Stellungsnahme zum Hessischen Denkmalschutzgesetz

Viele unserer Mitglieder wohnen in historischen Häusern, die sie selbst nutzen - vom Fachwerkhaus bis zum alten Gutshof. Sie wollen ihre Immobilien erhalten, modernisieren, energetisch sanieren und altersgerecht anpassen, stoßen dabei aber oft auf lange Verfahren, widersprüchliche Anforderungen und hohe Kosten. Der Verband Wohneigentum Hessen e.V. setzt sich dafür ein, dass Denkmalschutz praktikabel bleibt: klare Abläufe, verlässliche Ansprechpartner und Lösungen, die sowohl historische Gebäude schützen als auch die berechtigten Interessen der Eigentümerinnen und Eigentümer sichern.

Denkmalgeschützte Häuser
Denkmalschutz machbar für Eigentümer?   © Pixabay

Denkmalschutz hat für den Verband einen hohen Stellenwert. Ziel ist es, ihn nicht abzuschwächen, sondern so auszugestalten, dass er in der Praxis verlässlich und umsetzbar bleibt. Denn aus Sicht der Eigentümer und Eigentümerinnen liegt die Herausforderung häufig weniger im Denkmalschutz selbst als in den Verfahren: lange Bearbeitungszeiten, Abstimmungsaufwand zwischen Behörden und begrenzte Planbarkeit. Vor diesem Hintergrund bewertet der Verband die vorliegenden Gesetzentwürfe zur Änderung des Denkmalschutzrechts insgesamt als Schritt hin zu mehr Praxisorientierung.

Sowohl der Entwurf von CDU und SPD mit seinen Ansätzen zur Verfahrensbeschleunigung, klareren Fristen und der stärkeren Berücksichtigung von Energieeffizienz und Barrierefreiheit als auch die weitergehenden Überlegungen des FDP-Entwurfs zur Flexibilisierung eröffnen neue Möglichkeiten. Entscheidend ist aus Sicht der selbstnutzenden Eigentümerinnen und Eigentümer, dass diese Ansätze im Vollzug tragfähig umgesetzt werden. Vereinfachte Verfahren, klar strukturierte Zuständigkeiten und nachvollziehbare Entscheidungen sind zentrale Voraussetzungen für Investitionen in den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude.

"Die vorgesehene stärkere Einbindung der unteren Denkmalschutzbehörden kann zur Beschleunigung beitragen, wenn sie mit ausreichenden personellen und fachlichen Ressourcen einhergeht und die bewährte fachliche Abstimmung gesichert bleibt. Gerade die frühzeitige Beratung vor Ort ist für viele Eigentümer und Eigentümerinnen ein wichtiger Baustein, um tragfähige Lösungen zu entwickeln.", so die Vorsitzende A.E. Müller-Nadjm. Besondere Bedeutung kommt zudem der praktischen Umsetzbarkeit von Maßnahmen zur energetischen Sanierung und zum altersgerechten Umbau zu. Diese müssen denkmalverträglich, wirtschaftlich tragfähig und im Alltag realisierbar sein. Die geplante Digitalisierung von Verfahren wird als sinnvoller zusätzlicher Zugang begrüßt, sofern sie bestehende Wege ergänzt und keine Hürden entstehen.

Der Verband Wohneigentum Hessen fasst zusammen: Die Reformansätze bieten die Chance, Denkmalschutz und zeitgemäße Nutzung stärker miteinander zu verbinden. Entscheidend wird sein, dass Verfahren verlässlich funktionieren, fachliche Qualität gewahrt bleibt und Eigentümerinnen und Eigentümer die notwendigen Maßnahmen auch tatsächlich umsetzen können.



Lesen Sie hier unsere vollständige Stellungnahme zu den Gesetzentwürfen von CDU/SPD und FDP zum hessischen Denkmalschutzgesetz:

Außerdem finden Sie hier die Stellungnahmen der anderen Anzuhörenden Ausschuss Wissenschaft und Kunst - Stellnungnahmen Anzuhörender

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