Pressemitteilung: Schluss mit der Giftspritze im Hausgarten Neues Positionspapier / Umfrage: So stehen Gartenbesitzer zum Pflanzenschutz

Bonn/Berlin 16. September 2026.
Der gemeinnützige Verband Wohneigentum fordert in seinem aktuell veröffentlichten Positions -
papier "Mit der Natur, nicht gegen sie" den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Hausgarten und zeigt Alternativen zu chemischen Spritzmitteln.
Blattlaus, Schneckenfraß oder Mehltau - kaum ein Garten bleibt von Schader -
regern und Pflanzenkrankheiten ver -
schont. Für viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner stellt sich die Frage: Darf ich spritzen oder lieber nicht? In seinem neuen Positionspapier "Mit der Natur, nicht gegen sie: Grundsätze für einen umweltverträglichen Pflanzenschutz im Garten" nimmt der gemeinnützige Verband Wohneigentum Stellung: Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sollte im Hausgarten verzichtet werden. Eine Haltung, die deutlich über den sogenannten Integrierten Pflanzenschutz hinausgeht, bei dem chemische Mittel zumindest als letztes Mittel der Wahl erlaubt bleiben.
Der Verband, der mit seiner Gartenberatung konsequent naturnahes Gärtnern unterstützt, begründet den geforderten Verzicht mit den Folgen für Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen sowie mit der Anreicherung der Mittel im Boden. Das Umweltbundesamt stuft manche der zugelassenen Wirkstoffe sogar als krebserregend oder hormonwirksam ein.
Stufenplan zur Vorbeugung
Statt zur Chemie zu greifen, empfiehlt der Verband ein Stufenmodell:
1. vorbeugen: robuste Sorten, gesunde Böden, Förderung von Nützlingen;
2. mechanische Maßnahmen einsetzen wie Schneckenzäune oder das Absammeln von Schädlingen;
3. biologische Mittel nutzen wie Pheromonfallen oder Brennnesselextrakt;
4. Nützlinge gezielt einsetzen und erlaubte Grundstoffe anwenden, beispielsweise Milch gegen Mehltau
Martin Breidbach, Bundesgartenberater im Verband Wohneigentum, kennt die Praxis aus jahrzehntelanger Erfahrung: "Ein Garten ist kein steriles Labor und ein paar Blattläuse oder ein löchriges Kohlblatt sind kein Drama. Wer seinen Garten gut beobachtet, robuste Sorten wählt und Nützlingen einen Lebensraum bietet, muss viel seltener überhaupt zu einem Mittel greifen."
Nachholbedarf bei Beratung und Information
Nachholbedarf sieht der Verbandsexperte grundsätzlich beim Thema Information und Beratung: "Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner wissen schlicht nicht, welche Nützlinge im Garten helfen oder wie sich Schädlinge von Nützlingen unterscheiden lassen."
Aktuelle Umfrage des Verbands
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine aktuelle Umfrage, die der Verband unter rund 600 Mitgliedern durchgeführt hat. Für 96,4 Prozent der Teilnehmenden ist umweltschonendes Gärtnern wichtig oder sehr wichtig. Trotzdem greift noch jede fünfte befragte Person zu chemisch-synthetischen Mitteln, sobald sich Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten zeigen. Immerhin: 2014 lag dieser Anteil noch bei 27 Prozent. Innerhalb von 12 Jahren ist er um 7 Prozentpunkte gesunken.
Forderungen an die Politik
Der Verband richtet seine Forderungen auch an die Politik: Chemisch-synthetische Mittel sollen für Privatgärten und öffentliche Grünflächen keine neuen Zulassungen mehr erhalten. Der Verband fordert außerdem mehr unabhängige Aufklärung, eine bessere Schulung von Verkaufspersonal im Handel und eine stärkere Förderung von Kinder-, Schul- und Gemeinschaftsgärten, um naturnahes Gärtnern früh zu vermitteln.
Verbandspräsident Peter Wegner betont: "Jeder naturnah gepflegte Garten ist ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür."
Pressemitteilung des "Verband Wohneigentum e.V."
Download des Positionspapiers: