Logo des Verband Wohneigentum e.V.

Verband Wohneigentum e.V.

Verband Wohneigentum:

Springen sie direkt:

Verband Wohneigentum e.V.

Siedlung "An der Windmühle" Dresden-Niedersedlitz e.V.

Zusätzliche Informationen

Aktuelles 2018

Logo Windmühlensiedlung

11. Dezember 2018
Seniorenweihnachtsfeier

donnerstags:
der kreative Donnerstag

13.12.2018

Weihnachtspunsch
der KREATIVEN Siedler

jeden Sonnabend Arbeitseinsatz
am Siedlerheim

Bilder

Wanderung 10/2018
Kinderzelten 2018
Siedlerfest 06/2018
Einweihung Siedlerheim 04/2017

Bautagebuch

Bautagebuch ab 2015
Bautagebuch 2014
Bautagebuch 2006 - 2010

Bundeswettbewerb 2013

Bundeswettbewerb 2013

unsere Wäschemangel

und unsere Mangel wird auch in der Sächsischen Zeitung vorgestellt:
Presseveröffentlichungen

Zum Seitenanfang

Zurück zu:

Seiteninhalt

3. Siedlungswandertag am 18. September 2005...

...mit rund 80(!) Teilnehmern von Pillnitz durch den Friedrichsgrund zum Borsberg nach Pillnitz

Wanderung zum Borsberg
Anreise:
Die hervorragende verkehrsmäßige Anbindung unserer Siedlung zeigt sich, indem wir gemeinsam mit der Buslinie 88 von der Haltestelle „Göppersdorfer Weg“ zur Elbfähre nach Zschachwitz fahren. Hier setzen wir alle über die Elbe und die Wanderung beginnt mit einem kleinen Fußmarsch durch Pillnitz.

Wanderung zum Borsberg
Pillnitz:
Pillnitz war ein ehemals kleines unbedeutendes Fischerdorf. Es war in seiner Frühzeit ein Lehen der Burggrafen von Dohna. Der älteste bekannte, im Jahr 1335 nachgewiesene Ortsname, ist „Belennewicz“; 1350 „Belanicz“. Vielleicht steckt das slawische bely (weiß) im Namen. Einige denken auch, dass das slawische Wort „pila“ (Mühle) dahinter steckt. Zumindest ist auf den ältesten Karten in diesem Gebiet eine Mühle verzeichnet.

Ein eigentliches Bauerndorf ist Pillnitz allerdings nie gewesen. An der Mündung des Meixbaches siedelten zunächst Fischer und Bauern. Die Ausdehnung der Gutsherrschaft auf Kosten des Bauernlandes führte dazu, dass ab dem 18. Jahrhundert nur noch Gärtner und Häusler in Pillnitz wohnten, die meist Schloß- und Gutsarbeiter waren.

Seine Bekanntheit hat Pillnitz zweifellos dem Schloss zu verdanken. Vorgänger des Schlosses war eine an der Elbe gelegene Wasserburg mit oberem und niederem Hof, die seit dem Jahr 1403 nachweisbar ist. Übriggeblieben ist davon nur eine kleine Bastei mit einem Löwenkopf im Gemäuer, die etwas stromauf vom Wasserpalais auf der Elbseite zu finden ist. Im 16. Jahrhundert gehörte das Schloss einer Familie von Ziegler. 1569 bis 1640 der Familie von Loß und danach der Familie von Bünau. 1694 kam das Schloss an den Kurfürsten Johann Georg IV.. Im Besitz der Wettiner wurde es von August dem Starken 1707 an seine Mätresse, die Gräfin Cosel übergeben. 1716 übernahm er es wieder selbst.

Bis 1918 blieb es im Besitz der Wettiner. Danach ging es in den Besitz des Freistaates Sachsen über. Die heutige Schlossanlage ist das Ergebnis einer vor knapp 300 Jahren einsetzenden Entwicklung. 1718 begann Graf Wackerbarth mit der Umgestaltung der alten Anlage. Das heutige Schloss bildet mit dem ausgedehnten Park und den grünen Berghängen im Hintergrund eine landschaftliche Einheit und ist Anziehungspunkt für viele Touristen.

1950 wurde Pillnitz nach Dresden eingemeindet. Doch auch heute wird häufig noch von Pillnitz bei Dresden gesprochen.

http://www.schloesserland-sachsen.de/cms/de/schloesser_burgen_und_gaerten/schloss_park_pillnitz/

http://www.schloesser-dresden.de/de/pillnitz/index.html


Wanderung zum Borsberg
Friedrichsgrund:
Der Friedrichsgrund wird vom Meixbach durchflossen, der auf der Reitzendorfer Flur entspringt. Das Tal selbst hat teilweise ein starkes Gefälle. Dies wurde durch tektonische Bewegungen in der Elsterkaltzeit verursacht, die zu einer Absenkung des Elbtalgrabens führte. Die Seitenbäche haben sich nach dieser Tieferlegung des Elbtales durch rückschreitende Erosion enge und tiefe Kerbtalstrecken geschaffen.

Der Friedrichsgrund ist in alten Dokumenten bereits 1403 als Meutzig- oder Meitzgrund nachweisbar. Gleich am Eingang des Grundes fällt rechts eine große gemauerte, aber leere Nische im Hang auf. Weiter oben trifft man einige bis zur Unkenntlichkeit verfallene kleine Bauwerke aus unbehauenen Steinen an. Oftmals wechselt der Weg über bemooste Brücken von einem Ufer zum anderen. Alles dies sind Zeugnisse aus der Zeit um 1780, als Kurfürst Friedrich August der III. das wilde steile Tal durch einen Fußweg erschließen ließ. Es war die Zeit der „Empfindsamkeit“, in der durch die „romantischen“ Gestaltungselemente, wie einem zerbrochenen Opferstein, der Ruine eines Tempels oder einem künstlichen Wasserfall das Tal umgestaltet wurde. An dem Wasserfall wurden Stühle aufgestellt, damit der Hof mit seinen Gästen das „Naturschauspiel“ genießen konnte, das doch nur einem angelegten Staubecken zu verdanken war. Heute ist davon nichts mehr zu erkennen. Lediglich auf dem Weg von der Ruine zur Meixmühle (Variante B) wird auf dem Kanalweg eine Brücke, die zur Anlage des künstlichen Wasserfalls gehörte, überquert.
Nach dem Kurfürsten und späteren König erhielt der Grund seinen Namen. Oben über dem Grund entstand eine heute noch zu besichtigende (nur für Variante (B)) künstliche Ruine im neugotischen Stil. Sie verkleidet den Eingang zu den ehemaligen königlichen Eiskellern.

Heute gehört das bis zu 80 m tiefe Kerbsohlental mit den angrenzenden Elbhängen bis zum Tiefen Grund bei Graupa zu einem Naturschutzgebiet (seit 1961). Schützenswert sind insbesondere die Vielfalt der naturnahen Waldgesellschaften.

Am Schnittpunkt des Talweges und des Kanalweges treffen wir uns wieder und erreichen die Meixmühle. Die Mühle selbst wurde bereits 1403 in einer Urkunde erwähnt. Seit 1820 wurde sie auch als Gasthof genutzt. Nach einem Brand 1895 wurde sie wieder aufgebaut und für den Fremdenverkehr erweitert. Das Gebäude lässt heute noch den Schweizerstil vom Ende des 19. Jahrhunderts ahnen, als an schönen Pfingsttagen bis zu 36 Kellner im Einsatz waren. Die Mühle war zu DDR-Zeiten Kinderferienlager des Reichsbahnausbesserungswerkes Berlin mit eingeschränkter Gaststättennutzung. Heute ist sie Gaststätte mit Pension. Oberhalb befindet sich der Mühlteich und ein Tiergehege mit Rehwild.

An der Mühle teilt sich der Weg. Wir gehen rechts einen Wiesengrund entlang in Richtung Borsberg. Vom Teich der Meixmühle steigt der Weg zum Borsberg, stellenweise als schmaler Pfad, durch sanfte, mit Obstbäumen bestandene Gründe an, aus denen dem Meixbach Quellwässer zufließen. Nach dem wir die Straße von Borsberg nach Zaschendorf überquert haben erreichen wir kurze Zeit später den Borsberg.

Wanderung zum Borsberg
Borsberg:
Der 355,8m hohe Borsberg ist der auffällige „Eckstein“ der sogenannten Lausitzer Hauptverwerfung, der Bruchkante des Lausitzer Granodiorits, die von Klotzsche bis hierher den Rand des Elbtalgrabens bildet. Er selbst besteht aus Zweiglimmergranodiorit und ist einer der markantesten Punkte des östlichen Elbtalhanges im Dresdener Tal.

Der Berg erhielt erst 1780 die heutige Bezeichnung, nachdem er früher als „Golk“ bezeichnet wurde. Diese Bezeichnung findet man heute noch für einen Ort bei Nieschütz im Elbtal zwischen Meißen und Riesa. Der Name des Berges ist halb slawischen halb deutschen Ursprunges wie auch manche Dorfnamen auf der Schönfelder Hochfläche, z.B. Zaschendorf, Reitzendorf, Malschendorf. Das Wort „bor“ bedeutet Nadel-, besonders Fichtenwald.

Der Borsberg gehörte bereits im 18. Jahrhundert zu den am häufigsten besuchten Ausflugszielen der Dresdener Umgebung. Auf Anregung von Graf Macolini wurde im Zusammenhang mit dem Ausbau des Friedrichsgrundes 1780 auf der Bergkuppe eine künstliche Felsgrotte angelegt, die Kurfürst August der III. mit einem Kamin und Möbeln ausstatten ließ. Über ihr erheben sich die Reste eines leider zerfallenen hölzernen Aussichtsturmes.

Die Aussichtspattform bot einst den Besuchern zu den schon Carl Maria von Weber, Alexander von Humboldt und Theodor Körner gehörten nach fast allen Seiten eine fantastische Aussicht. Es wurde einmal gezählt, dass man vom Borsberg aus 10 Städte, 274 Dörfer, 187 bekannte Berge und 8 Schlösser sehen konnte. Heute sind viele Dörfer von den Städten verschluckt worden oder als Ortsteile in Nachbardörfern aufgegangen. Es waren sechs völlig verschiedene Landschaften zu überblicken. Direkt vor dem Borsberg die Elbtalweitung, im Süden und Südwesten das Erzbebirge. Weiter elbaufwärts ragte das Elbsandsteingebirge mit seine Steinen hervor, im Osten und Nordosten erreichte der Blick das Lausitzer Bergland. Hinter dem Lausitzer Bergland und dem Elbsandsteingebirge wurden bei klarem Wetter die Berge des Zittauer Gebirges und des Böhmischen Mittelgebirges sichtbar. Bei besonders guter Witterung reichte der Blick im Nordwesten bis in das nordsächsische Flach- und Hügelland nach Großenhain und Oschatz.
Heute kann man auf grund der hohen Bäume nichts mehr sehen und wir müssen bis zur Rysselkuppe warten, um eine schöne Aussicht zu genießen.

Der 1825 erbaute Berggasthof mit seinen umfangreichen Nebengebäuden ist auch geschlossen und so bleibt uns nur die Besichtigung der neben dem Aussichtsturm befindlichen steinernen Triangulierungssäule 1. Ordnung, die 1865 für die europäische Gradvermessung errichtet wurde. Seit 2003 schmückt die nunmehr instandgesetzte Säule eine Erinnerungstafel an August Nagel, den ersten Ordinarius für Geodäsie am Dresdener Polytechnikum (heute TU Dresden), der für die sächsische Triangulation von 1825 bis 1877 verantwortlich war.

Da den Gasthof niemand instand gesetzt hat, übernimmt nun die Gastronomie der Siedlung „An der Windmühle“ Dresden-Niedersedlitz e.V. die Picknickversorgung. Vielen Dank und Guten Appetit.

Wanderung zum Borsberg
Tiefer Grund, Jagdwege, Leitenweg, Rysselkuppe
Gestärkt und voller guter Laune geht es auf den Rückweg. Über Treppen steigen wir gemeinsam den Südhang des Borsberges bis zu den sogenannten Jagdwegen hinab. Hier trennen sich die Wege.
Die Gruppe (A) geht nach rechts entlang der Jagdwege durch wunderschöne Hangwälder bis zum Abzweig nach dem Dorf Borsberg. Hier steigen wir über ein kurzes steiles Stück nach links in Richtung Rysselkuppe zum Leitenweg ab.
Die Gruppe (B) geht weiter, sich leicht links haltend den Tiefen Grund, das steilste Tal der Umgebung, hinab bis zu einem Abzweig, der rechts zum Leitenweg führt. Immer leicht ansteigend den Leitenweg (Hangweg) entlang treffen wir uns alle an der Rysselkuppe wieder.

Die Rysselkuppe ragt an den Elbhängen zwischen Pillnitz und Oberpoyritz hervor. An ihrem Abhang wird heute wieder intensiver Weinbau betrieben. Der Name der Kuppe geht auf die frühere Weinbauernfamilie Ryssel zurück.
Die Kuppe selbst ist eine steile Felsklippe aus dem Zweiglimmergranodiorit des Borsbergmassivs. Der Granodiorit tritt hier bis an die Oberfläche und bildet in ca. 200 m NN zum Elbtal hin eine hervorragende Aussicht über die Elbtalweitung. Der Blick reicht (nun tatsächlich) vom Elbsandsteingebirge und dem Hohen Schneeberg in Böhmen bis in das Osterzgebirge.

Wir gehen jetzt weiter auf dem Leitenweg in Richtung Pillnitz. Der Weg führt nun bequem oberhalb der Weinbergmauern entlang. Schön anzusehen sind die wieder instand gesetzten Weinberghäuschen. Der Weg ist als Weinbaulehrpfad ausgebaut. Jeder kann selbst die Geschichte des Pillnitzer Weinbaus auf den aufgestellten Tafeln lesen.

Gut zu erkennen ist auch die von 1990 bis 1995 schön restaurierte Weinbergkirche „Zum heiligen Geist“ am Pillnitzer Elbhang. Sie wurde zwischen 1723 und 1725 nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann errichtet, nachdem die Schlosskirche 1723 auf Befehl von August des Starken abgetragen wurde. Einige der alten Ausstattunsgegenstände wurden in die neue Kirche übernommen.

Pillnitz ist auch Wissenschaftsstandort. Gut zu erkennen sind die Flächen der 1991 eingerichteten „Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft“. Diese Landesanstalt hat ihre Ursprünge in dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Kammergut. 1922 zog die „Höhere Staatslehranstalt für Gartenbau“ ein. Bereits 1913/14 war auf dem Gelände des Kammergutes die „Neue Königliche Hofgärtnerei“ errichtet worden. Ab 1918 erfolgte die Umwandlung in die staatliche „Versuchs- und Beispielgärtnerei in Dresden Pillnitz an der Elbe“. Nach 1946 wurde die Lehranstalt als Institut für Obstforschung und Zierpflanzenzucht weitergeführt. 1963 wurde die Fachschule für Zierpflanzenwirtschaft nach Nötnitz verlagert, aber 1990 dann als Ingenieurschule für Gartenbau nach Pillnitz zurückgeführt. Das Institut für Obstforschung ging an den Freistaat Sachsen zurück.
1993 eröffnete die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden im Fachbereich Pillnitz gartenbautechnische Studiengänge. So hat auch dieser Teil der Pillnitzer Landschaft gute Zukunftsaussichten.

Wanderung zum Borsberg
Wir sind in Pillnitz angekommen. Ich hoffe, es hatten alle etwas Spaß. Wer will, bildet sich im Schloß mit Park weiter. Ich werde im Fährgarten beim Abschlussbier auf den (über)nächsten Bus warten.

Noch einen schönen Sonntag
Peter Jantsch

zurück     oben     drucken

Zum Seitenanfang


Fusszeile

© Verband Wohneigentum Sachsen e.V.

Zum Seitenanfang