzt und erhielt deshalb den Beinamen "Schinkenwurz".

Damit verbindet die Nachtkerze gleich mehrere Eigenschaften - sie ist Heilpflanze, Wildpflanze und zugleich eine interessante Bereicherung für die Küche.

Ein Gewinn für den naturnahen Garten

Auch für Gartenbesitzer ist die Nachtkerze interessant. Ihre auffälligen Blüten bieten Nahrung für verschiedene Insekten und machen sie zu einer schönen Ergänzung für einen naturnahen Garten. Gleichzeitig ist die Pflanze ausgesprochen pflegeleicht und kann sich an geeigneten Standorten selbst aussäen.

Wer ihr einen Platz im Garten gönnt, sollte ihr deshalb einen sonnigen, eher trockenen Standort geben und ausreichend Raum lassen. Hat sie sich einmal etabliert, kommt sie häufig ganz ohne besondere Pflege aus.

Unser Gartentipp:

Einfach einmal den Abendspaziergang durch den eigenen Garten etwas später machen! Vielleicht entdecken Sie dabei die ersten geöffneten Nachtkerzenblüten und erleben, wie aus einer unscheinbaren Pflanze ein echter Abendstar wird.

Die Wahl zur Heilpflanze des Jahres 2026 rückt eine Pflanze ins Rampenlicht, die vieles miteinander verbindet: natürliche Schönheit, ökologische Bedeutung, traditionelle Verwendung und interessante Eigenschaften für Garten und Küche. Ein guter Grund, der Gemeinen Nachtkerze in diesem Jahr etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.(C.W.)

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